Waldshuter Schüler demonstrieren für ihre Zukunft. Mehr als 300 von ihnen haben am Freitag am ersten Waldshuter Friday For Future teilgenommen. Nach einem Marsch durch die Kaiserstraße protestierten sie fast zwei Stunden lautstark vor dem Waldshuter Rathaus, viele von ihnen mit bunt bemalten Schildern. Ihre Forderung: Eine bessere Klimapolitik, weniger Umweltverschmutzung und ein stärkeres Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise.

Rund 300 Schüler versammelten sich für eine fast zweistündige Kundgebung vor dem Waldshuter Rathaus.
Rund 300 Schüler versammelten sich für eine fast zweistündige Kundgebung vor dem Waldshuter Rathaus. | Bild: Peter Rosa

Angeführt wurde die Demonstration vom 16-jährigen Constantin Berger aus Waldshut. „Die Welt geht unter“, warnte der 16-jährige Schülersprecher des Kollegs St. Blasien in seiner Rede von der Rathaustreppe aus, und weiter war er sich sicher: „Wir sind die letzte Generation, die der Zerstörung noch entgegenwirken kann.“ Dabei müsse es für jeden möglich sein, die Zukunft der Jüngeren nicht zu zerstören, so Berger.

Constantin Berger, Hauptorganisator der Waldshuter Demo, fordert seine Mitmenschen dazu auf, sich dem Klimawandel im Kleinen wie im Großen entgegenzusetzen.
Constantin Berger, Hauptorganisator der Waldshuter Demo, fordert seine Mitmenschen dazu auf, sich dem Klimawandel im Kleinen wie im Großen entgegenzusetzen. | Bild: Peter Rosa
Waldshuter Schüler auf ihrem Marsch durch die Kaiserstraße mehr Verantwortungsbewusstsein in Sachen Klima.
Waldshuter Schüler auf ihrem Marsch durch die Kaiserstraße mehr Verantwortungsbewusstsein in Sachen Klima. | Bild: Peter Rosa

Ein Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038, wie er derzeit bundespolitisch geplant ist, sei inakzeptabel. Neben einem strukturellen Wandel müsse sich aber auch jeder an die eigene Nase fassen und im Kleinen beginnen, zum Beispiel beim Ausmachen des Lichts. „Dafür stehen wir hier – dafür stehen wir auf und dafür akzeptieren wir mögliche Konsequenzen fürs Schuleschwänzen. Dafür sind wir laut, weil wir nicht nur für uns selbst reden“, so Berger.

Die Waldshuter Organisatoren und Sprecher des Waldshuter Fridays For Future (von links): Leon Straub, Constantin Berger, Felix Stauber und Jan Amann.
Die Waldshuter Organisatoren und Sprecher des Waldshuter Fridays For Future (von links): Leon Straub, Constantin Berger, Felix Stauber und Jan Amann. | Bild: Peter Rosa

Zur Kritik des FDP-Fraktionsvorsitzenden Christian Lindner, Klimapolitik sei eine Sache für Profis und nicht für Schüler, welche lieber zur Schule gehen und etwas lernen sollten, äußerte sich Felix Stauber vom Hochrhein-Gymnasium. „Klingt sinnvoll, aber was bringt uns Bildung ohne Zukunft? Im Vergleich zur Politik haben wir weder einen Plan B noch einen Planeten B“, sagte der 17-jährige Waldshuter. Jan Amann aus Remetschwiel, Schüler des technischen Berufskollegs sagte: „Wenn jeder einen kleinen Schritt geht, sind wir alle schon einen Riesenschritt weiter.“

Video: Peter Rosa

Gemeint sind damit bereits kleine Verzichte, zum Beispiel auf Plastiktüten oder das tägliche Fleisch. „Wenn ein reiches Land wie Deutschland seine Klimaziele dermaßen verfehlt, ist es Zeit, aufzuwachen.“ Berger und Stauber hatten die Demonstration gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Leon Straub organisiert. Aber auch andere Teilnehmer der Demonstration äußerten sich spontan und lautstark.

Wie viele andere der Demonstranten hat auch die achtjährige Amy Groß aus Kadelburg nach der Demo ihre Botschaft an die Politik auf der Waldshuter Rathaustreppe hinterlassen.
Wie viele andere der Demonstranten hat auch die achtjährige Amy Groß aus Kadelburg nach der Demo ihre Botschaft an die Politik auf der Waldshuter Rathaustreppe hinterlassen. | Bild: Peter Rosa

Zwischen den einzelnen Kundgebungen gaben die Schüler immer wieder gemeinsame Rufe zum Besten, so zum Beispiel: „Macht euch frei von CO2!“ Zum Abschluss schrieben Schüler ihre Botschaften mit Kreide auf die Rathaustreppe. Ein Symbol dafür, dass sie von der Politik nicht übersehen werden wollen. Die Demonstration war angemeldet, wurde vom Ordnungsamt Waldshut-Tiengen begleitet und verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

Rund 300 Schüler versammelten sich für eine fast zweistündige Kundgebung vor dem Waldshuter Rathaus.
Rund 300 Schüler versammelten sich für eine fast zweistündige Kundgebung vor dem Waldshuter Rathaus. | Bild: Peter Rosa