Rund einen Monat nach dem Schließungs-Erlass wegen der Corona-Krise können am Montag auch Einzelhändler in Waldshut-Tiengen wieder ihre Geschäfte öffnen. Einschränkungen gibt es aber noch für Läden, die mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Betroffen davon sind Betriebe in Waldshut und Tiengen. Nach Informationen von suedkurier.de will die Stadtverwaltung bereits über das Wochenende eine Lösung finden.

In Waldshut zählen zu den Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern beispielsweise das Modehaus May in der Waldshuter Kaiserstraße, ebenso wie das May-Sporthaus. Ob Ausnahmen möglich sind, beispielsweise durch eine Absperrung einzelner Etagen, steht bisher noch nicht fest. Geschäftsführer Ulrich Gröber: „Leider haben wir trotz intensivster Bemühungen um klare Aussagen bisher keine Informationen erhalten. Wir können voraussichtlich frühestens mit konkreten Informationen am Samstag rechnen.“

Für kleinere Geschäfte steht dagegen fest, dass sie öffnen dürfen. Laut Jochen Seipp, Sprecher des Waldshuter Werbe- und Förderungskreises, werden in Waldshut voraussichtlich alle Geschäfte unter 800 Quadratmeter öffnen. Allerdings gibt es auch hier bestimmte Vorschriften, die eingehalten werden müssen. „Voraussetzungen sind beispielsweise die Einhaltung bestimmter Hygienestandards wie Abstand halten, keine Gruppenbildung, kein Händeschütteln und gegebenenfalls ein Plexiglasschutz an der Kasse.“

Alba Pisano, Geschäftsinhaberin der Modeboutique Domino in der Waldshuter Kaiserstraße: „Ich freue mich so sehr, dass wir wieder öffnen dürfen und unsere Kunden wiedersehen. Die knapp vier Wochen, die wir aufgrund der Corona-Krise schließen mussten, waren für alle sehr hart. Jetzt haben wir endlich wieder die Möglichkeit, Umsatz zu generieren, wenn auch nur eingeschränkt, da uns sicherlich auch die Schweizer Kunden fehlen, die aufgrund der Grenzschließung noch nicht wieder hierher kommen können.“

Die Lage in Tiengen

Auch in Tiengen bereiten sich Ladenbesitzer, die wegen der Corona-Krise schließen mussten, auf die Wiederöffnung vor. Zu ihnen zählt Klara Maier vom Spiel- und Schreibwarengeschäft Max Fritz in der Fußgängerzone, das seit dem Erlass des Landes im März lediglich seine Zeitschriftenabteilung geöffnet haben durfte. „Not macht erfinderisch“, sagt die Geschäftsfrau im Gespräch. Zum Osterfest bot sie die Aktion Wundertüte an, bei der wunschgerechte Spielwarenpäckchen an Kunden nach Hause geliefert wurden.

Auch Jürgen Waßmer, Inhaber der Boutique Jürgens Mode in der Fußgängerzone, überbrückte die Schließung mit einem eigenen Service. Stammkunden erhielten am Rollständer ein Sortiment von Bekleidungsstücken vor die Tür gestellt und konnten dann zu Hause eine Auswahl treffen. Ab Montag ist auch hier wieder geöffnet. Verbunden damit hat der Einzelhändler einen Appell: „Die junge Generation muss verstehen, dass die Innenstädte nur überleben, wenn man vor Ort einkauft und nicht nur im Internet.“

Das Geschäft May Fashion in der Hauptstraße hat sich ebenfalls auf die Corona-Krise eingestellt und einen Online-Shop eingerichtet. Jetzt muss der Betrieb allerdings erst noch klären, wie eine Wiederöffnung ab Montag möglich ist. Denn die Verkaufsfläche liegt mit rund 1100 Quadratmetern über der vom Land festgelegten 800-Quadratmeter-Grenze. Thomas Muschenich, Geschäftsleiter Einkauf und Verkauf, sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir würden gerne unser Geschäft entsprechend aufteilen.“ Der Einzelhändler sagt, dass dazu bereits Gespräche liefen: „Wir sind im Kontakt mit der Stadt.“ Ohne Probleme wieder geöffnet werden kann hingegen der benachbarte Concept Store von May Fashion, wo auf 300 Quadratmetern unter anderem Koffer und Taschen angeboten werden.

Klärungsbedarf wiederum zeigt sich auch beim City-Haus am Ende der Tien-
gener Fußgängerzone, das sich als Geschäftsgebäude mit rund 1900 Quadratmetern Verkaufsfläche präsentiert, jedoch drei verschiedene Einzelhandelsbetriebe beherbergt.

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