Wer das lange, zähe Ringen um die Gesundheitsversorgung in der Region miterlebt hat, wird wohl erleichtert reagieren: Nachdem dieses Ringen zumeist mit Hiobsbotschaften einherging und mit der Schließung des Krankenhauses Anfang des Jahres seinen Tiefpunkt für die Stadt erreichte, gibt es jetzt gute Nachrichten. Endlich haben sich Landkreis und Stadt auf einen Vertrag geeinigt.

Der Gesundheitscampus scheint zum Greifen nahe. Endlich geht etwas voran, endlich profitiert auch der Gesundheitsstandort Bad Säckingen. Die Erwartungen der Bürger an das Vorhaben sind hoch.

Und auch die Vertragspartner Stadt und Landkreis legen an ihren innun gefundenen Kompromiss hohe Maßstäbe an. In der Präambel ist gar von der "moralischen Verpflichtung zum Kooperationsgedanken" die Rede.

Gleichzeitig räumt Landrat Kistler ein, man könne niemanden zur Zusammenarbeit zwingen. Aber der Kreis werde das Zusammenkommen der Parteien – das heißt: Spitäler Hochrhein und Gesundheitscampus – nach Kräften unterstützen.

Nach der Vorgeschichte des Vorhabens kann man dem Landrat gutes Gelingen wünschen. Schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass unverhofft Querschüsse dazwischen kommen, wenn in Sachen Gesundheitsversorgung eine annehmbare Lösung gefunden zu sein scheint.

Das ist leider eine der Lehren, die man aus dem langen, zähen Ringen um die Gesundheitsversorgung am Hochrhein ziehen musste.

markus.baier@suedkurier.de