Morgens 10 Uhr in Waldshut. Das rote Schild mit der Aufschrift besetzt blinkt fast täglich bereits am Morgen an der Tiefgarage auf dem Viehmarktplatz. Wer nach 10 Uhr dort einen Parkplatz sucht, muss oft Minuten auf einen freien Platz warten. Zwar gibt es noch das Parkhaus am Kornhaus, aber auch dort finden Autofahrer nicht immer einen Stellplatz.

Die fehlenden Parkplätze in Waldshut sind schon seit Jahren Thema in der Stadt. Mit dem Bau der neuen Stadthalle und den damit zu Dutzenden weggefallenen Parkplätzen an der Friedrichstraße hat sich die Problematik weiter verschärft. Ersatz wurde bisher keiner geschaffen.

Bereits vor zwei Jahren gab es in einer Gemeinderatssitzung Überlegungen, auf dem unteren Chilbiplatz ein Parkhaus zu bauen. Der Waldshuter Werbe- und Förderungskreis (W+F) hofft, dass das Projekt zeitnah realisiert wird. Vorsitzender Christian Straub: „Wir brauchen dringend ein weiteres Parkhaus.“ Intensive und konstruktive Gespräche zwischen der Stadt und dem W+F hätten bereits stattgefunden. Laut Stadtverwaltung findet derzeit eine Überprüfung für einen möglichen Standort eines dritten Parkhauses statt. Joachim Baumert, Waldshut-Tiengens Bürgermeister: „Das beauftragte Planungsbüro Kölz arbeitet aktuell eine Standortempfehlung für den Gemeinderat auf Basis der Ergebnisse der Parkraumanalyse aus.“

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Mit einem möglichen Neubau eines Parkhauses erhofft sich der W+F eine Lösung des Parkplatzproblems. Christian Straub, Vorsitzender: „Das neue Parkhaus soll sich vor allem an die Langzeitparker wie Mitarbeiter im Einzelhandel, Krankenhaus, Gericht, Banken und Anwohner richten. Damit stünden Kunden direkt in Waldshut wieder mehr Parkplätze zur Verfügung, denn derzeit gibt es einen großen Teil an Dauerparkern in beiden Parkhäusern.“ Ein Anreiz für Dauerparker könnten laut W+F beispielsweise günstigere Preise im neuen Parkhaus sein.

Ulrich Gröber, Beirat im W+F und Geschäftsführer von May, hat für seine Mitarbeiter bereits spezielle Fahrradparkplätze geschaffen, damit die Mitarbeiter auf ihr Auto verzichten. „Wir appellieren auch an unsere Mitarbeiter, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Car-Sharing zu betreiben. Wir haben zudem Parkplätze auf dem Chilbiplatz für die Mitarbeiter angemietet, weil eben viele von ihnen nicht auf ihr Auto verzichten können. Allerdings haben wir sogar dafür eine Warteliste, auf der aktuell 40 Personen stehen.“

Weiter verschärft könnte die Parkplatzsituation in Waldshut mit dem Baubeginn des neuen Feuerwehrgerätehauses mit Kindertagesstätte in der Robert-Gerwig-Straße werden. Dort werden im kommenden Jahr rund 150 Parkplätze wegfallen. Eine alternative kostenlose Parkmöglichkeit sehen die Stadt und der W+F am Waldshuter Freibad. Dort gebe es Platz für rund 240 Parkplätze.

Der jetzige Park-and-Ride-Parkplatz an der Robert-Gerwig-Straße fällt mit dem Baubeginn des Feuerwehrgerätehauses mit Kindertagesstätte weg. Eine Alternative könnte beim Waldshuter Freibadareal entstehen. Bild: Archiv/Juliane Schlichter
Der jetzige Park-and-Ride-Parkplatz an der Robert-Gerwig-Straße fällt mit dem Baubeginn des Feuerwehrgerätehauses mit Kindertagesstätte weg. Eine Alternative könnte beim Waldshuter Freibadareal entstehen. | Bild: Schlichter, Juliane

Lösungen für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, hat die Stadt sich bereits überlegt: So sollen 35 Parkplätze bei den Lebensmittelgeschäften am Bahnhof gegen eine Gebühr von 50 Euro monatlich angemietet werden können. Joachim Baumert: „Über weitere Informationen zu Parkraumalternativen und Alternativen zur Pkw-Nutzung werden wir so bald als möglich informieren.“ Der W+F könnte sich zudem vorstellen, dass einzelne Geschäfte für ihre Mitarbeiter, die den Parkplatz am Freibad nutzen würden, Fahrräder zur Verfügung stellen, damit sie schneller in die Stadt gelangen.

Spezialpreis für Pendler

Mit dem Waldshuter Tarifverbund hat die Stadt einen Spezialtarif des WT-Tickets ausgehandelt. Pendler, die nachweisen, dass sie nach Waldshut fahren, würden das WTV-Abo für die Hälfte bekommen. Das heißt, sie bezahlen für sechs Monate, können das Ticket aber zwölf Monate lang nutzen. Darüber hinaus soll es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 vier zusätzliche Fahrten am Tag auf den Aarberg und wieder zurück geben.