In einer kleinen Serie werden wir die fünf Albbrucker Ortsteile vorstellen. Den Auftakt macht Birndorf. In den vergangenen Jahren hat sich – nicht zuletzt durch verschiedene Neubaugebiete – die Einwohnerzahl zum Jahresende 2020 auf 607 Personen erhöht. Umgeben von Grünflächen hat sich die Struktur des Dorfes in den letzten Jahrzehnten stark verändert.

Heute sind von den einst zahlreichen Bauernhöfen nur noch wenige übrig geblieben. Drei Vollerwerbslandwirte betreiben hauptsächlich Milchwirtschaft, ein Hühnerhof vermarktet die Eier hauptsächlich im Direktverkauf und auf dem Pferdehof finden zusätzlich zum eigenen Bestand und Pensionspferden immer auch Tiere einen Platz, die von Amtswegen nicht mehr bei ihren Haltern sein können.

„Glücklicherweise gibt es in Birndorf auch eine Reihe von Arbeitsplätzen für Einheimische und Pendler, die von außen kommen“, sagt Claus Schlachter, Gemeinderat und Urgestein aus Birndorf. Für ihn ist es wichtig, dass Landwirtschaft und Gewerbe sich nicht im Wege stehen, sondern sich ergänzen und Neubürger rasch zu Einheimischen werden.

Claus Schlachter, ein Urgestein aus Birndorf und seit Jahren Gemeinderat, freut sich über die positive Entwicklung seines Ortsteils. Für ihn ist die Vereinsarbeit ganz wichtig, die mit der Sanierung und Erweiterung des ehemaligen Pfarrsaals zum Bürgersaal auch besondere Anerkennung fand.
Claus Schlachter, ein Urgestein aus Birndorf und seit Jahren Gemeinderat, freut sich über die positive Entwicklung seines Ortsteils. Für ihn ist die Vereinsarbeit ganz wichtig, die mit der Sanierung und Erweiterung des ehemaligen Pfarrsaals zum Bürgersaal auch besondere Anerkennung fand. | Bild: Doris Dehmel

Innovative Unternehmen wie etwa die Firma Morath Bohrtechnik haben den Namen Birndorf nicht nur weit über die Orts- und Kreisgrenzen hinausgetragen, sondern Produkte in viele europäische Länder geliefert und Aufträge für Spezialmaschinen aus Asien, China und Russland ausgeführt; außerdem zu erwähnen sind hier die Firmen Ceram Industrie-Keramik, Binkert Haustechnik. Doch bei aller zukunftsorientierten Entwicklung ist Birndorf ein liebenswertes Dorf geblieben. Immer wieder finden junge Leute von fern der Heimat zur Familiengründung wieder nach Hause zurück.

Der heutige Landgasthof „Hirschen“ wurde als Frohn- und Lehenshof vom Kloster St. Blasien im jahr 1351 errichtet.
Der heutige Landgasthof „Hirschen“ wurde als Frohn- und Lehenshof vom Kloster St. Blasien im jahr 1351 errichtet. | Bild: Doris Dehmel

In einer Zeit, in der auch im ländlichen Raum viele Gaststättenbesitzer keine Nachfolger mehr finden, wird der Landgasthof „Hirschen“ nicht nur von den Einheimischen sehr geschätzt. Seit 1866 ist er im Besitz der Familie Ebner und immer wieder Anlaufstelle für Übernachtungsgäste und Urlauber. Gerade diese schätzen die Umgebung, den Aufenthalt in der Natur, die Nähe zur Schweiz und dem Schwarzwald. Das intakte Dorfleben wird in den Birndorf sehr von den Vereinen geprägt. Sie sind die Träger der Kultur und sorgen mit ihren Aktivitäten für eine lebendige Dorfgemeinschaft. Der Musikverein, die katholische Frauengemeinschaft, die Trachtengruppe, der Narrenverein „Chälhuddle“ und die „Birndorfer Junggesellen“ sorgen in „normalen Zeiten“ für einen prall gefüllten Veranstaltungskalender mit Anlässen, die dazu beitragen, dass Einheimische und Neubürger ein gutes Miteinander pflegen.