Bei der Jahresausstellung der Künstlergruppe Polygon in der Villa Berberich erlebt man eine Vielfalt der Begegnungen. Zeichner, Maler und Bildhauer aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz treffen aufeinander. Mit Hannes und Marianne Wachberger, Gaby und Helmut Jungk allein zwei Künstlerpaare, die sich innerhalb der Ausstellung sogar mit Innen- und Außenräumen begegnen.

Die Waldshuter Malerin Vera Rühle ist eines der Gründungsmitglieder der Gruppe Polygon.
Die Waldshuter Malerin Vera Rühle ist eines der Gründungsmitglieder der Gruppe Polygon. | Bild: Jürgen Scharf

Auch kommen Malerei, Skulptur und Keramik zusammen. Besonders schön gelungen bei dem elsässischen Gast Auguste Vonville mit seinen keramischen Figuren und der Lörracher Malerin Gabriele Menzer, die ihre speziellen Themen „Faltung“ und „Licht“ mit Landschaft kombiniert. Die abgerundete, stimmige, klug zusammengestellte Themenausstellung präsentiert eine Vielfalt der Techniken und Stile, die jeden Besucher anspricht.

Zwischen Natur und Mensch

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag arbeitete die Züricher Kunsthistorikerin Simone Toellner kunstgeschichtlich den Begriff „Künstlergruppe“ auf und ging auf den Namen und die Geschichte von „Polygon“ ein. Auch erläuterte sie das Ausstellungskonzept in den einzelnen Räumen und die Zusammenhänge zwischen Natur und Mensch, Farbe und Form, Stilrichtungen und Materialien.

Kunsthistorikerin Simone Toellner, Dieter Linxweiler und Gruppensprecherin Silvia Seifert in der attraktiv gestalteten Jahresausstellung der Künstlergruppe Polygon in der Villa Berberich.
Kunsthistorikerin Simone Toellner, Dieter Linxweiler und Gruppensprecherin Silvia Seifert in der attraktiv gestalteten Jahresausstellung der Künstlergruppe Polygon in der Villa Berberich. | Bild: Jürgen Scharf

Vier der damaligen Gründungsmitglieder sind heute noch dabei und stellen mit aus: Vera Rühle zwei großformatige, fast monochrome „Gevierte“ zum Thema „Aufbruch“ (Erde) und „Nacht“ (Himmelserscheinungen); Dieter Linxweiler, ehemaliger Sprecher der Gruppe und 1972 ebenfalls bei der Gründung dabei, ganz aktuell eine neue Bewegungsserie in Schwarzweiß über Flüchtlinge bis zur Pegida-Demonstration, in der er sich als politischer Mensch zu erkennen gibt. Peter E. Franke, bekannt für seine filigranen Objekte aus Holz und Papier zum Thema „Leichtigkeit“, gehört wie Wolf D. Creutzberg („Einfache Landschaften“) ebenfalls zu den Künstlern der ersten Stunde. Voller Harmonie ist die Blickachse durch Frankes weißes Papiergebilde auf die rosa Blüten in einem Landschaftsdetail von Gruppensprecherin Silvia Seifert, die mit der Gegenüberstellung von Landschaften und Landschaftsdetails eine neue Idee verfolgt und in abstrakteren Steinskulpturen das Thema Begegnungen zwischen „Sie und er“ aufgreift.

Auch Gäste stellen aus

Hartmut Siemon eröffnet architektonische Räume mit geometrischen Figuren und Planetenbahnen; Bernd Warkentin naturalistische in gemalten verschlungenen Flechtwerken sowie skulpturale in stilisiertem Baum und Rose, die wiederum symbolisch sich einem anderen Stück Natur annähern in den Collagen von Barbara Franke-Caspari. Auch eine der Gastausstellerinnen, Bettina Bohn, hat Begegnungsbilder mit Menschen geschaffen und die erotische Body-Büste „Haut meets Plastik“. Poetisch-spielerische Collagen von Bernard Chevassu, Mehrdimensionales von Johanna Lietz und Boote in Bewegung von Margarta Leuthardt runden die künstlerische reichhaltige und ergiebige Gruppenschau ab, in der Landschaft innerhalb der Räume auf Landschaft trifft und sich Künstler und Künstlerteams begegnen.