Die Stadtverwaltung hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Waldshut-Tiengen ein überarbeitetes Konzept über die Alternativen zum Park-und-Ride-Parkplatz in der Robert-Gerwig-Straße vorgestellt. Dieses sieht mehr Ausweichmöglichkeiten als bisher vor, wenn ab März 2020 auf dem Schotterplatz hinter dem Waldshuter Bahnhof rund 120 überwiegend von Pendlern genutzte Stellflächen wegfallen. Auf dem Gelände wird das neue Feuerwehrgerätehaus mit einer Kita auf dem Dach errichtet. 

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Bereits im Juli 2019 hatte Jürgen Wiener, Leiter der Ortspolizeibehörde, den Stadträten Parkalternativen präsentiert. „Damals war es noch nicht ganz abgeschlossen“, sagte Wiener nun über das Konzept, für das er vor einem halben Jahr im Gemeinderat zum Teil heftige Kritik einstecken musste. „Der große Wurf ist es nicht“, merkte damals Harald Würtenberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, an und bat Wiener darum, das Konzept zu überarbeiten.

Mit dem Ergebnis ist Würtenberger zufrieden: „Jetzt ist das Konzept sehr stimmig.“ Lob gab es auch aus den Reihen der anderen Fraktionen. Grünen-Sprecherin Petra Thyen sagte: „Da wurde viel Hirnschmalz eingesetzt.“

Welche Alternativen zum Pendlerparkplatz die Stadtverwaltung anbieten will, lesen Sie hier.

1. Robert-Gerwig-Straße

Die Stadt wird in unmittelbarer Nähe zum Park-und-Ride-Parkplatz zumindest teilweise Ersatz für die rund 120 wegfallenden Stellflächen sorgen. Entlang der Robert-Gerwig-Straße sollen ein Grünstreifen von der Deutschen Bahn angemietet und an dieser Stelle 32 kostenpflichtige Parkplätze eingerichtet werden. Dazu muss der Zaun näher an die Bahngleise versetzt werden und der Bordstein abgesenkt werden. „Das Tagesticket kostet dort vier Euro“, teilte Jürgen Wiener mit.

2. Parken bei Kaufland, Lidl und Rewe

Dauerparker können künftig bei der Stadt 22 Stellplätze auf den Parkflächen der Einkaufsmärkte Kaufland, Lidl und Rewe in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof anmieten. Diese Flächen sind zunächst nachweislich mobilitätseingeschränkten Nutzern vorbehalten und kosten 50 Euro im Monat. Anmieten kann man sie über das Liegenschaftsamt der Stadt.

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3. Unterer Chilbiplatz

Darüber hinaus werden am unteren Chilbiplatz durch eine Umorganisation ab 1. März 90 weitere Stellplätze frei, die die Stadt für 32 Euro pro Monat anbietet. Die Pendler, die dort bislang täglich einen Stellplatz für zwei Euro angemietet haben, können entweder einen Monatsvertrag abschließen oder auf den oberen Chilbiplatz ausweichen. Wiener nannte die bisherige Praxis, bei der sich Tagespendler und Mieter gegenseitig behinderten, eine „unbefriedigende Lösung“.

Vorgesehen ist auch, die Schranke am unteren Chilbiplatz um 14 Uhr zu öffnen, damit die freien Plätze beispielsweise von Besuchern des Hallenbads oder der Stadthalle kostenlos genutzt werden können.

Der Pendlerparkplatz mit rund 120 Stellflächen an der Robert-Gerwig-Straße in Waldshut fällt ab März 2020 weg. Dort entsteht das neue Feuerwehrgerätehaus.
Der Pendlerparkplatz mit rund 120 Stellflächen an der Robert-Gerwig-Straße in Waldshut fällt ab März 2020 weg. Dort entsteht das neue Feuerwehrgerätehaus. | Bild: Juliane Schlichter

4. Parken am Waldshuter Freibad

Kostenlose Stellplätze – rund 200 an der Zahl – plant die Stadt während der Bauphase des Feuerwehrgerätehauses am Waldshuter Freibad zur Verfügung zu stellen. Mit der Sanierung des Bads soll voraussichtlich im Herbst 2020 begonnen werden.

5. Bus und Bahn

Jürgen Wiener berichtete im Gemeinderat, dass einige Nutzer des Pendlerparkplatzes der Stadt bereits mitgeteilt haben, dass sie künftig keinen Stellplatz mehr benötigen, da sie auf das vergünstige Jobticket des Waldshuter Tarifverbunds umsteigen werden. Neukunden zahlen für das Monatsticket für Bus und Bahn die Hälfte des regulären Preises. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 gibt es außerdem vier zusätzliche Busfahrten auf den Waldshuter Aarberg. Busverbindungen in die Bergstadt gebe es, so Wiener, nun nahezu im Halbstundentakt.

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6. Weitere Alternativen

Der Umstieg auf (Elektro-)Fahrräder und die Bildung von Fahrgemeinschaften nannte der Ortspolizeichef weitere Möglichkeiten, um die Parkplatzsituation zu entspannen. Petra Thyen stellte für die Grünen den Antrag, ein Konzept für abschließbare Fahrradboxen an den Bahnhöfen zu erstellen. Die Stadträte stimmten diesem Vorschlag mehrheitlich zu.