Das Hochnotpeinliche Malefiz-Narrengericht Tiengen der Bürger- und Narrenzunft Tiengen vergisst kein Urteil. Das musste auch die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin der SPD, Rita Schwarzelühr-Sutter, erfahren. Bereits im Februar 2020 ist sie für schwerste Vergehen beim Storchenturm vom Narrengericht verurteilt worden.

Rita Schwarzelühr-Sutter bei ihrer ebenso flammenden wie erfolglosen Verteidigungsrede beim Narrengericht 2020 beim Storchenturm in ...
Rita Schwarzelühr-Sutter bei ihrer ebenso flammenden wie erfolglosen Verteidigungsrede beim Narrengericht 2020 beim Storchenturm in Tiengen – jetzt hat sie den ersten Teil ihrer Strafe hinter sich gebracht. (Archivbild) | Bild: Ursula Freudig

Dann kam Corona, die Fasnacht lag brach und die Einlösung der Strafe war ausgesetzt. Vor ein paar Tagen war es aber soweit: Rita Schwarzelühr-Sutter leistete den ersten Teil ihrer Strafe ab, in dem sie mit ihren damaligen Peinigern – sprich dem Narrengericht und einigen Henkern – eine Fahrradtour unternahm und auf der Strecke für deren exklusive Verköstigung aufkam.

Neben reichlich Flüssigem musste die Politikerin dafür sorgen, dass die Gruppe im Pfarrhof in Erzingen nach Aussage des Henkers Rolf Krämer, ordentliche Portionen serviert bekam. Dies von der Vorspeise über den Hauptgang – feine Kalbsplätzle – bis zum Dessert und einer Käseplatte.

Los gegangen war die Fahrradtour bei der alten Holzbrücke in Tiengen. In Oberlauchringen wurde bei der Galgenbuckhütte ein Zwischenstopp eingelegt, um gestärkt die Reststrecke nach Erzingen zu meistern. Hin und zurück wurden rund 30 Kilometer zurückgelegt. Und dies bei praller Sonne und rund 30 Grad.

Politikerin und Narrenrichter fahren ohne Motor

„Das war schon eine Herausforderung“, sagt Rita Schwarzelühr-Sutter und vielleicht, mutmaßt die Politikerin nicht ohne Freude, war es dies zumindest auch für Mitfahrer Klaus-Dieter Ritz. Dieser hatte sie damals in seiner Funktion als Narrenrichter verurteilt und war wie sie, mit einem Fahrrad ohne Motor unterwegs. Wie auch immer: Unter dem Strich bestätigen alle Beteiligten, dass die Fahrradtour großen Spaß gemacht hat.

„Rita hat uns wirklich verwöhnt und wir haben viel gewitzelt und gelacht, aber freikaufen konnte sie sich mit dem feinen Essen natürlich nicht“, bekräftigt Rolf Krämer. Im Herbst muss die Politikerin den zweiten Teil ihrer Strafe erfüllen. Es geht mit Blick auf die allseits bekannten, unersättlichen Mägen des Narrengerichts und der Henker, wieder um Kulinarisches. Erst danach darf Rita Schwarzelühr-Sutter hoffen, beim Narrengericht 2023 zur Ritterin geschlagen zu werden.

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