Da ist doch mit den Jahren tatsächlich so etwas wie ein neue künstlerische Städtepartnerschaft entstanden. Und zwar nicht zwischen so klangvollen Städtenamen wie Blois oder Lewes sondern zwischen Waldshut und Nördlingen. Neuer Höhepunkt dieser inzwischen 13-jährigen Freundschaft ist jetzt gerade die Eröffnung einer Ausstellung mit dem hintergründig ironischen Titel „Die Provinz lebt“ in der Alten Schranne in Nördlingen. Sechs Künstler aus der Region Waldshut-Tiengen sind dabei: Die Anra-Zwillingsbrüder Andreas und Ralph Hilpert aus Lottstetten, Ilse Werner aus Rickenbach, Peter Schütz aus Görwil sowie Josef Briechle und Bernd Salfner aus Tiengen. Mit dabei ist diesmal auch die Waldshuter Kulturamtsleiterin Kerstin Simon, die humorvoll die Ausstellungseröffnung gestaltete.

Wie kam es zu dieser kleinen Städtepartnerschaft?

Ein Rückblick lohnt sich: Am Anfang war 2006 das LuftArt-Symposium in Tiengen, organisiert vom „Tiengener Urgestein“ Josef Briechle (so Kerstin Simon). Auf Empfehlung von Bernd Salfner, einem gebürtigen Nördlinger, war auch Wolfgang Mussgnug dabei. Der zeigte anschließend den Katalog der Nördlinger Künstlerschaft, die daraufhin 2009 beschloss, ebenfalls ein LuftArt-Symposium durchzuführen. Wieder mit dabei: Josef Briechle. Durch die künstlerischen Freundschaften kam es 2010 zu einer Einladung der Stadt Waldshut-Tiengen an zehn Nördlinger Künstler, die ihre Werke im Schlosskeller Tiengen ausstellten. Und da war das Versprechen einer Gegeneinladung. Die wurde jetzt endlich in der oben genannten großen Besetzung in Nördlingen eingelöst.

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Die Waldshuter Künstler – so berichten sie begeistert – fühlten sich herzlich begrüßt und aufgenommen vom dortigen Kulturamtsleiter Rudi Scherer und Gastgeber Wolfgang Mussgnug. Und Kerstin Simon äußerte sich bei ihrer Einführung humorvoll zum Titel: „Die Provinz lebt!“: Provinz habe heute längst nichts mehr mit Minderwertigkeitskomplexen von Landeiern zu tun. Sondern sie zeige das Selbstbewusstsein der Provinz mit hochkarätigen Veranstaltungen, sei es in Nördlingen oder Waldshut: „Hier in der Provinz findet das wirkliche Leben statt. Bei reiner Luft, persönlichen Bekanntschaften und Ruhe für kreatives Schaffen!“ Sicherlich gibt es bald wieder eine neue Möglichkeit der Begegnung.

„Schweineleben“ nennt Bernd Salfner dieses Ölbild mit ironischer Anspielung auf den Titel der Ausstellung in Nördlingen „Die Provinz lebt“.
„Schweineleben“ nennt Bernd Salfner dieses Ölbild mit ironischer Anspielung auf den Titel der Ausstellung in Nördlingen „Die Provinz lebt“. | Bild: privat

Die Nördlinger Ausstellung „Die Provinz lebt“ ist bis zum 17. Mai freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Alte Schranne, Bei den Kornschrammen 2.