Ein volles Programm boten die Caritaswerkstätten zu ihrer Jubiläumsfeier am Freitagabend im Kursaal Bad Säckingen. Der Abend wurde von einem eigens gegründeten Projektchor „The New Commitments and the Big Boss“ musikalisch begleitet. Chorleiterin und Vorsängerin der 60 Mitsänger ist Gabriele Wolf als Bassist fungierte Martin Riegraf, der Geschäftsführer des Caritasverbands Hochrhein. Die Lieder wurden kreativ umgetextet und angepasst so war zu der Melodie von Halleluja von Leonard Cohen der Text „Wir sind anders, ganz besonders. Mein Leben ist so bunt wie ein Mosaik“.

Gemeinsames Einzählen der Improvisationsgruppe aus Stuttgart. Auch der Waldshuter Landrat Martin Kistler und der Bad Säckinger Bürgermeister Alexander Guhl Bürgermeister Bad Säckingen (vorne von kinks) unterstützen den Countdown.
Gemeinsames Einzählen der Improvisationsgruppe aus Stuttgart. Auch der Waldshuter Landrat Martin Kistler und der Bad Säckinger Bürgermeister Alexander Guhl Bürgermeister Bad Säckingen (vorne von kinks) unterstützen den Countdown. | Bild: Christiane Pfeifer

Der Abend stand unter dem Motto „Inklusion inklusive“. Jeder Mensch gehört ganz natürlich dazu, egal welche Sprache er spricht, wie er aussieht oder ob er eine Behinderung hat. Der Waldshuter Landrat Martin Kistler sagte dazu „die Werkstätten sind fester Bestandteil in der Behindertenhilfe, ein großer Schritt war die Öffentlichkeitsarbeit um Vorurteile abzubauen“. Martin Kistler weiter: „650 Mitarbeiter sind es aktuell in den Werkstätten, hinter dieser Zahl stehen Menschen und gewaltiges Engagement“.

Eine besondere Ehrung erfuhr beim Empfang Hans Schrenk, der 1968 die erste Werkstatt in Eschbach eröffnete. Mit seinem Gespür und sein Blick in die Zukunft war er maßgeblich daran beteiligt das Projekt voranzutreiben. Auch heute noch ist er landesweit ehrenamtlich aktiv. Sein Sohn Manfred Schrenk übernahm die Geschäftsführung der Caritaswerkstätten Hochrhein und führte die Gäste durch das Jubiläumsfest.

Über Inklusion sprechen Werkstattmitarbeiterin Michaela Marten, Lauenschauspieler André Beyerfuß, Caritas-Geschäftsführer Martin Riegraf, der Bonndorfer Bürgermeister Michael Scharf und Werkstattleiter Klaus Weißenberger.
Über Inklusion sprechen Werkstattmitarbeiterin Michaela Marten, Lauenschauspieler André Beyerfuß, Caritas-Geschäftsführer Martin Riegraf, der Bonndorfer Bürgermeister Michael Scharf und Werkstattleiter Klaus Weißenberger. | Bild: Christiane Pfeifer

Schlaglichtartig wurden Projekte der Caritaswerkstätten vorgestellt. Seit 2011 ermöglicht Tandem 4 das die Arbeit Behinderter außerhalb der Werkstätten ermöglicht. Klaus Weißenberger, Bereichsleiter Inklusion, sagte: „Aktuell sind es 60 Firmen, die sich an dem Projekt beteiligen, 54 Arbeitsplätze wurden besetzt.“ Werkstattmitarbeiterin Michaela Marten beispielsweise arbeitet bei Schmidts Markt in Bad Säckingen und sagte: „Es macht wahnsinnig viel Spaß!“

Ein weiteres Beispiel von einem gelungenen Miteinander gibt es in Bonndorf. Dessen Bürgermeister Michael Scharf bietet gemeinsam mit seinem Sohn Philipp Kochabende unter dem Motto „Scharf und schärfer“ an. Er sagte: „Wir haben Inklusion gesucht und Freunde gefunden.“ In Luttingen besuchten 500 Personen das inklusive Theaterstück "Lüge, Tod und Teufel". Das Theaterprojekt wurde erstmals in einer solchen Form für Menschen mit und ohne Behinderung durchgeführt. Darsteller André Beyerfuß: "Wir wurden herzlich aufgenommen und es hat viel Spaß gemacht.“

Alexander Guhl freut sich mit einem Augenzwinkern bereits auf die nächsten 150 Jahre gute Zusammenarbeit mit den Caritaswerkstätten. Der Vorsitzender Diözesan-Arbeitsgemeinschaft Egon Engler, der das Projekt von Anfang an verfolgte, lobte: „Wie Werkstätten gehen, kann man am Hochrhein sehen. Sie können nicht nur hart arbeiten, sondern auch hart feiern!“