Der Breitbandausbau in den Waldshut-Tiengener Ortsteilen hat begonnen. Mit einem symbolischen Spatenstich gaben die am Projekt Beteiligten nun in Aichen den Startschuss. Bis 2020 soll das gesamte Ausbaugebiet erschlossen sein.

Ausbau in den unterversorgten Ortsteilen

Konkret geht es um die als unterversorgt geltenden Ortsteile Aichen, Detzeln, ein Teil von Eschbach, Gaiß-Waldkirch, Gurtweil-Ost, Oberalpfen und Schmitzingen. 710 Haushalte, 172 Gewerbebetriebe und 23 sonstige Nachfrager sollen von der Maßnahme profitieren.

Nach Aichen sind Gurtweil und Eschbach dran und vor dem Winter der Waldshut-Tiengener Osten. Der Stadtverwaltung zufolge sollen dann bei 85,5 Prozent der Haushalte Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s und bei 14,5 Prozent von mindestens 50 Mbit/s möglich sein. Es werden 36 Kilometer Glasfaserkabel und Mikrorohre verlegt. Hierfür sind auf 15 Kilometern Strecke Tiefbauarbeiten notwendig, 9,6 Kilometer in unversiegelten Gebieten.

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Förderungen durch das Land

Den Zuschlag für das 2018 europaweit ausgeschriebene Projekt hat die Deutsche Telekom zum Angebotspreis von knapp 1,47 Millionen Euro erhalten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einem Betrag von knapp 735 000 Euro sowie vom Land Baden-Württemberg mit einer Zuwendung in Höhe von knapp 294 000 Euro gefördert. Der städtische Anteil liegt bei knapp 441 000 Euro.

„Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt graben wir“, beschrieb Christopher Beußel, Regionalmanager der Deutschen Telekom die nächsten Schritte. Die Glasfaserkabel werden zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und den Verteilern am Straßenrand verlegt. Diese werden zu „Mini-Vermittlungsstellen“ umgebaut und wandeln das Lichtsignal später in elektrisches Signal, welches in der Regel über bestehende Kupferleitungen zu den Nutzern nach Hause geleitet wird (FTTC – „Fibre To The Curb, Glasfaser bis zum Bordstein“).

So sieht Breitband aus. Haarfeine Leitungen übertragen Daten mittels Lichtimpulsen.
So sieht Breitband aus. Haarfeine Leitungen übertragen Daten mittels Lichtimpulsen. | Bild: Peter Rosa

Dies stellt einen zeitnah umsetzbaren Kompromiss dar. In manchen Fällen werden die Glasfaserleitungen bereits bis ins Haus verlegt (FTTH – „Fibre To The Home“), was derzeit als nachhaltige Lösung der Zukunft angesehen wird.

„Schnelles Internet gehört dazu“

„Überall verfügbares schnelles Internet sollte ein Grundrecht sein – mit der jetzt beginnenden Maßnahme kommen wir diesem Ziel näher“, freute sich Oberbürgermeister Philipp Frank. Er sprach von einem besonderen, weil wichtigen und lange ersehnten Tag.

Ähnlich äußerte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter zum Beginn der Arbeiten: „Schnelles Internet gehört dazu, wie Straße und Kinderbetreuung“, sagte Schwarzelühr-Sutter im Hinblick auf das Ziel der Schaffung gleicher Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Besonders für junge Familien und mobile Arbeitsplätze sei die schnelle Leitung wichtig.

Ausbau in der Kernstadt kommt voran

Auch in der Stadt selbst gehe es laut Oberbürgermeister Frank voran. Die Hauptachsen von Waldshut und Tiengen seien bereits erschlossen. Zudem werden nach wie vor überall dort, wo gebaggert wird, Leerrohre verlegt.

Die Telekom baut hier, im Nahbereich, gerade die Systemtechnik der Vermittlungsstellen um. Einschalttermin für das Vectoring sei laut Beußel um den Jahreswechsel. Dann werde das Internet auch im Stadtbereich schneller.

„Meilenstein für Waldshut-Tiengen„

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner begrüßt den Fortschritt des Breitbandausbaus in Waldshut-Tiengen. Der Spatenstich in Aichen sei ein Meilenstein für die Stadt Waldshut-Tiengen. Das Projekt werde, so Schreiner in einer Pressemittielung, vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit mehr als 734 000 Euro sowie vom mit einer Zuwendung vom Land in Höhe von mehr als 293 000 Euro gefördert.

Ihm sei es zudem bereits gelungen, fast 80 Millionen Euro Förderung vom Land für den Ausbau des Backbone-Netzes in den Wahlkreis zu holen, so Schreiner. Aufgrund eines Paralleltermins zum Artenschutz in Wehr konnte Felix Schreiner den symbolischen Spatenstich nicht besuchen.