Der Görwihler Kultursommer sei internationaler geworden und habe auch sein Angebotsspektrum erweitern können, erklärt Pfarrer Bernhard Stahlberger. Am meisten hätten ihn persönlich die zahlreichen guten Begegnungen zwischen Einheimischen, Feriengästen und Kulturschaffenden gefreut. In diesem Jahr besonders aufgefallen seien ihm die tiefen Gespräche, die gegenseitige Offenheit füreinander, aber auch der politische Aspekt, den manche Beiträge eingebracht hatten.

Besucher aus acht Nationen

„Wir hatten eine ganze Palette von Nationen zusammen, Kanada, Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Lichtenstein, Usbekistan, Taiwan und China“, zählt Stahlberger auf, vergisst aber auch nicht zu betonen, dass Künstler eigens aus Bremen oder Berlin nach Görwihl gekommen seien, und dass einige Kunstwerke auch dauerhaft in Görwihl bleiben werden.

Auf musikalischem Gebiet betraf das bislang auf klassische Musik und Jazz fixierte Repertoire die Erweiterung zum Einen um die Improvisationskunst von Dilshod Nazarov und seinen Freunden sowie um den freien Gesang von Rosemarie Jensen, zum Anderen die Einbeziehung der Popmusik durch die Kammerpopband aus Freiburg.

Von Besuchern habe er beispielsweise Sätze gehört wie „Für mich war die ganze Woche Sonntag“, oder „ich brauche keinen Urlaub mehr, diese Woche war für mich schon genauso wie Urlaub“, erzählt er stolz. Auch er sei ganz erfüllt von dieser Woche. So nennt er sie denn rückblickend auch ein achttägiges Fest der Begegnung von Mensch zu Mensch, ohne Neid, ohne Unterschiede, ohne Definition von Qualitäten, ohne Bevorzugung von Stilen oder Vorlieben.

Hochkarätige Künstler dabei

Es gab kein gegeneinander Ausspielen, sondern alles war eingebunden in eine freudige Leichtigkeit des Miteinander, an der teilweise auch Freunde und Angehörige der Künstler teilhatten, die für den Kultursommer eigens nach Görwihl gereist waren. Und die durchaus hochkarätigen Künstler selbst kamen alle ganz selbstverständlich für kleine Gagen zum Kultursommer.

Kleine Gagen indes seien relativ, denn für Görwihl von seinem Pfarrgemeinderat und dem Stiftungsrat ein Budget für Kunst und Kultur zu bekommen und so viel tatkräftige Unterstützung erfahren zu dürfen, mache ihn sehr glücklich und dankbar, betonte Stahlberger.

Auch die Frauen der umgebenden Frauengemeinschaften, der Dorfverein Tiefenstein, die KJG und viele weitere helfende Hände hätten zum Gelingen des Kultursommers beigetragen, sich beispielsweise um die Apéros im Anschluss an die Konzerte gekümmert und damit die Gäste zum Gespräch untereinander und mit den Künstlern ermuntert. Ein ganz besonderer Dank galt Christof Stoll, der den Künstlern unermüdlich beim Aufbau ihrer Installationen geholfen hatte und Brigitte Sommer bei der Ausarbeitung ihres Erzengels zur Seite stand, wofür sie ihm für seinen Hof als Dank eine selbst entworfene und gemalte Hoffahne überreichte.

Weitere Termine

Den zahlreichen Gästen, die bedauernd erklärten, die Kulturwoche sei vergangen wie im Flug, gab Pfarrer Stahlberger zum Trost die bereits geplanten Termine für die kommenden Wochen mit auf den Weg. Das wird zunächst am Sonntag die Glockenweihe in Herrischried sein mit dem Konzert des Ensembles „frack-los“ um 17 Uhr.

Am 23. September gibt es dann in Görwihl ebenfalls um 17 Uhr ein Chorkonzert des Chorverbandes „Hochrhein“, im Oktober sind gleich mehrere Konzerte anberaumt, und Stahlberger plant, zukünftig regelmäßig an jedem zweiten Sonntag im Monat ein Konzert in seinen Terminkalender aufzunehmen. Und natürlich ist der Kultursommer 2019 auch schon in Vorbereitung. Stattfinden wird er vom 24. August bis zum 1. September.