Bereits in diesem Sommer soll gegraben werden, nächstes Jahr könnten schon die ersten Wehrer an das neue städtische Breitbandnetz angeschlossen werden. Mit der Gründung des Eigenbetriebs Breitband nimmt das Großprojekt mit Gesamtkosten von 20,6 Millionen Euro nun auch auf organisatorischer Seite feste Formen an.

Anfang Mai sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden – bereits in der Sitzung am 6. Juli plant die Stadtverwaltung, die Vergabe zur Abstimmung zu bringen. „Auf jeden Fall wird es am 21. Juli einen Spatenstich geben“, so Bürgermeister Michael Thater und nutzt die Gelegenheit, den anwesenden Landrat Martin Kistler hierzu einzuladen. Laut Förderbedingungen muss bis zu diesem Stichtag mit dem Bau begonnen werden. Der stellvertretende Bauamtsleiter Helge Laufer äußerte sich hierzu etwas vorsichtiger: Auch ein späterer Baubeginn sei möglich, es gelte eine „Bemühungsfrist“. Der Fortschritt wurde von den Stadträten begrüßt: „Breitband ist so wichtig wie Wasser, Strom und Straßen“, so Christoph Schmidt (FW) und fasste damit die Meinung im Gemeinderat zusammen.

  • Der Eigenbetrieb: Der dritte städtische Eigenbetrieb wurde mit Beschluss des Gemeinderats rückwirkend zum Jahresbeginn gegründet und mit 500.000 Euro Stammkapital ausgestattet. Als kaufmännische Leiterin wird Marianne Hirz aus dem Rechnungsamt eingesetzt, der städtische Tiefbauleiter Helge Laufer übernimmt die technische Leitung. Als Unterstützung soll ein Projektassistenz eingestellt werden. Diese Person soll zukünftig nicht nur einen Blick auf die Bauarbeiten haben, sondern auch Kunden gewinnen und betreuen sowie Abrechnung und die Fördergelder im Blick haben.
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  • Die Bauarbeiten: Es werde laut und schmutzig, kündigt Laufer an. Für die 26 Monate Bauzeit werde die Stadt zu einer Großbaustelle. Um die Glasfaser zu verlegen müssen Straßen aufgerissen und Hauszugänge geschaffen werden. „Voraussichtlich werden wir mit dem Hölzle als am schlechtesten versorgten Gebiet beginnen“, so Laufer. Die genaue Reihenfolge werde aber noch festgelegt, so die Stadtverwaltung. Schrittweise wolle man sich durch das Stadtgebiet arbeiten, im September 2023 soll das Netz komplett sein. Die ersten Anschlüsse sollen aber bereits im Laufe des nächsten Jahres nutzbar sein.
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  • Die Versorgung: Wer genau in den Genuss des städtischen Netzes kommt, beantwortet die Stadtverwaltung auch auf Nachfrage der Gemeinderäten nur vage. Innerhalb der nächsten Wochen sollen aber die ersten potentiellen Kunden angeschrieben werden. „Wir werden entsprechend der Bauabschnitte an die Leute herantreten“, so Thater. Klarer ist, wer nicht versorgt wird: Öflingen, Teile vom Enkendorf und die Zelg. Diese Gebiete seien bereits ausreichend erschlossen, so Laufer. Die Fördermittel seinen ausdrücklich dafür vorgesehen, weiße Flecken zu erschließen und nicht den Bestand zu verbessern, so auch Thater. Die Gemeinderäte forderten eine offene Kommunikation: Wichtig sei, die Bürger rechtzeitig zu informieren, damit diese nicht in die „Vectoring-Falle“ der Telekom gelockt werden, so Christoph Schmidt (FW) . Die Technik, bei der die bestehenden Kupferkabel aufgewertet werden, sei nicht zeitgemäß, so auch Landrat Kistler: „Die Zukunft liegt bei Glasfaser.“