Ein schmuckes Ärztehaus ist in den eineinhalb Jahren in der Ortsmitte von Wutöschingen entstanden. Zwischenzeitlich sind alle Praxen belegt. Die Hausärztin Sandra Schuh und der Zahnarzt Andreas Kinnigkeit praktizieren bereits seit Anfang des Jahres in modernen, großzügigen Räumlichkeiten. In das Erdgeschoss ist im Januar die Sonnenapotheke eingezogen, die vorher aus Platzmangel in Containern beim Lindenplatz untergebracht war.

Glückliches Ende

Mit dem Neubau hat eine fünf Jahre währende Suche nach einem Hausarzt und passenden Räumlichkeiten für die Apotheke ein glückliches Ende gefunden. Die mangelnde ärztliche Versorgung seiner Gemeinde hat Bürgermeister Georg Eble lange Jahre Sorgen bereitet. Seit zwei der drei Hausärzte in der Gemeinde im Jahre 2014 in den Ruhestand gingen, blieb die Nachfolgersuche trotz großer Bemühungen erfolglos. „Internetwerbung, Flyeraktionen, Zusammenarbeit mit kostenpflichtige Personalbüros und der KV Freiburg, Werbung in Fachzeitschriften und beim Hausärztetag Baden-Württemberg, rund 1000 persönliche Schreiben an Ärzte in überversorgten Städten, wir haben so vieles versucht, dass ich es gar nicht alles aufzählen kann“, beschreibt der Bürgermeister den Weg und ergänzt: „Irgendwann mussten wir einsehen, dass wir ohne finanziellen Einsatz unserer Gemeinde, über den Bau einer Praxis, erfolglos bleiben würden. Der finanzielle Kraftakt einer Praxiseröffnung ist einem Hausarzt heute einfach nicht mehr zuzumuten.“

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Bürgermeister Eble überzeugte den Gemeinderat, suchte und fand mit der Ambiente Wohnbau GmbH in Lauchringen einen Investor und mit Harald Jäger einen erfahrenen Architekten. Die Gemeinde erwarb eine 200 Quadratmeter große Praxis im Ärztehaus, um diese günstig an einen Hausarzt – oder Ärztin zu vermieten. Ein mutiges Projekt, denn zu dem Zeitpunkt war kein Bewerber in Sicht.

„Erst mit Baubeginn und der Zusage von weiterer Unterstützung seitens der Gemeinde bei der Praxiseinrichtung kam Bewegung in die Hausarztsuche und wir konnten Dr. Sandra Schuh für unsere Gemeinde gewinnen“, erklärt Bürgermeister Georg Eble. Sandra Schuh war in die Planung der Praxisräume eingebunden, hat für die Einrichtung Zuschüsse über Antragstellung durch die Gemeinde, sowie eine finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde zu den Einrichtungskosten erhalten.

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„Der Neubau, die schönen und großzügigen Praxisräume und die finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde waren schon ein Argument für meine Entscheidung, künftig in Wutöschingen zu praktizieren“, erklärt Sandra Schuh. Auch dass ihre Wünsche zu Raumaufteilung und Gestaltung berücksichtigt wurden, fand sie „super“.

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Nicht nur für die Bürger von Wutöschingen war die Zeit der Unterversorgung ein Problem, sondern auch für den langjährig ansässigen Hausarzt Volker Hildebrandt, der als einziger Arzt der 7.000 Einwohner-Gemeinde ein enormes Pensum absolvierte. Neben seiner normalen Praxistätigkeit versorgte er auch noch die Bewohner im Pflegeheim, „und das oft für Gotteslohn, da er in seiner Praxis, die ihm zur Verfügung stehenden Budgetgrenzen bereits aufgebraucht hat“, weiß Georg Eble, der sich freut, dass auch Hildebrand eine Nachfolgerin für seine Praxis finden konnte. „Für uns ist das ein großer Glücksfall und wir werden diese genauso finanziell und verwaltungstechnisch begleiten und unterstützen“, versichert Eble.

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Die offizielle Einweihung des Ärztehauses wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

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