„Ohne die vielen Helfer und Spender, die uns all die Jahre unterstützt haben, würden wir wohl kaum mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Deshalb sehe ich es vielmehr als Würdigung der ‚Mannschaftsleistung‘ auf deutscher und auf ruandischer Seite“, sagt Oberstudienrätin a. D. Ilse Nirk. Überreicht wird die Auszeichnung am 14. März im Foyer der Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut im Beisein des Kollegiums und vieler Freunde Ruandas und Wegbegleiter in den vergangenen 33 Jahren.

Erste Kontakte zu Schwester Raphael-Marie, die dem einheimischen Orden der Benebikira-Schwester mit Sitz in der ruandischen Hauptstadt Kigali angehört, hatten Ilse und ihr mittlerweile verstorbener Mann Klemens Nirk im Jahr 1985 geknüpft. Beide unterrichteten seit Anfang der 80er Jahre an der Justus-von-Liebig-Schule. Soeur Raphael-Marie leitete damals eine hauswirtschaftliche Schule in Save und war aus gesundheitlichen Gründen in Deutschland.

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Ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung ist es zu verdanken, dass alsbald die Vision einer Schulpartnerschaft thematisiert wurde. Sowohl die damalige Schulleiterin Maria Reitze als auch das Kollegium standen von Anfang an hinter der Idee. Auch die späteren Schulleiter Wolfram Kremp und jetzt Thomas Gehr förderten stets die Ruanda-Projekte und -Kontakte. Doch all die Jahre lief der „heiße Draht“ immer über die Familie Nirk und Besucher aus Ruanda können sich bis heute der großen Gastfreundschaft von Ilse Nirk sicher sein.

Eine siebenköpfige Reisegruppe des Vereins Gemeinsam für Save besuchte im vergangenen Jahr die mit Spendenhilfe vom Hochrhein unterstützte Partnerschule im Süden Ruandas. Bilder: Elisabeth Willers
Eine siebenköpfige Reisegruppe des Vereins Gemeinsam für Save besuchte im vergangenen Jahr die mit Spendenhilfe vom Hochrhein unterstützte Partnerschule im Süden Ruandas. | Bild: Elisabeth Willers

Nicht nur die Schule ist vom Ruanda-Virus infiziert. Ilse und Klemens Nirk haben es verstanden, viele Menschen in ihrer Umgebung mit ins Boot zu holen. Seit Beginn der 1990er Jahre unterstützten die Landräte Bernhard Wütz, Tilmann Bollacher und Martin Kistler die Weihnachtsaktionen, die von den Revierförstern des Kreises und einem aktiven Freundeskreis auf die Beine gestellt wird. Bei den Aktionen „Tagwerk“ engagieren sich Hunderte von Schülern ehrenamtlich für die gute Sache. Seit fast zwei Jahren gibt es den Verein Gemeinsam mit Save/Ruanda, dessen Vorsitz Ilse Nirk übernommen hat.

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„Wollt Ihr eine Partnerschaft aufbauen, solltet Ihr wissen, wovon Ihr redet“, war von Anfang an die Prämisse von Schwester Raphael-Marie, der Mitstreiterin in der Partnerschule in Ruanda. Längst kann man sagen, dass Ilse Nirk und Schwester Raphael-Marie eine tiefe Freundschaft verbindet, mehr noch, es ist geradezu ein gegenseitiges Urvertrauen. Immer wieder organisieren die Beiden Besuche bei den Freunden im fernen Afrika. Stets ist Ilse Nirk die Organisatorin und stets haben die Begegnungen bei allen Beteiligten nachhaltige Wirkung.

Das Land

Ruanda, dessen Größe vergleichbar ist mit Rheinland-Pfalz, zählt zwölf Millionen Einwohner. Wer über Land fährt, sieht nach wie vor Not und die vielen Kinder, die noch nicht die Chance haben, eine Schule zu besuchen. Das Motto „Gemeinsam mit Save/Ruanda“ bleibt Programm für den Freundeskreis.