Den Bestell- und Abhol- oder Lieferservice „Click & Collect“ betreiben manche Händler schon länger. Ab sofort ist nun auch „Click & Meet“ – das Einkaufen im Laden mit einem vorab vereinbarten persönlichen Termin – möglich.

Blumen- und Buchläden dürfen ab sofort unabhängig von der Corona-Inzidenz öffnen. Die Museen dürften nun wieder Besucher begrüßen – theoretisch. In Wirklichkeit ist es so, dass das Rosgartenmuseum und die Städtische Wessenberg-Galerie vorerst geschlossen bleiben.

  • Museen: „Wir öffnen derzeit noch nicht, weil es vollkommen unwirtschaftlich wäre“, erklärt Tobias Engelsing, Leiter der städtischen Museen. Die in den Räumen des Rosgartenmuseums und der Wessenberg-Galerie zugelassenen Besucherzahlen seien zu gering. Im Gegenzug müsste er die volle Anzahl an Aufsichtspersonen stellen. Außerdem müssten Museumsshops und das Museumscafé ebenfalls öffnen dürfen.

    „Wir warten ab“, kündigt Engelsing an. Wenn die 7-Tage-Inzidenz unter 50 sinke, würden die Einrichtungen wieder öffnen. Langweilig wurde und wird es den Mitarbeitern trotzdem nicht. „Sie sind in anderen Projekten beschäftigt, etwa mit der Vorbereitung von Ausstellungen“, erläutert er. Alles andere würde bedeuten, Steuergelder zu verschwenden, sagt der Museumschef nachdrücklich.
  • Lago: „Fast alle Geschäfte im Lago haben geöffnet“, berichtet Center-Manager Peter Herrmann. Angeboten werden sowohl Click & Meet als auch Click & Collect. „Bei Ladenöffnung war es noch etwas verhalten. Aber ein Grundrauschen ist wieder da. Darüber freuen wir uns“, erklärt er.
    Die Zahl der schweizerischen Kunden sei „sehr übersichtlich“. Peter Herrmann vermutet, dass diese noch etwas verunsichert seien. Neben dem Handel wünscht er sich auch für Museen und Kultur bald wieder Normalität. „Ich hoffe, dass die Inzidenz nicht über 100 steigt“, betont der Center-Manager.
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  • Buchhandel: Das Bücherschiff ist bereits seit dem Jahr 1998 mit dem System des Click & Collect vertraut. Die guten Erfahrungen haben sich bewährt. Vier Tage lang hätten er und seine Mitarbeiter sich intensiv auf die Wiedereröffnung vorbereitet, berichtet Geschäftsführer Joachim Söhnen. Im Laden sei ein Mitarbeiter mehr als sonst eingesetzt, um Staus zu vermeiden. Auch während des Lockdowns konnte das Bücherschiff etliche Bestellungen abarbeiten.

    Seine Kunden beliefert der Buchhändler per Paketdienst, mit dem Auto und dem Fahrrad oder zu Fuß. „Vor Weihnachten bin ich an einem Tag 190 Kilometer mit dem Rad gefahren. Und ich habe trotzdem zugenommen“, erzählt er. Besonders froh ist er darüber, dass er keine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste und verweist auf den Druck, den er wegen der Verantwortung für die Mitarbeiter spüre.
Bernd Hamerla bestellt bei Bücherschiff-Geschäftsführer Joachim Söhnen ein Buch. Der Laden hat sich vier Tage lang intensiv auf die Wiedereröffnung am Montag vorbereitet.
Bernd Hamerla bestellt bei Bücherschiff-Geschäftsführer Joachim Söhnen ein Buch. Der Laden hat sich vier Tage lang intensiv auf die Wiedereröffnung am Montag vorbereitet. | Bild: Nikolaj Schutzbach
  • Herrenausstatter: Das Bekleidungsgeschäft Bachstein vergibt stundenweise Termine. Maximal dürfen sich zwei Kunden in den Räumen aufhalten. „Wir bedienen auch Laufkundschaft. Wir nehmen sie dann als Termin mit allen Daten auf“, erläutert Geschäftsführer Claudio Messuri. Das gehe aber nur, wenn sonst keine Kunden im Laden seien.

    Die Frühjahrsmode ist ausgepackt, die Winterware eingelagert. Das klassische Sortiment lasse sich auch später noch verkaufen. „Dunkelblau, grau und schwarz wird immer gekauft“, sagt Claudio Messuri. Derzeit ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Messuri kann sich vorstellen, die Zeiten nach hinten zu verschieben, um sich so besser den Kundenbedürfnissen anzupassen.
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  • Spiele: Der Seetroll nutzt Click & Collect schon länger, wie Mitarbeiterin Eileen Edward-Paul berichtet. Der Laden selbst bleibt erst einmal zu. „Es ist gut so weit. Aber es ist anders als sonst. Die Stammkunden kommen immer wieder“, erzählt sie. Mit dem Ordnungsamt seien sie im Gespräch, ob sie nicht wie ein Buchhändler ebenfalls öffnen dürfen.
  • Blumen: Christa Guse, Inhaberin von Blumen Graf, freut sich darüber, ihre Kunden wieder von Angesicht zu Angesicht bedienen zu dürfen. Geöffnet ist nur vormittags; aber das war vor Corona schon so. Am Nachmittag würde sie zusammen mit ihren beiden Mitarbeiterinnen die Bestellungen bearbeiten. Bei den Kunden sei sie auf viel Verständnis gestoßen. „Die richten sich nach uns. Das ist so schön“, sagt sie glücklich.
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