Frau Kaiser-Klormann, die Sportgala steht vor der Türe – sie auf die Beine zu stellen macht viel Arbeit?

Ja, schon. Wir müssen Werbung machen, Genehmigungen von der Stadt einholen zum Beispiel wenn wir selbst ausschenken wollen, wir müssen festlegen, wer wo sitzt, jeder Verein hat seinen Tisch und Platz. Die Sitzordnung macht uns manchmal schon ein bisschen Kopfzerbrechen. Wir müssen die Band, das Programm auf der Bühne organisieren und Sportler oder verdiente Ehrenamtliche finden, die bei der Gala geehrt werden. Und ganz wichtig, wir müssen Sponsoren suchen. Aktuell sind wir noch dabei, es wird allgemein immer schwieriger, welche zu finden, was nachvollziehbar ist. Jeder Verein kommt und will Geld. Aber wir haben zum Glück unsere Großsponsoren, auf die wir uns verlassen können. Wir als Vorstand bekommen natürlich auch Unterstützung von unseren 17 Mitgliedsvereinen, etwa beim Auf- und Abbau. Und neben den Sponsoren, finanzieren sie die Gala, indem jeder 20 Karten abnimmt. Viele verschenken sie an ihre Mitglieder als Dank für besondere Mithilfe. Der Vorverkauf läuft. Bei Max Fritz kann sich jeder Karten holen.

Stichwort Ehrungen – sie sind neben Tanz und Vorführungen auf der Bühne, Grundpfeiler der Sportgala, wie finden Sie die Geehrten?

Die Mitgliedsvereine sind aufgefordert, uns Sportler zu nennen, die besondere sportliche Erfolge erzielt haben oder Ehrenamtliche, die besonderes Engagement zeigen, beispielsweise schon sehr lange im Vorstand mitarbeiten. Dieses Jahr wird Katja Brenner geehrt, die 18 Jahre Oberturnwartin im Turnverein Tiengen war. Und vom Boxring Klettgau Thomas Gruhl, der sich seit vielen Jahren als Helfer, Trainer und Sponsor engagiert. In jedem Verein gibt es so viele tolle Menschen mit tollen Erfolgen und großem Einsatz, wir würden uns deshalb wünschen, wenn von den Vereinen etwas mehr Vorschläge kämen.

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Der Waldshuter Sportausschuss veranstaltet schon ein paar Jahre keine Sportgala mehr – Sie denken aber nicht ans Aufhören, oder?

So viel ich gehört habe, spielt der Sportausschuss Waldshut mit dem Gedanken, auch wieder etwas zu machen, nur vielleicht in anderer Form. 2004 stand die Sportgala bei uns auch auf der Kippe. Aber Edwin Schlatter hat für sie gekämpft und ihr neuen Geist eingehaucht. In den letzten Jahren war sie immer recht gut besucht, aber es wird dennoch immer schwieriger, die Gala zu finanzieren. Wir wollen aber auf jeden Fall weitermachen. Die Gala ist eine Traditionsveranstaltung zu Ehren der Leistungen von Tiengener Sportvereinen und Sportlern. Und wir hoffen, dass wir unterstützt werden und immer mehr zu diesem gesellschaftlichen Event kommen, um zu tanzen und die Darbietungen auf der Bühne zu erleben. Es stehen wieder Vereine und Gruppen aus Tiengen und Umgebung auf der Bühne. Ich persönlich freue mich besonders auf die Boogie Woogie-Tanzgruppe in Pettycoats.

Die Sportgala ist Aushängeschild des Sportausschusses, aber was ist seine grundlegende Aufgabe?

Wir sind Vermittler und Sprachrohr für die hiesigen Sportvereine mit der Stadt. Hauptthema ist hier der Hallenbelegungsplan, für den wir Vorschläge machen. Wie überall gibt es manchmal Dinge, über die man miteinander sprechen muss, aber grundsätzlich ist die Zusammenarbeit sehr gut.

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Früher hat der Sportausschuss Tiengen auch Altpapiersammlungen organisiert.

Ja, 2017 war die letzte. Es hat sich einfach nicht mehr gerechnet, der Aufwand war zu groß. Dass wir keine mehr machen, ist heute von den Mitgliedsvereinen allgemein akzeptiert.

Sie besuchen als Vorsitzende viele Hauptversammlungen von Mitgliedsvereinen und bekommen Einblicke, wie würden Sie die Situation der Vereine allgemein beschreiben?

Für alle Vereine ist es schwieriger geworden, Mitglieder zu finden und zu halten und Leute für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Früher wurde man in einen Verein hinein geboren, hat überall mit gemacht und ist dabei geblieben. Heute ist das anders. Man sieht es auch bei den Hauptversammlungen. Oft kommt nur noch ein fester Kern. Das ist schade, denn neben dem Sportlichen, ermöglichen die Vereine ein tolles Miteinander, das mich immer wieder beeindruckt. Es ist erstaunlich, was Vereine alles stemmen und welche Gemeinschaft sie ermöglichen. Vereine prägen den Charakter der Stadt, für mich sind sie auch ein Aushängeschild für die Stadt.

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Und wenn Sie auf die Situation im Sportausschuss Tiengen blicken – muss er sich auch Gedanken über die Zukunft machen?

Jeder Verein muss das. Fusionen sind hierbei ein Thema. Es gibt allgemein immer mehr. Einige haben die Idee oder das Wunschdenken, dass der Sportausschuss Tiengen und Waldshut sich zusammenschließen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies irgendwann, vielleicht in ein paar Jahren, kommt. Schließlich sind wir ja auch eine Stadt Waldshut-Tiengen.