Lange wurde um die Einrichtung einer Strandbar an der Rheinpromenade von Bad Säckingen gerungen. Nachdem der Gemeinderat den Weg für das im Volksmund auch als „Traumstrand“ bekannte Vorhaben frei gemacht und vor einigen Wochen einen Pächter ausgewählt hat, geht die Realisierung mit großen Schritten voran. Mitte Juni soll der neue gastronomische Hingucker zwischen Schlosspark und Rhein seinen Betrieb aufnehmen. Wichtig ist dem Pächter Pavlos Karageorgis, der seit einigen Wochen bereits das benachbarte Teehaus betreibt, vor allem eines: Eine Art „Ballermann“ soll es nicht geben. Vielmehr möchte er eine ansprechende Ergänzung zum gastronomischen Angebot in der Stadt schaffen, die junges wie auch reiferes Publikum gleichermaßen anspricht: „Die Leute sollen sich hier wie im Urlaub fühlen.“


Genauso sei es ihm auch selbst ergangen, als er vor sieben Jahren erstmals am Rhein entlang spaziert sei, sagt Pavlos Karageorgis: „Ich habe mich gleich in dieses Areal Mitten zwischen den beiden Rheinbrücken verliebt. Hier ist für mich der schönste Fleck in der ganzen Stadt“, schwärmt er. Die Nähe zum Rhein, die historischen und zeitgenössichen Bauwerke in Sichtweite, und vor allem der Schlosspark mit seinem ganz speziellen Ambiente – all das hätte es ihm auf Anhieb angetan, schildert Karageorgis. Und eben diese Begeisterung lässt er nun in den Aufbau der neuen Strandbar einfließen. Ebenso stilvoll wie zweckmäßig soll es sein: „Die Optik und das Ambiente müssen stimmen“, beschreibt es Karageorgis. Er weiß worauf es ankommt, immerhin ist er als Gastronom in Bad Säckingen kein Unbekannter: Fünf Jahre betrieb er die Galeria-Cocktailbar in den Beck-Arkaden, seit anderthalb Jahren ist er Wirt des „All Inn“.

Neu für ihn ist hingegen, dass die Einrichtung auch leicht transportabel sein muss. Das sei der Lage an einem Fluss geschuldet, an dem es durchaus auch mal zu Hochwasser kommt.

Die Detailplanung für den Traumstrand läuft momentan auf vollen Touren. Es solle „echtes Strandbar-Feeling“ aufkommen, mit allem was dazu gehöre – Deko, Sitzmöglichkeiten, Liegestühle, aber auch Liegewiese und entsprechende Bewirtung. Als Zentrale des Traumstrands fungieren zwei Häuschen, die der Gastronom von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommt und die sonst beim Weihnachtsmarkt verwendet werden. Karageorgis Ziel: „Die Leute sollen sich entspannen, zusammenkommen und das wunderschöne Flair dieser Ecke der Stadt genießen.“ Das Gastronomiegelände werde zudem mit einem Zaun versehen. So sei auf den ersten Blick ersichtlich, dass nur in diesem Bereich Alkohol konsumiert werden dürfe. Ansonsten gilt in der Stadt bekanntlich ein Alkoholverbot auf Grünflächen.

Die Vorfreude bei Karageorgis ist groß. Das betont er im Gespräch mit unserer Zeitung immer wieder. Gleichwohl stellt der Traumstrand sein sechsköpfiges Team vor Ort und ihn durchaus auch vor Herausforderungen: „Für eine Stadt wie Bad Säckingen ist ein solches Vorhaben sicherlich gewagt.“ Die erste Traumstrandsaison sei daher in Absprache mit der Stadt zunächst einmal ein Probelauf, aus dem bei Erfolg und Zufriedenheit der Gäste ein dauerhaftes Angebot werden soll. „Das Interesse ist jetzt bereits groß. Wir bekommen ständig Anfragen, wann es endlich losgeht.“ Und dass die Anfragen von jungen Menschen wie Senioren gleichermaßen stammen, gebe durchaus Anlass zu Optimismus bei allen Beteiligten.

Schwieriger Weg zur Strandbar

Januar 2015: Im Rahmen der Einbringung des Haushaltsentwurfs wird das Projekt "Traumstrand" vorgestellt. Geplant ist die Steigerung des Freizeitfaktors der Rheinpromenade durch eine Gartenwirtschaft im Bereich des Diebsturmes unterhalb des Teehäuschens. Für die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur sind 12000 Euro eingeplant. Als Starttermin wird der Sommer 2015 anvisiert.

Februar 2015: Während der Haushaltsberatungen wird im Gemeinderat ausgiebig und zäh über das Vorhaben diskutiert. Bedenken gibt es im Hinblick auf mögliche Gefahren durch Hochwasser, die rechtliche Diskrepanz zwischen Gartenwirtschaft und städtischem Alkoholverbot und die Frage, ob eine Stadt überhaupt einen gastronomischen Betrieb finanzieren sollte. Letztlich stimmt der Gemeinderat bei Stimmengleichheit dem Vorhaben zu.

Mai 2015: Die geplante Eröffnung wird überraschend um ein Jahr verschoben. Es gibt gerade einmal zwei Bewerber um die Pacht, außerdem sieht die Stadt Bedarf, das mögliche Konzept noch einmal zu überdenken. Die baulichen Vorarbeiten erwiesen sich als aufwendiger als erwartet.

November 2015: Die Entscheidung über den künftigen Pächter wird vertagt. Unter drei Kandidaten kristallisiert sich aber einer als Favorit heraus. Mit ihm soll das gastronomische Konzept verfeinert werden.

April 2016: Die Entscheidung ist gefallen: Der Pachtvertrag für das Schlosspark-Café und ein separater Vertrag für das Rasengrundstück an der Rheinpromenade unterhalb der Terrasse geht an Pavlos Karageorgis. Es wird eine "Testsaison" für den Traumstrand vereinbart. (msb)

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