Nicht nur wegen den vielen guten Nachrichten hätte man sich eine große Einweihungsfeier gewünscht. Doch auch im Fall der Kindertagesstätte „St. Christophorus“ auf dem Gelände des Bad Säckinger Gesundheitscampus mussten sich die Stadtverwaltung als Bauherr und der Verein St. Vincentius als Träger der Einrichtung den Corona-Richtlinien beugen.

Hoher Wohlfühlfaktor: Hell und kinderfreundlich ist die neue Kindertagesstätte „St. Christophorus“ eingerichtet.
Hoher Wohlfühlfaktor: Hell und kinderfreundlich ist die neue Kindertagesstätte „St. Christophorus“ eingerichtet. | Bild: Susanne Eschbach

Pünktliche Fertigstellung und Betriebsaufnahme am 3. Mai, die geplanten Baukosten von rund 3,7 Millionen wurden leicht unterschritten und der Bestand der Kindergartenplätze der über Dreijährigen in Bad Säckingen ist gesichert. Bürgermeister Alexander Guhl hatte bei der Einweihung der neuen Kindertagesstätte am Montag, allen Grund sich zu freuen.

Denn: „Fehlende Kindergartenplätze in Bad Säckingen ist ein Thema, dass bereits seit vielen Jahren unter den Nägeln brennt“, so das Stadtoberhaupt. Der Bau der neuen Kindertagesstätte steht eng in Verbindung mit dem Gesundheitscampus, bei dem aktuell die Dacharbeiten beginnen sollen. „Die Ausschreibungen laufen bereits“, so Guhl. Mit der Kita neben dem neuen Campus gelingt es der Stadt Bad Säckingen, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Während die Eltern arbeiten, sind die Kinder in der Kita bestens versorgt“, verspricht Alexander Guhl.

In vier Gruppen können künftig insgesamt 80 Kinder in der neuen Einrichtung untergebracht und betreut werden. Wobei bei der Eröffnung am Montag, 3. Mai, zunächst nur drei Gruppen an den Start gehen. In zwei Gruppen werden die über Dreijährigen betreut und in zunächst einer Gruppe die Kinder ab einem Jahr. Hinzu kommt ein Tageselternangebot im oberen Geschoss der Einrichtung. Damit kam die Stadt dem Wunsch des Bad Säckinger Tageselternvereins entgegen, denen immer geeignete Räume für die Betreuung von Tageskindern gefehlt hat.

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Dieses Angebot befindet sich jetzt zwar im gleichen Gebäude, ist aber getrennt von den Kindern der Tagesstätte untergebracht. „Diese Räume sind so konzipiert, dass sie auch als Wohnung genutzt werden könnten“, erklärt der zuständige Planer, Architekt Franz Michler, später bei einer Führung durch das Haus. Noch sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen. So fehlt noch die Treppe, die künftig als separaten Eingang für das Tageselternangebot dienen soll und auch das Außengelände mit dem Spielplatz ist noch nicht vollständig.

Kinderfreundliche Stadt

„Ich freue mich, dass alles so geklappt hat“, so Guhl weiter. 2010 hat die Stadt bei zwei Millionen Euro Gesamtkosten für Kindergärten, 1,36 Millionen selbst getragen. 2020 waren es bereits 5,2 Millionen Gesamtkosten wovon die Stadt 3,2 Millionen Euro finanziert hat. „Das zeigt, dass die Stadt das Thema Kindergärten sehr ernst nimmt“, sagt der Bürgermeister. „Die Stadt kann sich zu Recht kinderfreundlich nennen.“

In kleinen Gruppen: Im Anschluss gab es für die Besucher der Einweihungsfeier eine Führung durch das Haus. Im Bild die Gemeinderätin Ruth Cremer-Ricken, Architekt Franz Michler und Gemeinderat Michael Koubik (v.l.).
In kleinen Gruppen: Im Anschluss gab es für die Besucher der Einweihungsfeier eine Führung durch das Haus. Im Bild die Gemeinderätin Ruth Cremer-Ricken, Architekt Franz Michler und Gemeinderat Michael Koubik (v.l.). | Bild: Susanne Eschbach

„Eines der schönsten Aufgaben eines Architekten ist es, einen Kindergarten zu planen“, so Architekt Franz Michler. Er hatte viel Freude an dieser Arbeit, wie an dem Farbkonzept innen und außen der Kita, in fröhlichem rosa und mint zu sehen ist. Jedem Gruppenraum sind auch sanitäre Anlagen angeschlossen. Somit ist gewährleistet, dass die Erzieherinnen die Kinder immer im Blick haben. Es gibt ein Kunstzimmer, wo die Kinder die Farben für sich entdecken können. Aber auch an ein Forschungszimmer mit Mikroskop und weiteren Experimenten ist gedacht worden. Auch ein Musikzimmer gibt es und eine Bibliothek. Naturwissenschaften ist das Hauptthema der Einrichtung.

„Bei uns dreht sich alles um den Lebensraum Mensch“, erklärt die künftige Leiterin des „St. Christophorus“, Susanne Deleu-Schulke. Sie ist bereits seit November in Bad Säckingen und ist schon früh in die Umsetzung des Kindergartenkonzepts mit einbezogen worden. „Ich habe eine angenehme und tolle Zusammenarbeit sowohl mit dem Architekten und der Stadtverwaltung erfahren“, erklärt sie. Besonders gefreut hat es sie, dass ihre Wünsche so unkompliziert berücksichtigt worden seien. Zum Konzept gehöre es auch, dass die Kinder ihre Zeit in der Kindertagesstätte nutzen können, das Haus in ihrem eigenen Tempo zu erobern. „Ich freue mich darauf, wenn endlich die Kinder kommen und das Haus mit Leben füllen.

Begegnungen der Generationen

„Man sieht, wie viele Kinder es in Bad Säckingen gibt“, so der kommissarische Geschäftsführer des St. Vincentiusvereins und Dekan Peter Berg, der das Gebäude gesegnet hatte. Vor allem freut ihn, dass es, wenn das Marienhaus im Campus untergebracht ist, Begegnungen der Generationen geben wird. „Von denen es hoffentlich reichlich sind“, wünscht sich der Dekan. Der St. Vincentiusverein ist der älteste Verein in der Stadt, der sich um Kinder kümmert.