Nach mehr als einem Jahr der halbseitigen Sperrung ist die Kolpingbrücke beim Waldshuter Bahnhof ab kommenden Sonntag, 8. September, wieder in beiden Richtungen befahrbar. Einen Tag später beginnt die vierte Bauphase zur Sanierung des Bauwerks. Welche Auswirkungen diese auf den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr hat, können Sie hier nachlesen.

1. Wann genau wird die Kolpingbrücke auf beiden Spuren wieder befahrbar sein?

Die Freigabe der gesamten Brücke für den Verkehr erfolgt in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 7. auf 8. September, wie die Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen informiert. Auch die Einbahnstraßen-Regelung in der Friedrichstraße, in der Von-Kilian-Straße, in der Gartenstraße und in der St. Blasier Straße wird komplett aufgehoben.

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2. Was ändert sich im Linienbusverkehr?

Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres am Mittwoch, 11. September, verkehren ab Montag, 9. September, die drei Stadtbuslinien – 7336 Westring, 7337 Waldshut – Schmitzingen und 7339 Aarberg – wie vor der halbseitigen Sperrung. Auch der Schülerverkehr vom und zum Schulzentrum Waldshut wird wie früher gefahren. „Die Busse werden sich in der Friedrichstraße mittags wieder beidseitig zur Abfahrt bereitstellen“, teilt Nikolaus Albiez, stellvertretender Leiter der SBG-Niederlassung Waldshut, mit.

Video: Juliane Schlichter

3. Verläuft der Verkehr rund um die Kolpingbrücke damit überall wie früher?

„Nein“, sagt Jürgen Wiener, Leiter der Ortspolizeibehörde bei der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen, auf Nachfrage dieser Zeitung, und erläutert wieso: „Mit der Zweispurigkeit und dem Wegfall der Umleitung sind die Verkehrsbehinderungen noch nicht behoben.“ Bis zum Abschluss der gesamten Baumaßnahme im kommenden Jahr seien weitere Sperrungen notwendig.

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Mit Beginn der Bauphase 4 am Montag, 9. September, wird die B 34 unterhalb der Kolpingbrücke halbseitig gesperrt. Wer aus Richtung Tiengen kommt, kann wie gewohnt auf der B 34 fahren. Wer hingegen aus Richtung Dogern kommt, wird über die südlichen Rampen der Kolpingbrücke umgeleitet. Linksabbiegen auf der Rampe über die Brücke in Richtung Kaufland ist jedoch nicht möglich. „Dies würde den Stau auf der B 34 verlängern“, sagt Jürgen Wiener.

Die Fahrbahnmarkieren sind bereits aufgebracht.
Die Fahrbahnmarkieren sind bereits aufgebracht. | Bild: Juliane Schlichter

4. Wie gelangt man dann aus Fahrtrichtung Dogern in den Norden der Stadt?

Wer ins Schulzentrum oder nach Gurtweil möchte, kann entweder über die B 500/St. Blasier Straße fahren, was nach Aufhebung der Umleitung wieder möglich sein wird. Die Alternative führt wie in den vergangenen Wochen über die Bismarckstraße zur Kreuzung am Bahnhof und von dort auf die nordöstliche Auffahrtsrampe der Kolpingbrücke. Wiener empfiehlt Verkehrsteilnehmern jedoch, die erste Umleitung über die B 500 zu nutzen: „Alle, die bis in die Bismarckstraße fahren, stehen dann an der Ampel vorm Bahnhof länger.“

5. Können Fußgänger wieder über die Kolpingbrücke gehen?

Ja, aber vorerst mit einer Einschränkung: Um den Umleitungsverkehr der B 34 aus Richtung Dogern über die südliche Rampe nicht zu unterbrechen, ist der Zugang vom Kornhaus zur Kolpingbrücke für Fußgänger weiterhin gesperrt. „Wäre dort schon wieder der Zebrastreifen, müssten die Autos ständig anhalten“, so Wiener.

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Fußgänger gelangen über den Gehweg auf der nordöstlichen Rampe auf die Brücke. Allerdings bedeutet diese Strecke keine große Zeitersparnis gegenüber der Alternative über die Unterführung am Bahnhof. Grundsätzlich empfiehlt Wiener Bahnpendlern, die ins Schulzentrum wollen, die Unterführung am Bahnhof und den Seltenbachweg statt der Kolpingbrücke zu nutzen.

Bild: Juliane Schlichter

6. Wird es demnächst Vollsperrungen geben?

Ja, die erste erfolgt bereits in der Nacht vom heutigen Donnerstag, 5. September, 20 Uhr, auf Freitag, 6. September, 5 Uhr, auf der Bundesstraße 34. „Dort werden Kanalreinigungsarbeiten unterhalb der Kolpingbrücke durchgeführt“, sagt Wiener. Sowohl der Verkehr aus Tiengen als auch der Verkehr aus Richtung Bad Säckingen können über die Rampen der Brücke fahren.

Während der kommenden Bauphasen 4 und 5 sind weitere fünf bis sieben nächtliche Vollsperrungen der B 34 mit Umleitung über die Rampen der Kolpingbrücke geplant, kündigt der Leiter der Ortspolizeibehörde an.

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Die Bauphasen der Kolpingbrücken-Sanierung

  • 1. Phase: Die Sanierung der Kolpingbrücke beim Bahnhof begann am 27. August 2018. Seitdem war die Brücke nur noch von Süden nach Norden befahrbar, also im Einbahnstraßenverkehr. Für Fußgänger war sie komplett gesperrt. Fahrbahn, Gehwege und Geländer auf der Brücke wurden in dieser Bauphase generalüberholt.
  • 2. Phase: Der Startschuss für den zweiten Bauabschnitt fiel am 15. April 2019. In dieser Phase wechselte der Verkehr auf die andere Spur der Brücke und die Auffahrtsrampe aus Fahrtrichtung Tiengen wurde gesperrt. Es folgten Arbeiten am Unterbau der Brücke, die wegen des Bahnverkehrs in der Regel nachts stattfanden. Weil die Deutsche Bahn immer wieder kurzfristig nächtliche Rangierfahrten durchführte, verzögerten sich die Arbeiten unter der Brücke.
  • 3. Phase: Der dritte Abschnitt der Sanierung startete am Montag, 12. August 2019. In dieser Bauphase wurden unter anderem die Rampen instandgesetzt. Dazu waren die Auffahrtsrampe Südwest (aus Richtung Dogern) und die Abfahrtrampe Südost (in Richtung Tiengen) gesperrt. Die Auffahrtsrampe Nordost (aus Richtung Tiengen) war hingegen befahrbar.
  • 4. Phase: Der vierte Bauabschnitt beginnt am Montag, 9. September, 2019. In dieser Phase werden die Stützwände des Bauwerks, die man sieht, wenn man auf der B 34 unter der Brücke durchfährt, saniert – zunächst die eine Seite, in der fünften Bauphase dann die andere Seite. Ab Sonntag, 8. August, ist die Kolpingbrücke wieder in beiden Richtungen befahrbar. Die Umleitung wird aufgehoben.