Der Sitzungssaal im ersten Obergeschoss des Waldshuter Rathauses ist bereits längere Zeit renovierungsbedürftig. Seit einem Schmorbrand im Mai dieses Jahres unter der mit Spanplatten aus den 1960er Jahren verkleideten Decke ist die komplette elektrische Anlage in diesem Raum lahmgelegt.

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„Das ist Technik von vorgestern“, sagte Lorenz Wehrle, Leiter des Hochbauamts, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Waldshut-Tiengen, wo er die Sanierungspläne für das Sitzungszimmer vorstellte. Die Mitglieder stimmten bei zwei Enthaltungen den Maßnahmen zu, die unter anderem den Raum brandschutztechnisch auf den neuesten Stand bringen sollen.

„Das ist kein Zustand“, sagte Oberbürgermeister Philipp Frank über den in die Jahre gekommenen Sitzungssaal. Der Raum erfülle repräsentative Zwecke. So tagt darin unter anderem das Partnerschaftskomitee Waldshut-Tiengen, darin fanden die beiden Schienengipfel statt und die Stadtverwaltung lädt darin ab und an zu Vorstellungsgesprächen ein, nannte der OB nur einige Beispiele. „Da gehört die Verpackung dazu“, fügte Frank hinzu.

Die Holzvertäfelung im Sitzungssaal des Waldshuter Rathaus wird durch weiße Wände ersetzt. Lorenz Wehrle, Leiter des Hochbauamts, macht sich ein bild von den Bauarbeiten.
Die Holzvertäfelung im Sitzungssaal des Waldshuter Rathaus wird durch weiße Wände ersetzt. Lorenz Wehrle, Leiter des Hochbauamts, macht sich ein bild von den Bauarbeiten. | Bild: Juliane Schlichter

Lorenz Wehrle zählte auf, wie die Verpackung künftig aussehen soll. „Die Erich-Honecker-Gedächtniswand kommt weg“, sagte er über die Holzvertäfelung. Stattdessen werden die Wände nach der Renovierung weiß erstrahlen. Leuchten wird auch künftig der Sternenhimmel: In die neue Decke, die auch akustische Anforderungen erfüllen soll, werden einzelne Strahler eingelassen. „Der Saal soll schlicht sein, aber feierlich beleuchtet werden“, sagte der Hochbauamtsleiter. Auf einen Beamer werde verzichtet. Stattdessen wird an einer der Wände ein Flachbildfernseher angebracht.

Schienen für Wände

Damit der Saal außer für Sitzungen und Empfänge künftig auch für Ausstellungen genutzt werden kann, erhalten die Wände Schienen, an denen man Bilder aufhängen kann. Harald Würtenberger, Fraktionssprecher der Freien Wähler, bat Lorenz Wehrle in der Gemeinderatssitzung um ein „Preisschild“. „Das Geld ist da“, antwortete der Leiter des Hochbauamts, und bezifferte die Kosten auf derzeit 120.000 Euro.

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Die Grünen-Stadträtin Claudia Linke wollte wissen, ob aufgrund der Sanierung des Sitzungssaals andere Brandschutzprojekte zurückgestellt werden. „Nein, das ist nicht der Fall“, sagte Wehrle. Zwei Stadträte enthielten sich bei der Abstimmung, der Rest gab grünes Licht für die Sanierung. OB Philipp Frank sagte abschließend: „Ich finde sie nicht überkandidelt. Da haben alle etwas davon.“

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