Wehr Benzinkanister in brennendem Wohnhaus

Stadtkommandant Nico Bibbo berichtet in der Hauptversammlung der Wehrer Feuerwehr von gefährlichen und überflüssigen Einsätzen

Zu 151 Einsätzen rückte die Gesamtfeuerwehr Wehr im vergangenen Jahr aus. Etwa 50 Prozent mehr, als im Jahr zuvor, berichtete Stadtkommandant Nicolo Bibbo während der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am Samstag. Darunter auch Einsätze, bei denen es gefährlich wurde für die Einsatzkräfte und solche, in denen Bibbo einen regelrechten Missbrauch der Feuerwehr erkannte.

Bei einem Großbrand auf der Zelg am 15. Juni seien die Feuerwehrleute der Abteilungen Wehr und Öflingen in höchster Gefahr gewesen. In dem Wohngebäude am Starenweg, das die Frauen und Männer löschen mussten, seien zahlreiche Benzingebinde versteckt gewesen, die regelrechte Brandbomben darstellten und damit das Leben der freiwilligen Helfer gefährdeten. Der Verdacht sei groß, dass diese Gefährdung vorsätzlich herbeigeführt worden sei. Ein Umstand, der Bürgermeister Michael Thater auf die Palme brachte. "In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, in der Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte bewusst in Gefahr gebracht werden?" Die Leistung, die Rettungsorganisationen für die Bevölkerung erbringen, könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sollte sich der Verdacht bestätigen, sei dies ein unfassbarer Anschlag auf Leib und Leben der Feuerwehrleute gewesen. Die Ermittlungen laufen.

Bei einem anderen Einsatz ging es zwar nicht um das Leben der Einsatzkräfte, allerdings vermutete Bibbo, dass die Verantwortlichen einfach den billigsten Weg wählten. Bei einem der Schwertransporte, die Teile für die Windräder auf dem Glaserkopf transportierten, war ein Hydraulikschlauch gerissen, die Feuerwehr musste morgens um 4.30 Uhr ausrücken, um das ausgelaufene Öl zu binden und zu beseitigen. Es sei für ihn nicht nahvollziehbar, dass bei so einem großen Bauprojekt vom Transportunternehmen keine Reinigungsfirma bereitgestellt worden sei, um in einem solchen Fall selbst aktiv zu werden, drückte Bibbo sein Unverständnis über diesen Missbrauch der Feuerwehr aus. Dabei erklärte er auch, dass die Feuerwehren des Landkreises ein Schreiben vom Landratsamt erhalten hätten, dass sie künftig nicht mehr für die Beseitigung von Ölspuren alarmiert werden sollen. Allerdings hapere es wohl noch an der Umsetzung.

Noch können sich die Abteilungen Wehr und Öflingen über einigermaßen genügend Einsatzkräfte freuen, doch auch bei ihnen wird es offenbar immer schwieriger, neue Feuerwehrleute zu finden. 100 Männer und Frauen sind derzeit in den beiden Abteilungen tätig. Das klingt erstmal nach nicht wenig, allerdings arbeiteten viele davon auswärts, so dass es bei einem Einsatz während der Arbeitszeit immer schwieriger werde, genügend Einsatzkräfte zu alarmieren, machte Bibbo deutlich, wo die Probleme liegen.

Auch die Jugendabteilung ist mit 33 Mädchen und Jungs derzeit sehr gut besetzt, es müsse jedoch ein immer höherer Aufwand betrieben werden, um Kinder und Jugendliche zu finden, die sich bei der Feuerwehr ausbilden lassen, stellte Christoph Rettig, Leiter der Jugendabteilung, fest. Mit einer Feuerwehr AG an der Gemeinschaftsschule Wehr sei es im vergangenen Jahr gelungen, vier neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehr zu gewinnen. Um diese AG auszurichten, mussten jedoch Mitglieder der Feuerwehr Wehr extra Urlaub nehmen, machte Rettig deutlich, welchen Aufwand die Feuerwehr betreibt, um den Fortbestand der Abteilungen zu sichern.

Über die Ehrungen und Beförderungen werden wir noch ausführlich berichten.

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