Es ist ein goldener Herbstabend auf dem Trainingsplatz der Hundfreunde Bad Säckingen-Wallbach. Hier jagen Hund und Halter gemeinsam über das Gelände, einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen, die es zu bewältigen gilt: aus Hürden und Slalom, Tunnel und Wippe, Steg und Wand. Stets mit dabei ist Norbert Wolf, seit sechs Jahren Hundetrainer aus Leidenschaft. Er unterstützt an diesem Abend Marina Meinzer aus Schopfheim, die mit ihrem einjährigen Rüden Rusty den Hindernisparcours der Agility-Trainingseinheit bestreitet.

Mensch und Tier sollen etwas lernen

"Es ist ein Training für beide", sagt Wolf. Für Hund Rusty, einen Mischling aus Cattle Dog und Australian Sheperd, der lernen soll, klaren Kommandos zu folgen. Für Marina Meinzer, die lernen soll, ihren Vierbeiner noch besser zu verstehen. Norbert Wolf nimmt beide an die Hand, und erklärt zunächst, wie der Parcours zu bestreiten ist.

Bild: Reinhardt, Lukas

Die Runde startet. Zu Beginn heißt es: Brav an der Seite des Frauchens verweilen. Denn Hunde müssen auch lernen, ihre Triebe zu kontrollieren. Besonders Rusty sprüht nur so vor Energie, erzählt Marina Meinzer. Doch zunächst folgt Rusty.

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Nach dem Sprung über die erste Hürde wartet das zweite Hindernis: die sogenannte Wand. Hier ist der Abgang besonders kritisch. Denn Hunde neigen dazu, schon vor der roten Kontaktzone abzuspringen. Doch Rusty meistert auch dieses Hindernis, wenn auch mit kleineren Schwierigkeiten. Zur Belohnung gibt es von Frauchen ein Leckerli.

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Danach der nächste Satz über eine Hürde, von denen auf dem Parcours insgesamt vier auf Rusty warten. Es ist eins der einfacheren Hindernisse, denn die Hunde lernen recht schnell, dass ein kräftiger Sprung ausreicht, es zu überwinden. Auch Rusty.

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Es folgt der Gang durch den Tunnel und direkt danach auf die Wippe. Auch hier springen Hunde gerne zu früh ab, nämlich ohne die roten Kontaktzonen auf beiden Seiten berührt zu haben. Etwas zaghaft und ängstlich zu Beginn, als die Wippe kippt, meistert Rusty das Hindernis dennoch mit Bravour. Zur Belohnung gibt es wieder: ein Leckerli.

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Nach weiteren Sprüngen und dem Gang über den Steg wartet das letzte Hindernis – und damit eines der Schwierigsten: der Slalom. Der funktioniert zunächst nur mit Hilfe des Experten Norbert Wolf, der am Ende der Stangen wartet, um Rusty einen positiven Anreiz zu geben.

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Nach mehreren Fehlschlägen dann der Versuch ohne den Hundetrainer. "Wichtig ist, dem Hund immer wieder Erfolge zu geben", sagt Norbert Wolf. "Und in unserem Fall ist das Futter der Erfolg." Positive Konditionierung nennt sich das. Und sie zeigt Wirkung. Hund und Frauchen meistern alleine den Slalom.

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Zum Abschluss gibt es dann nicht nur lecker Futter, sondern auch viele Streicheleinheiten von Aaron, Marina Meinzers Sohn. "Auch der positive Körperkontrakt ist wichtig", weiß Norbert Wolf. Wo die Hunde aber nicht gerne gestreichelt werden wollen, weiß der Experte auch: "Der Kopf ist eine kritische Stelle." Wolf freut sich, dass Mensch und Tier auf dem Trainingsplatz zusammenwachsen.

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