In der Nähe des Bergsees ist ein Kletterwald im vergangenen Jahr entstanden, der jetzt bald in die neue Saison geht. Dieser Kletterwald ist das Projekt von Thomas und Melanie Schwinlin. Nach den Stürmen der letzten Wochen, vor allem nach Sabine, haben die beiden ihren Klettergarten kontrolliert und festgestellt, dass es keine Schäden gegeben hat.

Der Weg zum Kletterwald.
Der Weg zum Kletterwald. | Bild: Harald Schwarz

Die Idee kam beim „Gassigehen“

Thomas Schwinlin, 48, bei Novartis in Wehr zuständig für Lifecycle-Management von Industrieanlagen, betreibt seit 2008 als Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer eine eigene Bergschule. Immer unterwegs in den Alpen: Grindelwald, Chamonix, Zermatt. Er hat 25 mal den Montblanc und einmal die Eiger-Nordwand bestiegen. Nun wollte er sein Hobby zum Beruf machen. Eine Kombination aus Bautechniker und Bergführer.

An einem grauen Novembertag des Jahres 2009 war Schwinlin mit seinem Hund unterwegs, vorbei am alten Waldspielplatz in Öflingen. Beim Betrachten der stämmigen Bäume kam ihm die Idee, einen Abenteuerspielplatz in den Baumwipfeln zu installieren.

Nach Erteilung der Genehmigung versuchte er, mit Material aus dem Stromleitungsbau ein paar Stationen in die Bäume zu montieren. „Das hat sicher nicht sehr professionell ausgesehen, es wurde aber auf Sicherheit geachtet“, erinnert er sich. Das Ergebnis war eine große Resonanz in den Schulen und er bekam ein positives Feedback. Dieser Kletterpark war die Vorlage für den Kletterwald „Hochempor“ am Bergsee.

Sieben Jahre für Genehmigung

Nach langem Hin und Her mit dem Flächennutzungsplan hing endlich der „rote Punkt“ am Baum. Sieben Jahre hatte das gedauert und sechs Wochen sollte die Bauzeit in Anspruch nehmen. April 2019 war der Startschuss der Bauarbeiten durch eine hochspezialisierte Firma.

Am 25. Mai konnte die Eröffnung gefeiert werden. Gleichzeitig entstand das Blockhaus mit Holz von russischen Kiefern. Über den Seeuferweg wurde Strom, Telefon und Wasser geleitet. Alles ging reibungslos und wie geschmiert.

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Wegen dem Borkenkäfer macht man sich keine Sorgen. Die Bäume werden permanent kontrolliert: „Warum sollte ich meinen Traum von Kletterwald durch einen Käfer vermasseln lassen“, sagt Thomas Schwinlin mit optimistischer Stimme. Sturm „Sabine“ hat keine Schäden hinterlassen. Zwei Fichten lagen zwar flach, aber das waren keine „Elementbäume“.

Die Blockhütte lädt zum Entspannen ein.
Die Blockhütte lädt zum Entspannen ein. | Bild: Harald Schwarz

Als Resümee der vergangenen Saison 2019 meint Schwinlin: „Ich bin sehr zufrieden, die Besucherzahlen waren gut“. Gewitter konnten dem Kletterpark nichts anhaben. „Einmal wurde es innerhalb von zehn Minuten schwarz am Himmel. Aber dafür sind Mitarbeiter aufgestellt, die die Kletterer rechtzeitig abseilen“, so Schwinlin.

Viele Ideen für die kommende Saison

Thomas und Melanie Schwinlin haben viele Ideen für die kommende Saison. Es soll mehr Teamtraining angeboten werden. Das spricht Firmen und deren Mitarbeiter an. Verbunden damit ist die Förderung des Zusammenhalts und Stärkung des Teamgeistes durch Aufgaben, die nur im Team lösbar sind.

Ein Höhepunkt wird die Installation von Baumzelten darstellen. In luftigen 1,8 Metern Höhe, festgezurrt an drei Bäumen, kann man den Stimmen der Nacht lauschen. Am Morgen danach wird Frühstück angeboten.