Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Bad Säckingen und Stein im Aargau sollen noch enger werden. In Stein hat man konkrete Pläne, die Wasserversorgung der Gemeinde an das Bad Säckinger Netz anzuschließen. „Wir sind sehr interessiert“, sagte Steins Gemeindeschreiber und Geschäftsleiter Sascha Roth auf Anfrage unserer Zeitung. Pläne einer Neuordnung der Wasserversorgung gebe es in Stein und den Nachbargemeinden schon einige Jahre, „aber das Jahr 2018 hat uns die Augen geöffnet“, sagte Roth.

Die extreme Hitze und Trockenheit hatte zu Problemen bei der Steiner Wasserversorgung geführt. „Wir mussten die Sparbremse bei Novartis reindrücken und auch die Landwirtschaft zügeln“, erinnert er sich. Bad Säckingen hingegen habe auch in sehr trockenen Jahren ausreichend Wasser, sagt Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl, die Stadtwerke könnte Stein mitversorgen. Guhl begrüßt das Projekt als weiteren Mosaikstein in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Schweizer Nachbargemeinde.

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Sascha Roth, der als Gemeindeschreiber praktisch die Steiner Gemeindeverwaltung leitet, hatte das Thema am Montag beim Besuch der Bad Säckinger Gemeinderatssitzung am Rande angesprochen. Auf unsere gestrige telefonische Nachfrage konkretisierte Roth: Für die Gemeinde Stein habe sich der Anschluss ans Bad Säckinger Wassernetz als beste Lösung erwiesen. Es würden derzeit durch Bohrungen die Trinkwasservorkommen und die Möglichkeiten eines Versorgungsnetzwerkes zwischen Fricktalgemeinden untersucht, berichtet Roth weiter. Dies sei für Stein ebenfalls eine Option, die Hauptversorgung möchte man jedoch lieber durch die Stadtwerke Bad Säckingen sicherstellen. „Wir hätten dann zwei Bezugspunkte“, so Roth.

Wie soll das Wasser nach Stein kommen? Es gebe Überlegungen, nahe bei der Förderung anzuschließen – das heißt bei den Förderbrunnen in Obersäckingen, wo die Wasserschutzgebiete der Stadt Bad Säckingen liegen. Von dort sei eine Wasserleitung durch das Rheinbett zum anderen Ufer denkbar, so Roth. Die Wunschmenge liegt für Stein zwischen fünf und sechs Kubikmeter pro Minute, denn die Gemeinde müsse auch Betriebe wie die Novartis versorgen können.

Für Stein würde dieser Anschluss keine Notversorgung darstellen, sondern eine Dauerlösung. „Das wäre ein Generationenprojekt“, beschreibt Roth die Bedeutung, die müsse dann auch etliche Jahrzehnte halten.

Mit Bad Säckingen habe es bereits 2018 Gespräche gegeben. Man wolle diese jetzt intensivieren. Zudem stehe zunächst eine längere Planungsphase an. Für den Fall, dass das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss komme, rechnet Roth mit einem Zeitkorridor von grob geschätzt drei bis fünf Jahren.

Einen ähnlichen Zeitrahmen sieht es auch Philipp Stiegeler, Abteilungsleiter Technik bei den Stadtwerken. Stiegeler bestätigte Verhandlungen mit der Gemeinde Stein. Grundsätzlich könnten die Stadtwerke die gewünschte Wassermenge liefern, sagte Stiegeler. „Wir haben genug Vorräte“, so der Technikchef. Es habe bereits positive Pumpversuche gegeben, um die möglichen Fördermengen festzustellen. Eine dauerhafte Erhöhung der Fördermenge müsste natürlich beim Landratsamt beantragt werden, so Steigeler. Darin sieht er aber kein Problem. „Grundsätzlich ist das für uns eine interessante Geschichte“, bewertet er das Interesse der Schweizer. Immerhin versorgt Bad Säckingen Stein teilweise schon mit Erdgas, ebenfalls nimmt die Bad Säckinger Kläranlage das Steiner Abwasser ab.

Allerdings gibt es laut Stiegeler noch zahlreiche offene Punkte. Beispielsweise müsse auch die Verzollung des Nahrungsmittels Wasser beim Grenzübertritt mit den zuständigen Behörden geklärt werden.

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