In Zeiten von Corona geht das Kulturamt neue Wege. 17 teils große Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Dafür sorgen neue Konzepte vom mobilen Konzert bis hin zu den Klappstuhlkonzerten für Abwechslung. Das neue Programm kombiniert Dauerbrenner mit Ungewöhnlichem.

Kulturamtsleiter erntet viel Lob

Viel Lob von allen Fraktionen gab es am Dienstag Abend für Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl im Gemeinderat. 17 Veranstaltungen mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, darunter so beliebte Großveranstaltungen wie der Sommer in Wehr. Doch während andere Kulturämter in Kurzarbeit gingen, wurden in Wehr mit Hochdruck gearbeitet: Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl und sein Team nutzen die in der Corona-Verordnung gebotenen Möglichkeiten und sorgte mit mobilen Konzerten vom Traktoranhänger, Autokino und den Klappstuhlkonzerten für Abwechslung.

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Gleichzeitig setzte man verstärkt auf soziale Medien, sowohl zum Austausch zwischen Künstler und Publikum als auch um für das Angebot Werbung zu machen. „Wir haben Gäste aus Bad Säckingen, Rheinfelden ja sogar Freiburg. Es wird ja kaum noch was angeboten“, so Wölfl. So habe auch Schopfheim als Partner in der Kulturkooperation mit großen Herausforderungen zu kämpfen: wurden bislang vor allem Theaterstücke angeboten, sind diese in Zeiten von Corona kaum noch durchführbar.

Dementsprechend unsicher fällt auch die Bilanz aus: Zwar habe man durch die Absagen rund 40.000 Euro nicht ausgegeben. Dafür fallen aber auch die erwarteten Einnahmen weg. So rechnet Wölfl mit einem Defizit von rund 12.000 Euro. Dies entspricht dem üblichen „Sponsoring“ der Stadt für die Kulturarbeit der vergangenen Jahre. In der Krisensituation sieht Wölfl aber auch Positives: „So können Dinge ausprobiert werden, für die sonst kein Budget da war.“

Sitzplan wird erarbeitet

Vieles wird in der kommenden Saison anders sein, erklärt Wölfl. So arbeite man aktuell an einem Sitzplan für die Stadthalle, um das große Publikum für die Schlosskonzerte sicher unterbringen zu können. Aktuell habe man 113 Abonnenten, insgesamt rechnete Wölfl mit rund 200 möglichen Sitzplätzen. Freie Platzwahl werde es wohl nicht mehr geben – hier hofft Wölfl auf das Verständnis der teils sehr langjährigen Abonnenten.

Auch ob Storchehus und Bürgersaal wie geplant nutzbar sind, bleibe noch offen. „Die Stadthalle ist jeweils auch reserviert. Wir werden alles versuchen, um eine passende Atmosphäre trotz Corona herzustellen“, so Wölfl mit Blick auf die Kleinkunstveranstaltungen. Eine große Lücke hinterließ dabei der unerwartete Tod des Pianisten Wolfram Lorenzen im Juni, der mit seinem Recital ein Zuhörermagnet war.

Trotzdem erwartet die Zuhörer Ungewöhnliches: Das Oberrheinische Sinfonieorchester hat diesmal auch Neue Musik im Gepäck. Zum ersten Mal wird es in Wehr eine Poetry Slam geben, eine Art modernen Dichtwettbewerb. Für die Ausstellungsreihe entdeckte Wölfl zwei bislang eher unbekannte Künstler, teils über soziale Medien.

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