Nikola Kögel, Pressesprecherin der Aktionsgemeinschaft Tiengen, traf die volle Härte des Hochnotpeinlichen Malefiz-Narrengerichts. Für notorisches Schönreden der desolaten Situation des Tiengener Weihnachtsmarkts und für die Infiltration des Düengemer Bürgertums mit angelsächsischem Kulturgut bei der Veranstaltung Shopping Royals, wurde sie verurteilt.

Die Henker fackelten nicht lange und ketteten sie ans Folterrad. Das Narrengericht der Narrenzunft 1503 Tiengen beim Storchenturm war ein unterhaltsames Spektakel. Wieder mit dabei war die Stadtmusik Tiengen. Bei Traumwetter standen fast nur Unterstützer der Angeklagten dicht an dicht, viele hielten Schilder hoch, auf denen beispielsweise „Freiheit für Nikola“ stand. Narrenrichter Klaus-Dieter Ritz und Ankläger Walter Huber ließen sich davon aber ebenso wenig beeinflussen wie von Fürsprech Bernd Müller, der sich nach besten Kräften mühte, im Laufe der Sitzung aber infolge zu vieler Griffe nach dem Weinkelch, Artikulationsprobleme hatte.


Die Angeklagte selbst glänzte mit Worten, die einer Pressesprecherin alle Ehre machten. Raffiniert wie Nikola Kögel den Tiengener Weihnachtsmarkt im Vergleich zum Waldshuter, als schön, gemütlich, klein, fein und regional aufwertete und die „Shopping Royals“ als exklusive Veranstaltung verkaufte, die Tiengen mit Weltstädten gleichstellt. Etliche Ex-Delinquenten waren anwesend, darunter auch Martin Gruner, der von Ehrenzunftrat Dietmar Fritz zum Ritter geschlagen wurde. Nikola Kögel muss ihre Bußwilligkeit erst noch zeigen: Um in Anlehnung an die Shopping Royals die Aussage zu beweisen, dass man mit der richtigen Ausstrahlung auch im Jutesack gut aussieht, muss sie in einem ebensolchen durch die Düengemer Fußgängerzone spazieren.

Weiterhin muss sie laut Narrenrichter Ritz dafür sorgen, dass die Mägen von Narrengericht und Henkern mit Speis und Trank bis zum Bersten gefüllt werden.