Die nächtliche Landung und der Start eines Passagierflugzeugs auf dem Flughafen Zürich beschäftigte die Zürcher Regierung. In der Nacht auf 1. September landete um 3 Uhr morgens ein Passagierflugzeug in Kloten auf dem Flughafen Zürich. An Bord des A330, der von New York nach Antalya unterwegs war, hatte eine 25-Jährige einen Herzinfarkt erlitten. Sie starb kurz nach der Landung. Um 4.30 Uhr hob die Maschine der Turkish Airlines wieder ab. Die Kantonsräte von SP und Grünen sahen die Notwendigkeit der Landung wegen des Notfalls, doch wollten sie wissen, warum das Flugzeug während der Nachtruhe habe starten müssen. Das Reglement sieht vor, dass zwischen 23.30 und 6 Uhr am Flughafen Zürich grundsätzlich keine Maschinen landen oder starten. Im begründeten Einzelfall sind Ausnahmen aber möglich, hält die Zürcher Regierung auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat fest. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben kann die Flughafen Zürich AG bei „unvorhergesehenen außerordentlichen Ereignissen“ eine Ausnahmebewilligung vom Nachtflugverbot erteilen. Welche Ereignisse eine Ausnahme rechtfertigen, ist nicht abschließend definiert. Flüge zwischen 23.30 und 6 Uhr müssten Ausnahmecharakter behalten. Die Starterlaubnis für den Weiterflug nach Antalya sei so zu begründen: Wäre der Start erst um 6 Uhr während des ordentlichen Betriebes zugelassen worden, hätte die Maschine vorerst gar nicht mehr abheben können, schreibt der Regierungsrat.

Denn die Crew hätte zu dieser Zeit ihre zulässige Einsatzzeit überschritten, die Fluggesellschaft hätte zunächst ein Ersatzteam einfliegen müssen. Mitten in der Nacht hätte zudem das Flughafenpersonal gefehlt, um die Passagiere zum Terminal zu fahren und dort in Empfang zu nehmen. Dass die Reisenden im Flugzeug hätten ausharren müssen, sei ihnen nicht zuzumuten gewesen. Und auch dafür wäre zu dieser Zeit zu wenig Sicherheitspersonal vor Ort gewesen.Das Fazit des Zürcher Regierungsrats: „Wenn die Flughafen Zürich AG den Weiterflug nicht bewilligt hätte, hätte sie zahlreiche, unter anderem sicherheitsrelevante Auswirkungen in Kauf nehmen müssen.“ Sie habe die Argumente korrekt abgewogen. Im Übrigen seien solche Ausnahmebewilligungen für Flüge äußerst selten.Die Schweizer Initiative Fluglärm Ost verurteilt auf ihrer Homepage die Ausnahmebewilligung: „Anderswo zählen die Anwohner noch etwas, die Nachtruhe wird penibel eingehalten – in der Flughafenregion Kloten kann lärmbetroffene Bevölkerung folgenlos und immer mehr übergangen werden.“ Fluglärm Ost führt Gegenbeispiele auf: In Frankfurt werde eine Notfalllandung zugelassen, nicht aber der daraus folgende Start. Kürzlich habe die Korean Airline in Stuttgart landen müssen. Die Passagiere seien in Stuttgart geblieben, weil dort um 23 Uhr Betriebsschluss sei.