Die Abriss-Arbeiten auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik (PFA) werden länger dauern als geplant. So ist mit dem Fall des markanten Turbinenhaus-Kamins wohl erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres zu rechnen, so die Auskunft von Stefan Gigl, dem zuständigen Projektleiter bei der bayrischen Karl-Gruppe.

Ursprünglich war geplant, dass das etwa 110 Hektar große Firmen-Areal zum Jahresende 2018 geräumt ist. Während Bürgermeister Stefan Kaiser vermutet, dass man sechs Monate hinter dem Zeitplan zurückliegt, blickt Stefan Gigl noch weitaus skeptischer auf ein Datum für das Ende der Räumungsarbeiten: "Wenn wir bis Juli 2019 mit dem Abriss fertig sind, dann wäre das sehr sportlich..."

Das könnte Sie auch interessieren

Verhandlungen dauern an

Der Grund ist, dass die Karl-Gruppe unbedingt einen Käufer für die technischen Anlagen des Turbinenhauses finden will. Dieses markante Gebäude mit seinem weithin sichtbaren Kamin ragt mittlerweile fast wie ein Solitär aus den Schutthalden und wenigen Gebäuderesten empor. "Wir sind mit einem Interessenten noch immer in Verhandlung", sagt Stefan Gigl. Der Projektleiter führt ins Feld, dass der Rückbau der Papierfabrik-Gebäude auch deshalb mehr Zeit beansprucht, weil der Untergrund in vielen Bereichen von massiven Fundamenten geräumt werden musste.

Blick von der Bundesstraße auf den Haupteingang und den Verwaltungstrakt der einstigen Papierfabrik.
Blick von der Bundesstraße auf den Haupteingang und den Verwaltungstrakt der einstigen Papierfabrik. | Bild: Manfred Dinort

Kamin-Sprengung ungewiss

Derzeit stehe auch noch nicht fest, ob der Abriss des Turbinenhauses und seines Kamins mittels Sprengung oder unter Einsatz eines Hubschraubers aus der Luft erfolgen wird. In Kürze wird der Gebäudetrakt auf der Nordseite des einstigen PFA-Areals abgetragen, der Büros und Werkstätten beherbergte. Von den Abrissbaggern verschont bleibt nur der einstige Pferdestall der Papierfabrik, der unter Denkmalschutz steht und künftig ein touristisches Info-Zentrum beherbergen soll.

Das könnte Sie auch interessieren
Langsam nähern sich die Abrissarbeiten an der ehemaligen Papierfabrik Albbruck dem Albufer. Um das Uferareal nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, sollen die verbleibenden Untergeschosse nicht abgerissen, sondern lediglich verfüllt werden. Bild: Manfred Dinort
Langsam nähern sich die Abrissarbeiten an der ehemaligen Papierfabrik Albbruck dem Albufer. Um das Uferareal nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, sollen die verbleibenden Untergeschosse nicht abgerissen, sondern lediglich verfüllt werden. Bild: Manfred Dinort

Bis zu 380 Wohnungen geplant

Stefan Gigel sieht für die Gemeinde Albbruck mit der Überplanung des Geländes zwischen Bundesstraße, Alb und Eisenbahnlinie "unglaubliche Entwicklungs-Möglichkeiten". Geplant sind nicht nur kleinere Gewerbeflächen sowie bis zu 380 neue Wohneinheiten für 850 bis 1000 Menschen, sondern auch ein touristischer Schwerpunkt mit Alb-Platz, Hotel und Einstieg in die Wanderroute Alb-Steig zum Feldberg. Letztere soll auf der Trasse des einstigen Werkskanals der Papierfabrik verlaufen, der bis kurz vor Tiefenstein besteht.

Die erste Baumaßnahme für die Nach-PFA-Ära wird ein Lärmschutzwall entlang der B 34 sein.

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gemeinderat Albbruck hat für das Werksgelände der Papierfabrik einen Bebauungsplan aufgestellt. Das Areal zwischen der Bundesstraße 34, Albtalstraße, Alte Landstraße und der Alb hat eine Fläche von 104 000 Quadratmetern.
Der Gemeinderat Albbruck hat für das Werksgelände der Papierfabrik einen Bebauungsplan aufgestellt. Das Areal zwischen der Bundesstraße 34, Albtalstraße, Alte Landstraße und der Alb hat eine Fläche von 104 000 Quadratmetern. | Bild: Sparkasse Hochrhein