Unter den fünf Städtepartnerschaften Bad Säckingens sei die Jumelage mit Glarus Nord diejenige, die am intensivsten gelebt werde, meinte Bürgermeister Alexander Guhl, am Samstag im Schlosspark. Vertreter und Bürger beider Kommunen feierten dort das 30-jährige Bestehen der Verschwisterung (damals noch mit Näfels). Und da „die Chemie auf menschlicher Ebene stimmt“, die Freundschaft gleichsam zur Selbstverständlichkeit geworden ist, bedurfte es keines pompösen Festaktes, um sich der Verbundenheit zu vergewissern.

Zusammen mit der Delegation aus dem Glarnerland war Bruno Gallati, Vizepräsident der Gemeinde Glarus Nord, gekommen. Er begleitet seit 1992 die Partnerschaft in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Mitglied des Glarner Kantonsparlaments, dessen Vizepräsident er derzeit ist. Und am Mittwoch, 27. Juni, dürfte er mit großer Wahrscheinlichkeit zum Landratspräsidenten für 2018/19 gewählt werden.

Guhl erklärte, dass die Verbundenheit auf der geografischen Nähe, der gemeinsamen Sprache und Geschichte sowie der Verehrung des heiligen Fridolin basiere. Er dankte den beiden Freundeskreisen unter ihren Vorsitzenden Peter Neumann (Näfels) und Winfried Ays sowie den Bürgern, die sich für die Verschwisterung einsetzen. „Die Freundschaft ist tief, und mir ist es nicht gelungen, sie abzuwürgen“, scherzte er und wurde wieder ernst, als er die außenpolitische Friedenstradition der Schweiz lobte. „Städtepartnerschaften sind kein Auslaufmodell, denn man lernt dabei voneinander, und das ist die Grundlage für eine bessere Welt.“

Bruno Gallati hob die Bedeutung des heiligen Fridolin für die Identität des Glarnerlandes hervor. Trotz aller Umwälzungen, Stürme und der Reformation sei dieser Glaubensbotschafter nie hinterfragt worden. Eingedenk der kulturellen und religiösen Verbindungen mit dem Kloster Säckingen, dem das Glarnerland ursprünglich abgabepflichtig war, bezahlte Näfels nach der Befreiung von der Habsburgerherrschaft und der Näfelser Schlacht im Jahre 1388 weiterhin einen symbolischen Betrag an das Kloster, bis die Französische Revolution die politische Landkarte grundlegend änderte.

Auch nachdem Näfels 2011 mit sieben anderen Kommunen in der 16000 Einwohner zählenden Einheitsgemeinde Glarus Nord aufgegangen sei, habe sich die Partnerschaft gut entwickelt, so Gallati. „Städtepartnerschaften stehen im Zeichen der Solidarität und Verbrüderung und galten in der Nachkriegszeit als kleine Bollwerke gegen einen erneuten Ausbruch von Feindseligkeiten.“ Er dankte den ehemaligen Bürgermeistern Günther Nufer und Fridolin Hauser, unter denen die Verschwisterung begründet worden war, sowie deren Nachfolgern und den Freundeskreisen.

Der Freundeskreis Näfels überbrachte einen Zopf in Form der Zahl 30. Gute musikalische Unterhaltung garantierten die „Stahlchäfer“ aus Näfels, die angenehme karibische Klänge zu Gehör brachten. Für die Verpflegung sorgten Bauersfrauen aus dem Kanton Glarus mit ihren regionalen Spezialitäten.