Es bleibt dabei, dass es entsprechend einem früheren Gemeinderatsbeschluss keine Nutzung des Gewölbekellers für kulturelle Veranstaltungen mehr geben wird. 

Derzeit sind die Handwerker noch im Inneren des Gebäudes mit der Dachkonstruktion beschäftigt, bevor dann im Februar die südliche Dachhälfte abgedeckt, wärmgedämmt und neu eingedeckt werden soll. Dann sollen auch neue Gauben auf der Westseite und der Ausgang zum geplanten, außen liegenden Treppenhaus auf der Ostseite errichtet werden, informiert der Hochbauamtsleiter. Derzeit werden zudem an beiden Gebäudeenden (Nord und Süd) neue, feuerbeständige Steigschächte für die Elektroinstallation und EDV vom Keller bis zum Dachgeschoss errichtet.

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„Als nächstes sollen die Trennwände für die neue Raumaufteilung in Trockenbauweise errichtet werden. Dabei handelt es sich um die Räume für die Vereine und die Musikschule Südschwarzwald„, informiert Wehrle.

Die Arbeiten im zweiten Obergeschoss, wo sich bisher Vereinsräume befanden, sollen im frühen Sommer beginnen. Lorenz Wehrle: „Dabei soll die Bibliothek im ersten Obergeschoss so lange wie möglich geöffnet bleiben.“ Der Umbau dort und der eigentliche Endausbau (Bodenbeläge, Malerarbeiten, Einbaumöbel) sollen zum Ende der Bauarbeiten erfolgen, also Anfang 2021.

Ebenfalls im Sommer beziehungsweise Spätsommer soll mit dem Bau der Außentreppe mit Lift begonnen werden. Durch die Außentreppe, für die sich der Gemeinderat Ende 2018 ausgesprochen hat, sollen drei Funktionen erfüllt werden: Der integrierte Lift soll einen barrierefreien Zugang zum Gebäude vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss schaffen. Zweitens soll mit der Errichtung ein zweiter Fluchtweg entstehen und drittens soll die Treppe künftig als Hauptzugang zur Stadtbibliothek dienen, die nach ihrem Umbau zwei Etagen einnimmt.

So soll die Außentreppe mit Lift an der Rückseite des Waldshuter Kornhauses aussehen.
So soll die Außentreppe mit Lift an der Rückseite des Waldshuter Kornhauses aussehen. | Bild: photoreal - Stipan Vukovic

Der Gewölbekeller wurde zwar über über 20 Jahre lang für kulturelle Veranstaltungen genutzt, dabei benutzten Besucher die WC-Anlagen in den oberen Stockwerken. Für eine weitere Nutzung des Kellers hätten dort sanitäre Anlagen errichtet werden müssen. Das scheidet aber laut Lorenz Wehrle wegen der Feuchtigkeit im Gewölbekeller aus: „Es würde alles vermodern“, erklärt der Hochbauamtsleiter.

Was bisher geschah

Nachdem im Jahr 2013 erhebliche Mängel im Brandschutz am denkmalgeschützten Kornhaus festgestellt wurde, haben die Sanierungsmaßnahmen im Oktober 2018 begonnen. Im Vordergrund des rund 4,7 Millionen Euro teuren Projektes stehen neben dem Brandschutz, auch die Barrierefreiheit und die Vergrößerung der Stadtbücherei. Über die Hälfte der geplanten Ausgaben wird von Bund und Land gefördert. Die Sanierung des Kornhauses ist Teil der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Innenstadt West“, zu dem beispielsweise auch die Sanierung der Wallstraße gehörte.

Eine große Herausforderung war für die Planer, nachdem es eigentlich schon einen Entwurf zur Sanierung gab, der sich aber vor allem auf den Brandschutz bezog, Ende 2018 während der laufenden Sanierung einen komplett neuen Entwurf zu erstellen. Dies wurde notwendig, weil neben dem Brandschutz nun auch die Barrierefreiheit und der Ausbau des Dachgeschosses berücksichtigt werden sollten. Im Dachgeschoss sollen künftig ein Teil der Vereine untergebracht werden, weil die Bücherei auf zwei Etagen erweitert wird. Lorenz Wehrle: „Aber wir haben das geschafft. Jetzt haben wir eine runde Sache.“

Bis heute wurden bereits die Grundleitungen und Kanalisation um das Gebäude herum erneuert und ein Technikraum für Elektro/EDV im Keller eingerichtet. Außerdem wurde in den vergangenen Monaten die alte Dachkonstruktion von innen freigelegt und restauriert, informiert Lorenz Wehrle. Bei früheren Umbauten entfernte Tragelemente seien wieder sorgfältig ergänzt und der Dachstuhl, der vorher im Firstbereich durchhing, wurde wieder in die ursprüngliche Position gebracht.