Ursula Freudig

Herr Schulz, wie geht es dem Inhaber einer Werbeagentur in Corona-Zeiten?

Glücklicherweise sind wir bei Blueforest Design.Medien weitestgehend von der Krise verschont geblieben. Beim Lockdown im Frühling haben einige Kunden ihre Aufträge vorerst zurückgehalten, weil sie sich intern neu organisieren mussten. Das hat sich dann aber schnell normalisiert. Im Lockdown light war es bei uns ein wenig ruhiger, aber aktuell können wir einen regelrechten „Run“ auf uns verzeichnen. Außer den Regeln, die wir einhalten müssen und der Tatsache, dass Meetings überwiegend online abgehalten werden, hat sich bei uns nichts verändert.

Das Interesse von Firmen an Werbung und professioneller Außendarstellung ist unverändert?

Wir haben viele Kunden im medizinischen Sektor, welche die Krise nicht, beziehungsweise nicht negativ spüren. Dort hat sich nichts verändert. Bei den anderen Unternehmen ist das Verhalten sehr branchenabhängig. Generell macht es besonders jetzt Sinn, sich nach außen zu zeigen. Einen entsprechenden Vortrag von mir zu genau diesem Thema ist auf unserer Webpage zu finden.

Hat Corona die Art, wie Sie Werbekampagnen aufziehen, verändert?

Die Menschen sind seit Corona wesentlich mehr zu Hause. Genau dort muss man die Kunden erreichen. Daher verlagert sich ein Großteil der Werbung auf die Online-Medien. Wir planen sehr viel mehr Online-Marketing-Strategien als noch vor einem Jahr. Ein Kunde von uns, Pierre Fabre Pharma in Freiburg beispielsweise, der Medikamente gegen Krebs produziert: das Unternehmen wirbt mit uns sehr stark im Web, auf deren Webpage, mit Online-Marketing-Kampagnen und in den sozialen Medien. Dort hat sich die Verlagerung von Print- zu Online-Medien sehr stark verdeutlicht.

Sind Print-Medien generell auf dem Rückzug, oder wie ist Ihr Eindruck?

Es wird immer Printmedien geben, da das haptische Erlebnis durch nichts zu ersetzen ist. Aber es gab schon eine Weile vor Corona eine Verlagerung von Print zu Online. Der Trend wird weiter gehen.

Wie geht es dem Menschen Ralph Schulz ganz persönlich in dieser schwierigen Corona-Zeit?

Wenn ich sehe, wie stark andere unter der Krise leiden müssen, stelle ich umso mehr fest, wie gut es mir geht. Beruflich hat sich für mich so gut wie gar nichts verändert. Privat geht es mir ebenso sehr gut. Ich lebe in einer achtköpfigen Patchwork Familie, in der es nie langweilig wird. Wir sind viel zusammen, verbringen viel Zeit draußen und haben genug Raum für uns, damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt. Corona hat mir verstärkt gezeigt, wie wichtig die Familie und ein gutes Miteinander ist.

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Man kennt Sie neuerdings auch als Künstler. Wie fing es mit dem Malen an?

Ich war schon immer künstlerisch tätig. Wenn meine Mutter früher gezeichnet hat, habe ich ebenfalls einen Bleistift zur Hand genommen und irgendetwas abgezeichnet. Im Gymnasium haben mich meine Kunstlehrerinnen Frau Rühle und Frau Wolter stark gefördert, sodass ich auf dem Wirtschaftsgymnasium ein Stipendium erhielt. Diese Basis hat mir sicherlich geholfen, einen der begehrten Studienplätze als Grafik-Designer an der FH in Mannheim zu bekommen. Dort habe ich dann das Handwerk während meines Design-Studiums gelernt.

Was ist Ihre bevorzugte Maltechnik?

Ich male gerne figürlich und expressionistisch. Aktuell nur in Acryl. Gerne arbeite ich aber auch an skulpturalen Werken aus Gips und Harz. Für einen Kunstwettbewerb bei der Kulturnacht habe ich dann meine erste Solarpaneele bemalt. Das Thema war Energie. Da mir nichts Gescheites als Motiv zum Thema eingefallen ist, habe ich den Mal-Untergrund zum Thema gemacht. Den Kunstwettbewerb habe ich schließlich gewonnen und natürlich so weiter gemacht (lacht). Zurzeit male ich viel auf Metallplatten.

Was gibt Ihnen die künstlerische Tätigkeit?

Malen ist für mich ein Ausgleich zum stressigen Berufsleben und eine Möglichkeit und ein Ventil, Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten. Genau deshalb male ich.

Sie hatten ja auch schon Ausstellungen. Wo waren Ihre Werke zu sehen und haben Sie schon weitere in Aussicht?

Meine erste Ausstellung war im Februar 2018 in Waldshut in der Sparkasse Hochrhein. Seither habe ich im Künstlerhaus in Lottstetten und vergangenes Jahr am Bildhauer-Symposium in St. Blasien teilgenommen. Dieses Jahr plane ich eine Ausstellung in der Schweiz und dann mal sehen, was Corona zulässt.

Wo kann man sich über den Künstler Ralph Schulz informieren?

Meine neuesten Arbeiten sind auf meinen Instagram Profil @ralphschulz.ares zu sehen. Dort kann man auch gerne Kaufanfragen stellen. Ansonsten wird es wieder Ausstellungen geben, an denen man meine Arbeiten sehen und kaufen kann. Mit Terminvereinbarung kann man die Bilder auch gerne in meiner Agentur anschauen.

Welche Hoffnungen und Träume haben Sie als Künstler und Firmeninhaber?

Wenn es Menschen gibt, die meine Arbeiten bei sich zu Hause aufhängen möchten, freut und ehrt mich das natürlich sehr. Ich kann mir gut vorstellen, im Alter am Meer zu sitzen und zu malen, um damit meinen Lebensunterhalt zu sichern (lacht). Mit meiner Agentur habe ich kommendes Jahr 20-jähriges Jubiläum. Ich hoffe, dass wir im folgenden Jahrzehnt genauso erfolgreich arbeiten und spannende Projekte für unsere Kunden umsetzen dürfen, um deren Erfolg zu maximieren.

Eine Frage darf einfach nicht fehlen: Denken Sie noch ab und zu an Ihre Zeit als Model und Mister Germany zurück?

Natürlich. Die Zeit war extrem spannend! Gerne denke ich an diesen Lebensabschnitt zurück. Seither ist viel passiert. Ich lebe inzwischen ein völlig anderes Leben, das allerdings nicht weniger spannend ist.

Glauben Sie, dass der Titel „Mister Germany“ und der damit verbundene Bekanntheitsgrad Ihnen geholfen haben, mit Blueforest erfolgreich zu sein?

Ich hatte Blueforest schon, bevor ich Mister Germany wurde. Es war eher schwer, zu kommunizieren, dass man, bevor man bekannt wurde, bereits studiert hat und beruflichen Erfolg hatte. Ich denke nicht, dass mich der Titel beruflich gepusht hat.

Wie man auf dem Foto sieht – Sie sehen seit Ihrem Titel noch immer blendend aus. Wie wichtig ist Ihnen gutes Aussehen? Tun Sie viel dafür?

Vielen Dank, aber sind wir ehrlich: Es sind fast 20 Jahre seit dem Titel vergangen, die an keinem von uns spurlos vorbei gegangen sind. Jeder versucht, gut auszusehen, aber ich brauche im Bad keine zehn Minuten, ich sollte viel mehr Sport treiben und weniger Schokolade essen. An guten Vorsätzen mangelt es nicht (lacht).