Roland Pantaleo ärgert sich. Der 55-Jährige fährt fast jeden Tag um vier Uhr morgens los, um den SÜDKURIER-Lesern seines Bezirks ihre Zeitung in den Briefkasten zu legen. Das macht er gern, doch immer wieder erlebt er auf seiner Route Dinge, die er nicht hinnehmen will.

„Ich fahre mit dem Fahrrad vom Königsbau, wo ich wohne, durch den Hockgraben bis zu meinem Zustellbezirk in Allmannsdorf“, erzählt Pantaleo. „Vor allem am Bach entlang, bei der Grillstelle und dem Spielplatz im Hockgraben sehe ich ständig Scherben“, klagt der Zusteller.

Für Fahrradfahrer können die Scherben zum Problem werden.
Für Fahrradfahrer können die Scherben zum Problem werden. | Bild: Kirsten Astor

„Ich bekomme den Berg hinab richtig Tempo und konnte neulich gerade noch bremsen, um nicht in die Scherben zu fahren und mir einen Platten zu holen.“ Vor allem das weiße Glas sei im Dunkeln fast nicht zu sehen.

„Ich schiebe oft die Scherben mit den Schuhen beiseite, damit auch keine anderen Radfahrer, Kinder oder Tiere zu Schaden kommen“, sagt Pantaleo. Insbesondere an den zurückliegenden Feiertagen, an Wochenenden sowie bei warmen Temperaturen stelle er häufig fest, dass im Hockgraben gefeiert wurde und Flaschen zerbrochen oder ins Gebüsch geworfen wurden.

SÜDKURIER-Zusteller Roland Pantaleo möchte verhindern, dass es durch die Scherben zu Verletzungen kommt.
SÜDKURIER-Zusteller Roland Pantaleo möchte verhindern, dass es durch die Scherben zu Verletzungen kommt. | Bild: Kirsten Astor

„Ich habe nichts gegen Jugendliche, im Gegenteil: Viele setzen sich für den Umweltschutz ein. Aber seinen eigenen Müll aufzuräumen, wäre auch ein Beitrag“, findet der Zusteller. Einmal sei nach einer Party sogar die Holzabsperrung am Bach entfernt und ein Mülleimer aus seiner Verankerung gerissen worden.

Am Grillplatz selbst erlebte er „einen Anblick wie beim großen Fressen“, also abgenagte Knochen, stehen gelassene Ketchupflaschen, Teller und metallenes Besteck im Mülleimer. „Einmal habe ich dort aufgeräumt, aber ich würde mich freuen, wenn die Stadt diese Gegend noch öfter kontrolliert“, sagt Roland Pantaleo.

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Die Stadt wiederum, vom SÜDKURIER auf die kürzlich gefundenen Glasscherben angesprochen, überprüfte die Gegend nach eigenen Angaben sofort und ohne vorherigen Hinweis an die zuständigen Mitarbeiter der Technischen Betriebe Konstanz (TBK). Das Ergebnis: „Die über das Wochenende entstandenen Verschmutzungen waren beseitigt und die Radstrecken durchgängig scherbenfrei.“

Die Stadt setzt auf Hinweise der Bürger

Spiel- und Grillplätze werden mehrmals wöchentlich angefahren. „Besonders hoch frequentierte Plätze arbeitstäglich. Wir erachten den Leistungsumfang als gut und angemessen. Eine noch höhere Intensität ist grundsätzlich nicht mehr leistbar.“ Die Technischen Betriebe seien jedoch bemüht, innerhalb von 24 Stunden auf Bürgerhinweise zu reagieren.

Schon vor gut zwei Jahren hatte der SÜDKURIER über Kronkorken, Scherben und anderen Müll im Holzhaus auf dem Hockgrabenspielplatz an der Bettengasse berichtet. „Scheinbar hat sich dort ein Treffpunkt entwickelt“, teilte ein Pressesprecher damals mit. Neben den Mitarbeitern der TBK sei auch der Kommunale Ordnungsdienst unterwegs und kümmere sich um die Einhaltung der Umweltschutz- und Polizeiverordnung der Stadt Konstanz.

Bei Umweltverschmutzung droht eine Geldbuße

„Eine Zuwiderhandlung kann mit einer Geldbuße in Höhe von 5 bis 1000 Euro bestraft werden“, schreibt die Stadt. Auch die Polizei schreite wenn nötig ein, es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen der Stadt und dem Polizeipräsidium Konstanz statt. Dabei würden auch Beobachtungen über neue Treffpunkte geteilt. Der Präventionsrat sei ebenfalls eingebunden.

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Roland Pantaleo hat nun eine Bitte: „Es wäre schön, wenn die Feiernden ihren Müll und die Flaschen in die Mülleimer werfen würden anstatt sie daneben zu stellen oder zu zerdeppern.“ Und eine Idee für eine Strafe hat er auch noch: „Ein paar Sozialstunden auf dem Recyclinghof könnten Wunder wirken.“