Zum ersten mal seit langer Zeit konnten die Freiwillige Feuerwehr und der DRK Ortsverein Wehr am Freitag zusammen im großen Stil üben. Ein gestellter Autounfall inklusive Schäferhund in der Öflinger Straße nahe der Tankstelle Kaiser stellte die Helfer dabei vor besondere Herausforderungen.

Teamleistung: Um die vierzig Feuerwehrleute und acht Helfer vom DRK nahmen unter der Leitung von Gruppenführer Patrick Te Kamp, Führungsassistent Frank Schneider, Zugführer Florian Kikillus und Gruppenführer Clemens Steiger (von links) an der Übung teil.
Teamleistung: Um die vierzig Feuerwehrleute und acht Helfer vom DRK nahmen unter der Leitung von Gruppenführer Patrick Te Kamp, Führungsassistent Frank Schneider, Zugführer Florian Kikillus und Gruppenführer Clemens Steiger (von links) an der Übung teil. | Bild: Julia Becker

„Heute ist unsere erste größere Übungen mit 40 bis 50 Personen seit Beginn der Pandemie,“ freut sich Feuerwehrkommandant Nico Bibbo. Für die Rettungsdienste war die Zeit der Pandemie eine mehrfache Herausforderung: nicht nur gab es mehr Einsätze und ein höheres persönliche Risiko. Auch die regelmäßigen Übungen der freiwilligen Helfer konnten nicht oder nur in deutlich kleineren Umfang stattfinden. „Normalerweise üben wir Montags und Freitags objektbezogen und einmal im Monat größer“, erklärt Kommandant Bibbo. Für die Durchführung größerer Übungen kommt eine mehrköpfige Gruppe zusammen, welche sich ein komplette „Drehbuch“ überlegt und das passende Material besorgt. Autounfälle werden regelmäßig geübt, erklärt Bibbo: „Allerdings sind Verkehrsunfälle rückläufiger, da die Autos immer sicherer werden. Wenn es Unfälle gibt, sind diese dann aber sehr schwer“, so Bibbo.

Übersicht: drei Fahrzeuge und vier Verletzte gab es bei der Übung von DRK und Feuerwehr am Freitag in der Öflinger Straße. Da galt es den Überblick zu behalten und Prioritäten zu setzten.
Übersicht: drei Fahrzeuge und vier Verletzte gab es bei der Übung von DRK und Feuerwehr am Freitag in der Öflinger Straße. Da galt es den Überblick zu behalten und Prioritäten zu setzten. | Bild: Julia Becker

An diesen Abend wurde ganze Arbeit geleistet: gleich drei Autos mit vier eingeklemmten und schwer verletzten Personen, dazu noch ein aufgeregter Schäferhund sorgen auch bei routinierten Feuerwehrleuten für einen gewissen Stress. Spürbar war die Aufregung bei der sehr realitätsnahen Übung ebenfalls bei den Helfern vom DRK: „Wir haben Mitglieder, die noch keine Realeinsätze hatten“, erklärte Frank Mattes, Vorsitzender des Wehrer Ortsvereins.

Beobachter:  Kommandeur Nico Bibbo, diesmal Beobachter, war zufrieden.
Beobachter: Kommandeur Nico Bibbo, diesmal Beobachter, war zufrieden. | Bild: Julia Becker

Das zusammen geübt werden konnte, war für beide Gruppen hilfreich: „Am Einsatzort treffen wir im Ernstfall ja auch aufeinander,“ erklärt Bibbo. Hier sei dann die wechselseitige Unterstützung wichtig: fünf Feuerwehrleute sind auch ausgebildete Rettungsassistenten und unterstützen die medizinischen Rettungsdienste regelmäßig im Einsatz. „Die Zusammenarbeit hat perfekt geklappt“, freut sich Mattes. Auch Zugführer Florian Kikillus war zufrieden mit seiner Truppe und erklärt die besondere Herausforderung der Übung: „Wir haben Ausrüstung für zwei verunglückte Fahrzeuge, es mussten also Prioritäten gesetzt werden. In einer realen Situation hätten wir Verstärkung aus Bad Säckingen und Öflingen gerufen.“ Mangelverwaltung gab es auch beim DRK: „Wir hatten nicht genug für vier kritische Patienten und mussten etwas improvisieren. Normalerweise hätten wir deutlich nach alarmiert“, so Mattes. Trotzdem sei es gut gelaufen.

Zusammenarbeit: Feuerwehr und DRK arbeiten auch im Realeinsatz eng zusammen. Hier hilft ein Feuerwehrmann, den Verunglückten mit Wirbelsäulenverletzung zu stabilisieren. Für manche der DRK-Helfer war es der erste realistische Einsatz und somit ein großer Gewinn für die Ausbildung.
Zusammenarbeit: Feuerwehr und DRK arbeiten auch im Realeinsatz eng zusammen. Hier hilft ein Feuerwehrmann, den Verunglückten mit Wirbelsäulenverletzung zu stabilisieren. Für manche der DRK-Helfer war es der erste realistische Einsatz und somit ein großer Gewinn für die Ausbildung. | Bild: Julia Becker