Ärzte, Pflegekräfte, Kassenpersonal: Diese Menschen, die täglich an ihre Grenzen gehen, geben ihr Bestes zum Wohl des Nächsten. Nicht ganz so augenfällig sind die Helden in der zweiten Reihe. Wenn es keinen öffentlichen Personennahverkehr gäbe, wie gelangten die Menschen dann zu ihrem Ziel? Wenn der Müll nicht entsorgt würde, wäre die Grundlage für die Entstehung weiterer Seuchen geschaffen. Auch diesen Menschen gilt der Dank der Gesellschaft.

„Es ist genau mein Job. Ich fahre gerne LKW und arbeite ebenso gerne im Büro“, sagt Jörg Dennenmoser (31). Seit 2013 arbeitet er bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Konstanz (EBK) als Disponent, Fahrer und „Springer für alles“.

„Wenn man sieht, welche Mengen an Müll tagtäglich entstehen, und sich überlegt, was wäre, wenn der nicht abgeholt würde“, meint Jörg Dennenmoser und nennt eine Ratten- und Kakerlakenplage als Beispiel. „Das wollen wir vermeiden“, sagt er.

Dennenmoser macht sich wenig Sorgen

Sorgen, sich mit dem Coronavirus anzustecken, macht er sich nicht wirklich. „Das Risiko ist nicht größer als anderswo“, meint er gelassen, zumal die EBK – neben den Hygienevorschriften – einen hohen Sicherheits-Standard eingeführt hat. „Die älteren Kollegen über 60 Jahre und jene mit Vorerkrankungen dürfen vorsorglich zu Hause bleiben“, erläutert Dennenmoser. „Wir Jungen sind jetzt geforderter, aber das ist für uns selbstverständlich“, meint der 31-Jährige.

„Dass die Leute zufrieden sind, liegt uns am Herzen“, sagt Frank Kanakusen (62), Mitarbeiter des Hausmeisterservice Krüttgen, fest. Er selbst betreut 70 Objekte. Das Arbeitsspektrum reicht vom Kehren bis zum Mülleimer zur Abfuhr bereitstellen. Er liebt seine Arbeit. „Das Schöne ist das eigenverantwortliche Arbeiten. Ich habe den besten Chef, den ich je hatte, und Kundschaft, die unsere Arbeit wertschätzt“, so der gelernte Zahntechniker, der sich vor vier Jahren für den Hausmeisterdienst entschieden hat.

„Die Kundschaft schätzt unsere Arbeit wert“, stellt Frank Kanakusen, Mitarbeiter des Hausmeisterservice Krüttgen, fest.
„Die Kundschaft schätzt unsere Arbeit wert“, stellt Frank Kanakusen, Mitarbeiter des Hausmeisterservice Krüttgen, fest. | Bild: Scherrer, Aurelia

Dass er sich einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzt, sieht er gelassen. „Mein Immunsystem ist so gut, dass mir nichts passiert“, meint er zuversichtlich.

Busfahrer sind mitten im Geschehen. Rudolf Egenhofer (63), der seit 28 Jahren bei den Stadtwerken Bus fährt und auf 40 Jahre unfallfreie Fahrt zurückblicken kann, sieht das Risiko einer Ansteckung gelassen. „Die Stadtwerke sind ein super Arbeitgeber“, findet er. Schnell habe sich das Unternehmen auf die neue Situation eingestellt und die entsprechenden Maßnahmen ergriffen.

„Wir tragen Veranwortung für die Leute“, erklärt ÖPNV-Busfahrer Rudolf Egenhofer.
„Wir tragen Veranwortung für die Leute“, erklärt ÖPNV-Busfahrer Rudolf Egenhofer. | Bild: Scherrer, Aurelia

„Es wurde abgesperrt, damit die Fahrgäste nicht mehr zu uns Fahrern kommen, und wir haben ein Fenster, so dass wir frische Luft bekommen“, schildert Egenhofer. Mehr könne man nicht tun. Die Absperrung sei sinnvoll, nicht nur um die Fahrer, sondern auch um die Fahrgäste zu schützen, so Rudolf Egenhofer, denn: „Wir haben die Verantwortung für die Leute“. Dass die Aufrechterhaltung trotz gesunkener Fahrgastzahlen unverzichtbar ist, weiß Egenhofer. „Wie kommen die Leute sonst zum Arzt, zur Apotheke oder zur Arbeit?“

Fahrgäste sind achtsam

Die Fahrgäste selbst schildert Egenhofer als sehr achtsam; sie hielten Abstand voneinander. „Auffallend ist: Die Leute sind viel freundlicher. Ich habe den Eindruck, man rückt mehr zusammen. Und ich habe das Gefühl, dass sie dankbar sind, dass wir fahren“, schildert Rudolf Egenhofer. Ein „Tschüss, gute Zeit und Gesundheit“ werde ihm jetzt häufig zum Abschied zugerufen.

Der Mann für den Fährverkehr

„Oben bleiben“, ist die Losung von Schiffsführer Jürgen Gralki (59), der mit seinen Kollegen den Fähre-Pendelverkehr zwischen Konstanz und Meersburg aufrechterhält. Seit 1988 ist er bei den Fährbetrieben der Stadtwerke beschäftigt.

Schiffsführer Jürgen Gralki weiß, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Fährverbindung zwischen Konstanz und Meersburg ist.
Schiffsführer Jürgen Gralki weiß, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Fährverbindung zwischen Konstanz und Meersburg ist. | Bild: Scherrer, Aurelia

Auch wenn die Fahrgastzahlen wegen der Corona-Krise rückläufig sind, so weiß er, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Fährverbindung ist. Dabei denkt er nicht nur an die Pendler. „Wir haben öfters nachts Krankentransporte. Auch Blutkonserven von der Blutzentrale in Ulm werden gerne via Fähre transportiert, weil es schneller geht“, berichtet Gralki. In der Krisenzeit heißt es für die Schiffsbesatzung Abstand halten. „Desinfektionsmittel haben wir da“, sagt er. Ob er sich Sorgen macht, sich anzustecken? „Jain“, gibt er zur Antwort. „Man kann nicht mehr als aufpassen. Ich fühle mich gesund, aber es kann jeden treffen.“

Auch wenn die Fahrgastzahlen wegen der Corona-Krise rückläufig sind, so weiß Schiffsführer Jürgen Gralki doch, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Fährverbindung zwischen Konstanz und Meersburg ist.
Auch wenn die Fahrgastzahlen wegen der Corona-Krise rückläufig sind, so weiß Schiffsführer Jürgen Gralki doch, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Fährverbindung zwischen Konstanz und Meersburg ist. | Bild: Scherrer, Aurelia

„Jeder leistet seinen Beitrag“, sagt Florian Gellrich, Netzmonitoring Telekommunikation bei den Stadtwerken Konstanz und erklärt: „Telekommunikation ist bei uns ein relativ neuer Geschäftsbereich“.

Strom stammt aus Deutschland und der Schweiz

Der Strom werde von Deutschland und der Schweiz bezogen, so dass „wir auch massive Ausfälle verkraften können“. Im Zuge der Krise hätten viele Betriebe ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Zeitnaher Produktwechsel sowie die kurzfristige Bereitstellung von mehr Bandbreite stellten für die Stadtwerke kein Problem dar. Auch der Ausbau des Glasfasernetzes laufe weiter. Aufgrund der Krise und der gestiegenen Nachfrage sei ihm bewusst geworden, wie wichtig Netzsicherheit ist. “