Aufgrund zunehmender Besucherzahlen in der Staatsbrauerei Rothaus, die auch auf das vielfältige Angebot der „Erlebniswelt Rothaus“ zurückzuführen sind, plant das Unternehmen eine Erweiterung des Brauereigasthofs. Um diese Pläne verwirklichen zu können, muss nicht nur der Flächennutzungsplan geändert werden. Auch muss die Gemeinde einen Bebauungsplan erstellen.

Besuchermassen rund um die Staatsbrauerei Rothaus beim Konzert der Musikformation „Pur“ im Jahr 2016.
Besuchermassen rund um die Staatsbrauerei Rothaus beim Konzert der Musikformation „Pur“ im Jahr 2016. | Bild: Wilfried Dieckmann

Diplomingenieur für Raum und Umweltplanung Stefan Läufer vom Freiburger Büro „fsp Stadtplanung“ und Georg Kunz, Garten- und Landschaftsplaner aus Todtnauberg (GaLaPlan), stellten das Vorhaben dem Gemeinderat vor. Konkret sollen mit der Aufstellung des Bebauungsplans „Erlebniswelt Rothaus“ mit einer Gesamtgröße von rund 1,65 Hektar klare Ziele verfolgt werden.

Anziehungskraft stärken

Im Kern geht es um die Weiterentwicklung der touristischen und wirtschaftlichen Funktion sowie der Anziehungskraft von Rothaus und der Gemeinde Grafenhausen. Geschaffen und ausgebaut werden sollen die Freiflächen rund um den Brauereigasthof. Im Mittelpunkt wird die bauliche Erweiterung des Gasthofes stehen.

Das Gesamtkonzept wurde in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung Grafenhausen entwickelt. Für die Gemeinde sei die Brauerei nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Imageträger für die gesamte Region, so Bürgermeister Christian Behringer. Wie die Planer im Rahmen der Gemeinderatssitzung informierten, wurde das geplante Sondergebiet für die Entwicklung der „Erlebniswelt Rothaus“ konzipiert und ausgerichtet. Es dient also der Unterbringung des Gasthofs, des Rothaus Shops, des Kiosks sowie der angrenzenden Freiflächen.

Erweiterung durch Neubau

Neben diesen Bereichen sind auch der Biergarten und Teile der Gehölzgruppe bis hin zur L 170 Bestandteil dieser im Bebauungsplan ausgewiesenen Sonderfläche. „Der Erhalt von besonders alten Bäumen wird bei der Planung berücksichtigt“, betonte Grünplaner Georg Kunz.

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Auf der Grundlage des im Gemeinderat vorgestellten Entwicklungskonzepts soll der denkmalgeschützte Brauereigasthof durch einen Neubau erweitert werden. Hierzu soll der vorhandene Anbau neben dem Gasthaus abgebrochen und durch einen „modernen und effizienten“ Neubau mit neuen Hotelzimmern und einer leistungsfähigen Küche ersetzt werden. In Richtung Westen könnten auch neue Außenbewirtschaftungsflächen nahe der Landesstraße entstehen, die naturnah gestaltet werden sollen. Am Neubau mit Hotelkomplex soll auch ein um das Gebäude herumführender Balkon für Tische und Stühle integriert werden. Die Freiflächen nördlich des bestehenden Rothaus-Shops sollen für Veranstaltungen und Events neugestaltet werden.

Gemeinderat gibt grünes Licht

Neben einer Bühne in Richtung Sudhaus sollen hier auch Verkaufsstellen platziert werden. Der Bebauungsplan wird als zweistufiges Planungsverfahren, bestehend aus der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung sowie der Offenlage, durchgeführt. Parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans wurde durch das Büro Kunz GaLaPlan eine Umweltprüfung durchgeführt und in einem Umweltbericht dokumentiert. In der jüngsten Sitzung erteilte der Gemeinderat dem Verfahren grünes Licht und fasste den Aufstellungsbeschluss. Der Rat billigte somit den vorgelegten Planentwurf und beschloss die Durchführung der Offenlage.