Bad Säckingen Peter Mast stellt die Weichen für den Gesundheitsstandort Bad Säckingen

Der Schwabe ist als neuer Geschäftsführer der Rehaklinik Bad Säckingen und als Campusmanager seit wenigen Tagen im Amt. Vor ihm steht ein riesiger Berg an Arbeit.

Seit Anfang Mai hat die Rehaklinik Bad Säckingen einen neuen Geschäftsführer. Peter Mast (57) wird in den kommenden zwei Jahren nicht nur die Geschicke der Rehaklinik leiten, er ist gleichzeitig auch Campusmanager. In dieser Doppelfunktion steht vor dem Schwaben ein gewaltiger Berg an Arbeit. Denn der 57-jährige Gesundheitsfachmann soll federführend den Bad Säckinger Gesundheitscampus realisieren. Dazu soll auch die Rehaklinik gehören, die sich derzeit noch in Planinsolvenz befindet.

Der Tübinger ist zunächst für zwei Jahre engagiert. In dieser Zeit wird sich die Tragfähigkeit der Campus-Idee erweisen. “Meine Hoffnung ist es, mit Campus, Spitäler GmbH und Rehaklinik ein ganzheitliches Konzept zu realisieren, von dem alle drei profitieren.“ Das medizinische Konzept stehe, das bauliche werde gerade erarbeitet.

Mast sieht durchaus gute Chancen für den Campus, aber das funktioniere nur gemeinsam mit allen drei Akteuren. Mast: „Die Kunst ist es jetzt, schlanke Strukturen zu schaffen“. Die sieht er vor allem in den nicht-medizinischen Abteilungen wie Verwaltung, Küche oder etwa Haustechnik. Solche Strukturen brauche man in einem künftigen Campus nicht doppelt, das sei bereits in der Rehaklinik vorhanden und nutzbar.

Voraussetzung ist dabei freilich ein Ende der Insolvenz der Rehaklinik. Mast ist zuversichtlich. „Wir sind operativ sehr gut unterwegs“, sagte er, „die Liquidität ist gut, was an der Belegung liegt.“ Man plane mit 164 Betten und sei zeitweise sogar überbelegt. Auch die Vorschau gebe Anlass zu Optimismus. Die Belegung im Juni und die Perspektiven für die Folgemonate machten Mut: „Wir liegen betriebswirtschaftlich über Plan“, so Mast. Die aktuellen Zahlen lägen höher als in den Vorjahren. Wichtig sei, dass die Kostenträger, also die Rentenanstalten, für Belegung sorgen. Akut brenne im Haus nichts an, „wir können in Ruhe handeln“.

Zum Handeln gehört laut Mast ein umfassender Finanzplan, bei dem Perspektiven für die nächsten vier Jahre miteinkalkuliert sein sollen. Dabei gehe es vor allem um den enormen Investitionsstau von etwa vier Millionen Euro. Der müsse in den Finanzplan eingepreist werden. Deshalb werde sich die Beendigung der Planinsolvenz verzögern. Sie werde nicht wie geplant im Juni, sondern voraussichtlich im Herbst beendet werden können.

Parallel dazu laufen gleichzeitig die Konzeptarbeiten am Campus. Heute Nachmittag wird der Stand der Planungen dazu im Waldshuter Kreistag vorgestellt. Eckpunkte dabei sind der geriatrische, also altenmedizinische Schwerpunkt in Bad Säckingen mit Akutbetten, Rehabilitationsbetten sowie möglicherweise auch geriatrischer Pflege. Mast verzeichnet großes Interesse am Campus. Es gebe immer wieder Anfragen. „Deshalb müssen wir jetzt verhandlungsbereit werden“, sagt er, denn Interessenten wollten endlich wissen, wo es langgeht. „Wir müssen dem Campus ein Gesicht geben“. Das sei nun Sache der künftigen Gesellschafter.

Fest steht für Mast, dass ein Bedarf für geriatrische Medizin und vor allem für geriatrische Rehabilitation vorhanden ist. In dieser Hinsicht sei die Region nämlich vergleichsweise unterversorgt.

 

Zur Person

Der Schwabe Peter Mast, 57, ist seit Anfang der 90er Jahre im Klinikbereich tätig. Er war Geschäftsführer oder Verwaltungsleiter in zahlreichen Häusern, etwa der Frauenklinik Tübingen (Uniklinik), der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen, der Rhön-Klinik Pforzheim oder der Landkreiskliniken Freudenstadt. Mast ist studierter Mathematiker und Softwareingenieur. Der gebürtige Metzinger wohnt in Tübingen. Er ist verheiratet, hat eine 22-jährige Tochter und einen 19-jährigen Sohn.

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