Es war eigentlich ein ganz normaler Ausflug von Auszubildenden und Studenten, den die Verantwortlichen von Dunkermotoren organisiert hatten. Und doch werden die meisten von ihnen dieses Erlebnis wohl nicht mehr vergessen. Nach der Betriebsbesichtigung, diesmal von den Schluchseewerken, und einem gemeinsamen Mittagessen, ging es nämlich auf den Notschrei bei Oberried. Der Para-Weltcup für Langlauf und Biathlon wurde dort bis zum Sonntag ausgetragen.

„Ich hege große Bewunderung für den Lebenswillen dieser Sportler. Die Einstellung, nie aufzugeben und immer weiter zu machen ist faszinierend“, fasst Tamara Nägele, angehende Industriekauffrau im zweiten Lehrjahr ihre Eindrücke Tags darauf zusammen. „Es war toll, zu sehen, dass Sportler, obwohl sie keine Beine mehr hatten, so motiviert waren. Die Leistungen waren echt stark“, sagt Marcus Amann, der eine Lehre zum Industriemechaniker absolviert. Neben dem Respekt für die Leistung dieser Sportler habe ihn noch etwas bewegt: „Man hat auf einmal wieder gewusst, wie gut es einem geht.“

Sie waren mit und für Dunkermotoren beim Internationalen Paralympic-Weltcup in Oberried dabei, die dort zu den Sponsoren gehört. Und sie werden die Erlebnisse dort nicht vergessen (von links): Marcus Amann, Tamara Nägele, Renate Heizmann, Janina Dietsche. Bild: Gudrun Deinzer
Sie waren mit und für Dunkermotoren beim Internationalen Paralympic-Weltcup in Oberried dabei, die dort zu den Sponsoren gehört. Und sie werden die Erlebnisse dort nicht vergessen (von links): Marcus Amann, Tamara Nägele, Renate Heizmann, Janina Dietsche. Bild: Gudrun Deinzer

Unterstützung für Sportler

Bei den HeDu-Tagen im vergangenen Jahr, nach der Podiumsdiskussion, seien die Kontakte zum austragenden Skiclub Oberried enger geknüpft worden, berichtet Personalleiterin Renate Heizmann: „Ich bin mit dem mehrmaligen Weltmeister Martin Fleig ins Gespräch gekommen und habe erfahren, dass die Wettkämpfe für Paralympics-Sportler viel mehr Unterstützung brauchen könnten.“ Über Marketingabteilung Geschäftsführung und Konzernleitung habe man sich schließlich entschlossen, dort als Sponsor aufzutreten.

Sichtlich bewegt berichtet sie von einem Ausflug, den sie mit ihrem Lebensgefährten am vergangenen Wochenende auf den Notschrei gemacht hatte. „Wir waren im Startbereich die Einzigen, die den ankommenden Sportlern zugejubelt haben. Dabei waren die Leistungen der Sportler mit ihren ganz verschiedenen Geräten, die sie wegen ihrer Handycaps brauchen, wahnsinnig eindrucksvoll.“ Kopfschüttelnd berichtet sie von Presseinteresse aus aller Wel:. „Aus Korea, den USA und aus den ganzen nordeuropäischen Ländern war das Fernsehen da. Aber unsere Leute hier, haben sich nicht dafür interessiert.“

Fast keine Zuschauer waren im Zieleinlauf, den die Sportler mit sehr individuellen Sportgeräten passierten.<em>Bild: </em><em>Dunkermotoren</em>
Fast keine Zuschauer waren im Zieleinlauf, den die Sportler mit sehr individuellen Sportgeräten passierten.Bild: Dunkermotoren

Unter dem Label „Gemeinsam Gewinnen“, das unter dem Dach von Verbänden wie Diakonie und Caritas eine Gesellschaft fördert, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Ziele verfolgen, haben die Auszubildenden der Firma schon an mehreren Aktionen teilgenommen und auch Preise eingefahren. „Uns ist es wichtig, neben all der Arbeit und der prinzipiellen Leistungsbereitschaft für das Unternehmen auch ein Bewusstsein für soziale Verantwortung zu leben und bei jungen Menschen zu fördern“, sagt Renate Heizmann.

Das scheint weit über die Riege der „Neu-Dunkerianer“ gelungen zu sein. Als Sponsoren, führte ein naheliegender Ausflug auch die gesamte Marketingabteilung nach Oberried. Janina Dietsche, im Marketing zuständig für die Pressearbeit, berichtet von der Einführung durch den Vorsitzenden des Ausrichtenden Skiclub Oberried Michael Martin. „Er hat gesagt, wir könnten die Sportler gerne ansprechen, sie würden sich freuen, wenn man ihnen Fragen stellt.“

Das habe dann zwar weniger stattgefunden, denn die Sportler seien auf der Piste gewesen und im Gemeinschaftszelt habe man dann nicht recht gewusst, wen man wie ansprechen kann. Aber für alle die dort waren, stünde fest, dass sie solche Veranstaltungen wieder besuchen. Denn das Erlebnis selbst sei unvergesslich gewesen. Renate Heitzmann: „Es ist bewundernswert, wie viel Kraft diese Menschen aufbringen. Das hat mich begeistert und beeindruckt. Und es hat sehr zum Nachdenken angeregt, wie man selbst lebt und dass man jede Minute auf der Erde genießen sollte.“

 

Para-Weltcup

Zum vierten Mal wurde der Para-Weltcup (IPC Weltcup) für Langlauf und Biathlon am Notschrei bei Oberried ausgetragen, in diesem Jahr vom 19. bis zum 28. Januar. Das Organisationskomitee wird geleitet vom Vorsitzenden des Skiclub Oberried, Michael Martin. Auf den Startlisten standen rund 250 Sportler mit Behinderung aus 20 Nationen. Schirmherr der Veranstaltung war Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl. Die Sportler mit ihrem Willen bezeichnete er als Vorbilder für viele und wahre Helden: „Der IPC Weltcup in Oberried ist ein sportliches Highlight und ein Leuchtturm für Integration und Inklusion.“