Schachen ist der einzige der fünf Albbrucker Ortsteile, der westlich der Alb liegt. Bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit der Gemeinde Albbruck war Schachen eine selbstständige Kommune, gehörte zum Landkreis Säckingen und war mit dem Flüchtlingslager in den 50er Jahren Domizil für viele Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

Damals verfügte der Ortsteil über eine erstaunliche Infrastruktur. Zwei Lebensmittelgeschäfte, eine Metzgerei, Handwerksbetriebe und die achtklassige Volksschule waren vorhanden. Bis heute geblieben sind neben den Handwerkern zwei Gasthäuser. Die meisten Einwohner wissen heute nur noch aus Erzählungen, dass in Schachen in der ehemaligen Stumpenfabrik Weber & Söhne einst vornehmlich auch Frauen einen Arbeitsplatz hatten. Auf diesem Areal kommt in den vergangenen Jahrzehnten dem Christiani-Rehazentrum weit über die Grenzen der Region hinaus besondere Bedeutung zu.

Die Gemeindehalle ist für das örtliche Vereinsleben unverzichtbar und steht vor einer umfangreichen Sanierung.
Die Gemeindehalle ist für das örtliche Vereinsleben unverzichtbar und steht vor einer umfangreichen Sanierung. | Bild: Doris Dehmel

Durch eine dynamische Eigenentwicklung wurden die Einwohnerzahlen gesteigert. Junge Familien haben in Schachen eine Heimat gefunden oder sind nach auswärtigem Aufenthalt wieder nach Schachen heimgekehrt. Bis heute wird die Infrastruktur immer wieder den Gegebenheiten angepasst. Viele erinnern sich noch an ihre Jugend im ehemaligen Schulhaus, das seither immer wieder umfunktioniert wurde und in den vergangenen Jahren nicht nur zum kommunalen Kindergarten umgestaltet wurde, sondern auch Räume für den waldorforientierten Kindergarten „Sonnenblume“ bietet.

Heimat: Für Jörg Strittmatter ist der Kontakt zu seiner Heimat, wo er aufgewachsen ist, bis heute sehr wichtig.
Heimat: Für Jörg Strittmatter ist der Kontakt zu seiner Heimat, wo er aufgewachsen ist, bis heute sehr wichtig. | Bild: Doris Dehmel

Engagierte Eltern hatten im Zusammenwirken mit der Gemeinde auch für die Sanierung des öffentlichen Kinderspielplatzes gesorgt und sind nicht nur zur Fastnachtszeit aktiv, wenn es darum geht, den Narrensamen zu unterhalten. „Schachen ist ein Dorf, wo man gerne lebt und man auf gute Nachbarschaft achtet“, sagt Kürschnermeister Jörg Strittmatter. Wie viele hält der 69-Jährige in einer Nachbargemeinde Lebende über sein Elternhaus die Verbindung mit dem Ort seiner Jugend.

Im Naturschutzgebiet Mühlbachtal gibt es für Naturliebhaber viele Besonderheiten zu entdecken.
Im Naturschutzgebiet Mühlbachtal gibt es für Naturliebhaber viele Besonderheiten zu entdecken. | Bild: Doris Dehmel

Schachen erfuhr vor mehr als 40 Jahren durch die jährlich wiederkehrenden Auto-Cross-Rennen zusätzlich internationale Bedeutung. Viele Tausend Besucher haben zwischenzeitlich die Rennveranstaltungen verfolgt, die wegen Corona im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnten. Über den Premiumwanderweg „Albsteig“ erreichen Wanderer immer wieder das Dorf mit dem „Einungsbühl“ und der früheren großen Sandgrube. Zudem bietet das Naturschutzgebiet Mühlbachtal an der westlichen Ortsgrenze zu Hochsal Beobachtern ganz besondere Naturerlebnisse.