Sauerkirscharomen, gepaart mit Waldbeeren beim Rotwein und der Duft von getrockneten Aprikosen, untermalt von einer feinen Birnennote beim Weißwein: So liegen, zumindest wenn man der Beschreibung des Winzers glauben darf, die zwei Weine auf der Zunge, die die Kolpingfamilie in Tiengen als Benefiz-Aktion für die Sanierung der Stadtpfarrkirche verkauft.

Der Erlös aus dem Weinverkauf fließt in die Sanierung des Gotteshauses.
Der Erlös aus dem Weinverkauf fließt in die Sanierung des Gotteshauses. | Bild: Thomas Arzner

„Der Geselle“ steht auf den Etiketten. Für die Namensgebung gab es zwei Gründe, sagt Waldemar Herz, einer der Vorsitzenden der Tiengener Kolpingfamilie. Zum Einen steht der Name als Synonym für Helfer und Unterstützer. Damit spielt die Kolpingfamilie darauf an, dass der Erlös aus dem Weinverkauf der Kirchensanierung zugutekommt. Zum Anderen erinnert er auch an die Ursprünge des Kolpingverbands, der sich aus den Gesellenvereinen des 19. Jahrhunderts entwickelte. Diese gaben wandernden Handwerkern Heimat und halfen ihnen in Notlagen.

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Das Etikett sei, so Waldemar Herz, „edel“ – genauso wie der Wein auch. Denn sie wollten „etwas Nachhaltiges“ für die Kirche anbieten. Deshalb können die Initiatoren immer wieder nachbestellen, wenn die bisher georderten knapp 500 Flaschen verkauft sind. Und wer ihn nicht selbst trinken möchte, der könne ihn natürlich gut verschenken. Den Wein selbst kann man als Rot- und Weißwein erwerben: Ein Spätburgunder und ein Grauburgunder. Beide stammen vom Weingut Engelhof in Hohentengen, beides sind Qualitätsweine, trocken ausgebaut.

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Die Kirchensanierung kann solche Initiativen brauchen, sagt Werner Dörflinger, der stellvertretende Vorsitzende des Baufördervereins für Kirchen und Kapellen in Tiengen. Allein die Arbeiten an der Außenfassade der Maria-Himmelfahrt-Kirche, die von Barockbaumeister Peter Thumb geplant und 1753 bis 1755 erbaut wurde, belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro.

Suche nach Vermarktungsmöglichkeiten

Dazu kommt die Beschaffung einer neuen Orgel und dann eine ebenfalls bald fällige Innensanierung. „Bei diesen großen Herausforderungen freuen wir uns über jeden Beitrag“, so Dörflinger. Damit der Weinerlös auch mehr als ein bloßer Tropfen bleibt, suche man derzeit nach Möglichkeiten, so Herz, wie der Wein vermarktet werden könnte. Sorgsam ausgesucht habe man ihn auf alle Fälle und sich vom guten Charakter und Geschmack des Weins überzeugt. Herz ist jedenfalls begeistert über den neuen Kolpings-„Gesellen“. „Mit ihm ist man immer in guter Gesellschaft“, sagt er.