Die Hitze hat die Region fest im Griff. Die Pfingstferien sind vorbei und damit plagen sich Erwachsene wie auch Schüler mit der anrollenden Hitzewelle. Gut, wer ein klimatisiertes Büro hat oder erst gar nicht arbeiten und das Haus verlassen muss. Allen anderen bleibt nur, Fenster rechtzeitig zu schließen, alles zu verdunkeln und draußen möglichst jedes Schattenplätzchen zu suchen. Wir haben nachgefragt, was die Menschen in Bad Säckingen unternehmen, um das Beste aus der wetterbedingten Situation zu machen. Gibt es beispielsweise wieder hitzefrei in den Schulen wie früher? Wie gehen ältere Menschen mit der großen Hitze um?

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  • Altenheim: Im Alten- und Pflegeheim St. Franziskus in Bad Säckingen achten Geschäftsführer Hartmut Fricke und seine Mitarbeiter vor allem darauf, dass sowohl die Bewohner aber auch das Personal selbst ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Morgens wird im Heim überall gelüftet, später dank der Jalousien die Hitze ausgesperrt. „Wir reagieren auf die regelmäßig eingehenden Hitzewarnungen“, erklärt Fricke. „Wir haben überall Aushänge mit der Warnung, dass sich die Leute bei großer Hitze möglichst nicht oder wenig anstrengen sollen.“ Das Heim verfügt zwar über ausreichend schattige Sitzplätze im Freien, trotzdem rege die Heimleitung bei den Bewohnern an, ab mittags den Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Auch das Essen wird den Wetterbedingungen angepasst: Es wird leichte Kost serviert. Klimaanlagen sind laut Fricke nur in bestimmten Räumen des Heimes, etwa Therapieraum oder Medikamentenaufbewahrung, vorhanden. Sollte die Notwendigkeit bei besonders empfindlichen Menschen bestehen, können diese Heimbewohner dorthin gebracht werden. Dieses Procedere wurde laut Hartmut Fricke schon im Pflegeheim St. Marienhaus so gehandhabt.
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  • Hobbygärtner: Arnold Widmer (76) aus Murg und Heinz Sutter (83) aus Bad Säckingen sind Mitglieder der Gartenfreunde Bad Säckingen in der Gartenanlage „In den Winkeln“ in der Oberen Flüh. Sie gehen das Thema Hitze auf unterschiedliche Art und Weise an. Arnold Widmer, der ein Stück des Schrebergartens eines Freundes dort gepachtet hat, setzt gerade Busch- und Stangenbohnen und ein Gitter für Kürbis. „Ich habe kein Problem mit der Hitze“, erzählt der 76-Jährige schmunzelnd. „Ich gehe auch im Urlaub gerne in die Sonne, am Strand spazieren. Bis circa 12/12.30 Uhr packe ich das in der Wärme im Garten. Ich habe ja Haare (lacht er, auf seinen Kopf zeigend), die isolieren. Erst wenn es richtig heiß wird, ziehe ich einen Hut an.“ Dann geht er allerdings am liebsten in Murg-Niederhof im Wald spazieren, weil es da so schön kühl ist.
„Wenn es so heiß ist, gehe ich im Wald spazieren“, sagt Arnold Widmer aus Murg in seinem Schrebergarten bei den Gartenfreunden Bad Säckingen.
„Wenn es so heiß ist, gehe ich im Wald spazieren“, sagt Arnold Widmer aus Murg in seinem Schrebergarten bei den Gartenfreunden Bad Säckingen. | Bild: Rank, Marion

Heinz Sutter wiederum bleibt den ganzen Tag zu Hause und macht Mittagsschlaf. Er geht erst abends ab 18 Uhr raus und in den Garten oder bereits ganz früh am Morgen, von circa 6 bis 8 Uhr. „Ich habe lieber Wärme als Kälte. Bis jetzt hat mir die Hitze noch nichts ausgemacht, aber wegen meinem Herz muss ich trotzdem aufpassen.“

„Bei dieser Hitze gehe ich entweder morgens ganz früh oder erst abends in den Garten“, sagt Heinz Sutter, Bad Säckingen.
„Bei dieser Hitze gehe ich entweder morgens ganz früh oder erst abends in den Garten“, sagt Heinz Sutter, Bad Säckingen. | Bild: Rank, Marion
  • Familien: Sina Ragusa (30) mit ihrer sechs Monate alten Tochter Leni sowie Sabrina Ragusa (31) mit Tochter Marla (2) aus Bad Säckingen, gehen viel ans Wasser mit den Kindern, entweder an den Brunnen auf dem Spitalplatz oder ins Schwimmbad. „Luftig anziehen und gut eincremen ist wichtig“, erklären sie. „Eis essen“, erklärt die Zweijährige, Milchshake schlürfend. „Wir achten darauf, dass wir in der Mittagshitze drinnen bleiben, aber ansonsten gehen wir viel spazieren, nutzen eben jede Gelegenheit mit Wasser“, erzählen die beiden Mütter.
Sabrina Ragusa (links) mit Tochter Marla und Sina Ragusa mit Tochter Leni „nutzen jede Gelegenheit, wo Wasser ist.“
Sabrina Ragusa (links) mit Tochter Marla und Sina Ragusa mit Tochter Leni „nutzen jede Gelegenheit, wo Wasser ist.“ | Bild: Rank, Marion
  • Eiscafé: Einer, der sich über die brütende Hitze überhaupt nicht freut, ist Roberto La Grutta, Besitzer der Eisdiele und des gegenüberliegenden Eiscafés „La Grutta“. Wer denkt, gerade an heißen Tagen wäre der Umsatz am höchsten, hat sich getäuscht. „So viel Hitze ist nicht gut. Wenn es zu heiß ist, kommen mittags weniger Leute. Die warten, bis es abends kühler ist“, erklärt Roberto La Grutta. „Es ist zwar Betrieb, aber es kommen keine Massen, wenn es 30 Grad und mehr hat.
Große Hitze bedeutet weniger Lust auf Eis, wissen Roberto la Grutta (rechts), sein Angestellter Giuseppe, Bruder Pierangelo und Sohn Enrico vom Eiscafé „La Grutta“.
Große Hitze bedeutet weniger Lust auf Eis, wissen Roberto la Grutta (rechts), sein Angestellter Giuseppe, Bruder Pierangelo und Sohn Enrico vom Eiscafé „La Grutta“. | Bild: Rank, Marion

Die beste Temperatur ist um die 25 Grad, wenn die Leute ihr Eis genießen können.“ Durch das extreme Wetter erwartet La Grutta für dieses Jahr keine gute Saison. Spiele das Wetter mit, kämen an einem guten Sonntag in die Eisdiele und das Eiscafé zusammen schon mal mehr als 1000 Leute, so La Grutta, der seit 22 Jahren in Bad Säckingen ist und die Eisdiele mittlerweile in der 23. Saison betreibt.

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Gibt es an Schulen eigentlich Hitzefrei?

  • Hitzefrei: „Offiziell liegt es zwar im Ermessen der Schulleitungen, ob es hitzefrei gibt“, erklärt Ricarda Hellmann, Rektorin der Werner-Kirchhofer-Realschule in Bad Säckingen, „trotzdem kann man das als Schulleiter nicht einfach bestimmen“. Die Schulleitungen des Scheffel-Gymnasiums, der Werner-Kirchhofer-Realschule und der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule in Bad Säckingen sprechen sich in der Regel ab, wenn es um solche Dinge geht, vor allem aber die beiden benachbarten Schulen, Werner-Kirchhofer-Realschule und Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule. Laut Ricarda Hellmann werden diese Entscheidungen situationsbezogen betrachtet. Ob es am Donnerstag nach der sechsten Stunde hitzefrei gibt, entscheiden Rektorin Hellmann und Konrektorin Elfi Simon in Absprache mit dem Kollegium.
  • Maßnahmen gegen die Hitze: „Spätestens abends die Rolläden runter. Ich bin am Morgen früh da und reiße erst mal überall in der Schule die Fenster auf“, erklärt Ricarda Hellmann. Eine große Hilfe sei der Wasserspender in der Schule, der rege frequentiert werde, so Konrektorin Simon. „Vier Schüler haben sich heute bedankt, dass der Wasserspender da ist.“ Laut Hellmann versuche man, Unterricht nach draußen zu verlagern, speziell Sport: Für die fünften und sechsten Klassen heißt das Schwimmkurs im Schwimmbad.
  • Alternativen: „Wir haben den Eltern angeboten, dass sie ihre Kinder, wenn sie wollen, diese Woche ausnahmsweise am Donnerstag nach dem Mittagessen von der Schule befreien können“, erklärt Michael Maier, Rektor der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule. Für die Kinder ohne Rückmeldung der Eltern habe die Schule ein Alternativ-Programm auf die Beine gestellt, mit Betreuung und Freizeitangebot. „Als Ganztagesschule bieten wir kostenlose Getränke an und achten darauf, dass alle ausreichend trinken.“