Gläubige aus der Pfarrei Dogern, der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena und darüber hinaus waren zur Heimatprimiz von Stephan Schonhardt in die St. Clemens-Kirche nach Dogern gekommen. Mit Pfarrer Ulrich Sickinger, Pater Richard aus Maria Bronnen und Diakon Wathek Matti feierte der Neupriester nach seiner Weihe vor zwei Wochen in der Kathedrale in Chur jetzt in Dogern seine erste öffentliche Messe.

Nach dem Studium, Praktika und den Exerzitien schließe sich dem Pflichtteil jetzt die Kür an, sagte Pfarrer Ulrich Sickinger. Wenn diese auch Gelegenheit gebe, die eigenen Vorstellungen umzusetzen, so habe ein Pfarrer doch auch weniger begeisterungsfähige Dinge zu erledigen. „Priester sein, ist kein Sonntagsspaziergang – auch nicht in der Schweiz“, erklärte Ulrich Sickinger aus seiner 19-jährigen Erfahrung. Die Freude, jetzt für den Dienst am Altar und an den Menschen bereit zu sein, sei bei Stephan Schonhardt spürbar. Die Primiz sei das Zeichen der Verbundenheit mit der Heimatpfarrei und der Seelsorgeeinheit, die ihrerseits mit einem Messgewand als Geschenk diese Verbindung unterstrichen.

Gemeinsam mit Pater Richard, Diakon Wathek Matti (von links) und Pfarrer Ulrich Sickinger (rechts) feierte Neupriester Stephan Schonhardt seine Heimatprimiz in der Dogerner Pfarrkirche.
Gemeinsam mit Pater Richard, Diakon Wathek Matti (von links) und Pfarrer Ulrich Sickinger (rechts) feierte Neupriester Stephan Schonhardt seine Heimatprimiz in der Dogerner Pfarrkirche. | Bild: Doris Dehmel

Dass Stephan Schonhardt seinen eigenen Weg gehen wird, zeigte sich in seiner Predigt, die die Kirchenbesucher mit Applaus bedachten. Sie richtete sich ganz nach dem Grundsatz: Die Menschen kommen nicht zur Kirche, sondern die Kirche muss zu den Menschen kommen. Darin sieht der Neupriester auch seine Aufgabe.

Er war beruflich zunächst anders unterwegs. Er sei dann durch den Kontakt zum verstorbenen Pfarrer Karl Leib und der seit elf Jahren bestehenden engen Bindung zum Kirchenchor im Bewusstsein gestärkt worden, dass es wichtig sei, die christliche Identität nach außen zu tragen. „Christsein muss ablesbar sein im gemeinsamen Miteinander, nicht zuletzt durch Achtsamkeit gegenüber anderen“, sagte Schonhardt.

Die freundschaftliche tiefe Verbundenheit zum Kirchenchor wurde mit dem Gesang in der Kirche, beim anschließenden Empfang und mit einem von der Vorsitzenden Thekla Tröndle an Stephan Schonhardt überreichtem Geschenk unterstrichen.
Die freundschaftliche tiefe Verbundenheit zum Kirchenchor wurde mit dem Gesang in der Kirche, beim anschließenden Empfang und mit einem von der Vorsitzenden Thekla Tröndle an Stephan Schonhardt überreichtem Geschenk unterstrichen. | Bild: Doris Dehmel

Einen unüblichen Weg hatte auch der künftig den Primizianten begleitenden Kelch hinter sich. Dafür hatten sich Werkstücke befreundeter Handwerker ebenso zusammengefunden, wie ein Teil von einem Kuhhorn vom Hof seiner Schwester in Unteralpfen. Damit schritt Schonhardt dann mit Freude und der Gewissheit, dass es auf der ganzen Welt so keinen Zweiten gebe, zur Weihe.

Wie die beiden Schwestern Ulrike (links) und Inge freuten sich auch Bürgermeister Fabian Prause, Landrat Martin Kistler, Pfarrer Ulrich Sickinger, Christian Frei und Pater Richard (hinten von links), dass es nach vielen Jahren in der Pfarrei Dogern mit Stephan Schonhardt wieder einen Neupriester gibt.
Wie die beiden Schwestern Ulrike (links) und Inge freuten sich auch Bürgermeister Fabian Prause, Landrat Martin Kistler, Pfarrer Ulrich Sickinger, Christian Frei und Pater Richard (hinten von links), dass es nach vielen Jahren in der Pfarrei Dogern mit Stephan Schonhardt wieder einen Neupriester gibt. | Bild: Doris Dehmel

Alle guten Wünsche nach Gottes Segen und die Begeisterung für das Priesteramt kamen beim anschließenden Empfang von der Kirchenchorvorsitzenden Thekla Tröndle, Christian Frei als Sprecher des Gemeindeteams und Bürgermeister Fabian Prause. Zu den vielen netten Gespräch und heiteren Bemerkungen trug auch Schwester Ulrike Schonhardt bei. Sie hatte ihrem Bruder aus dem Fundus der verstorbenen Eltern ein für den damals kleinen Stephan von der Mutter aus einem Stoffrest genähtes „Priestergewand“ und eine vom Vater aus Holz gebastelte „Monstranz“ als Erinnerungsgeschenk an die Kindheitsträume mitgebracht.