Albbruck-Dogern – Das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern (Radag) sieht sich bei seinem laufenden 43-Millionen-Retrofit-Projekt weiter auf Kurs. Gerade wurde die aufwändig erneuerte zweite Maschine auf Anhieb auf Nenndrehzahl gefahren. Bis Jahresende 2019 sollen alle drei Maschinen saniert sein.

  • Das ist das Retrofit-Projekt: Beim Projekt Retrofit Radag handelt es sich um eine umfangreiche Sanierung der drei Kaplanmaschinen des Kanalkraftwerks der Radag, Baujahr 1930. Die Überholung der Maschinen erfolgt bei einem Hersteller von Wasserkraftmaschinen. Die Sanierung kostet die Radag insgesamt 43 Millionen Euro.
  • Was bisher geleistet wurde: Vor zehn Jahren hat die Radag im Zuge des Baus des neuen Wehrkraftwerks vier Millionen Euro in ökologische Aufwertungsmaßnahmen für die Tier- und Pflanzenwelt investiert. Auf einer Länge von zwölf Kilometern werden zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserungen der ökologischen Qualität sichtbar. Unter anderem erhöhen neue Kiesinseln, Buhnen und Felsblöcke die Strukturvielfalt und bieten Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für die Äsche und andere heimische Fische. Zudem wurde die Albmündung renaturiert. Für die Modernisierung des Fischpasses am Maschinenhaus der Altanlage wurden laut Radag zusätzlich zwei Millionen Euro investiert.
  • Das ist das Ziel: Die Radag soll effizienter, sicherer und langfristig wartungsarm mehr Strom zu produzieren als bisher, aber auch, einen teuren Anlagenstillstand durch Havarien an der alten Technik zu vermeiden. Auslöser waren demnach zunehmende Rissbildungen unter anderem im Laufradmantel, die während der Revisionen der vergangenen Jahre festgestellt und repariert worden sind. Ziel ist die Konzessions-Verlängerung bis 2072.
  • Das leisten die Maschinen: Eine Maschine besteht aus dem Laufrad mit einem Durchmesser von sieben Metern, dem Leitapparat sowie dem Generator. Jede der drei Maschinen verfügt über eine Leistung von 28 Megawatt. „Die Sanierung ist mühevolle Kleinstarbeit. Jedes Teil muss einzeln und in Handarbeit auseinandergenommen, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Aber der Aufwand zahlt sich aus. Dank seiner hochmodernen Form mit vier statt fünf Flügeln kann das tonnenschwere Laufrad die Strömungsenergie effizienter nutzen. So können wir trotz unveränderter installierter Leistung rund zehn Prozent mehr erzeugen. Das bedeutet rechnerisch für das Rheinkraftwerk: Grüner Strom für über 13 000 Haushalte zusätzlich“, erklärt Projektleiter Andreas Göggel von der Schluchseewerk AG.
  • Aktueller Stand des Projekts: Die erste Maschine wurde bereits generalüberholt. Nachdem nun die zweite Maschine wieder in Betrieb ist, steht die Revision der dritten Maschine auf dem Programm. Auch diese findet im laufenden Betrieb statt. Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich Ende 2019 beendet. Dann will die Radag, die auch noch über eine Turbine im 2009 fertig gestellten Wehrkraftwerk verfügt, mit einer installierten Gesamtleistung von 108 Megawatt das Rheinwasser noch effizienter nutzen und pro Jahr etwa 46 Millionen Kilowattstunden mehr erzeugen (Jahresproduktion: 680 Millionen).
  • Die überholte Maschine: Die neue Turbineneinheit wiegt 230 Tonnen, der überholte Rotor 280 Tonnen. Beim Wiedereinsetzen der riesigen Wasserkraftmaschinen kommt es auf jeden Millimeter an, so die Radag. Am 26. Juli hat die zweite von drei Maschinen ihren Betrieb aufgenommen.
  • Das ist weiter geplant: Im November beginnt der Aus- und Umbau der letzten Maschine. Zum Jahresende 2019 sollen alle drei Maschinen fit für die nächsten Jahrzehnte sein.