Als Corinna Vogt, die Regisseurin der Freilichtspiele des Theatervereins Zeitschleuse, sich als Kulisse für „Zwischen den Welten“ ein Schiff wünschte, war völlig offen, wie man dies bewerkstelligen könnte. Es sollte ein möglichst authentisch wirkender Schoner sein. Holzbau Bruno Kaiser hat diesen Wunsch wahr werden lassen. Das Schiff ist am Dienstag von Bernau mit dem Tieflader durch den Schwarzwald geschippert und im Klostergarten Riedern vor Anker gegangen.

Herbert Bächle (von links, Segelnäher), Lothar Bächle (Mastensteiger), Friedrich Werner (Klosteranlage), Thomas Fechtig und Kerstin Kaiser (Theaterverein Zeitschleuse), Andreas Schäfer (Zimmermann), Günther Schneider (Seiler), Heiner Duttlinger (Maschinen), Helmut Böhler und Herbert Duttlinger (Holzbau Bruno Kaiser) beim Eintreffen des Schiffs in Riedern.
Herbert Bächle (von links, Segelnäher), Lothar Bächle (Mastensteiger), Friedrich Werner (Klosteranlage), Thomas Fechtig und Kerstin Kaiser (Theaterverein Zeitschleuse), Andreas Schäfer (Zimmermann), Günther Schneider (Seiler), Heiner Duttlinger (Maschinen), Helmut Böhler und Herbert Duttlinger (Holzbau Bruno Kaiser) beim Eintreffen des Schiffs in Riedern. | Bild: Ursula Ortlieb

Der 17 Meter hohe Mast, den die Baumsteller Riedern beisteuerten, ist aufgerichtet. Feinheiten und Details mit Seilen, Schiffstauen, Segel und Masten wurden mit dem „Schiffsbauer“ Zimmermeister Helmut Böhler und Herbert Duttlinger von Holzbau Kaiser besprochen. Wie muss alles angebracht und wetterfest gemacht werden? Alles wurde abgestimmt: „Ich mach das auch zum ersten Mal“, sagte Helmut Böhler, als er überlegte, wie die Schiffstaue angebracht werden sollen.

Das Schiff kam in zwei Teilen in Riedern an und wurde mit dem Kran über die Klostermauer gehievt.
Das Schiff kam in zwei Teilen in Riedern an und wurde mit dem Kran über die Klostermauer gehievt. | Bild: Andreas Schäfer

Der Schiffsrumpf hat 60 Prozent der Originalgröße. „Es war eine Heidenarbeit“, erzählt Zimmermann Andreas Schäfer, „zwei Wochen lang haben wir das Schiff zusammengebaut und verkleidet.“ Man spürt aber vor allem auch die Freude der Handwerker an diesem gelungenen Projekt „Schiff“.

Literarischer Stoff als Vorlage

Vorstandsmitglied Thomas Fechtig ist Ideengeber des Theaterstücks, das auf dem Buch „Amerikafahrt“ von Heinrich Ernst Kromer basiert. Erika Buhr erweckte als Autorin des Rollenbuchs daraus die Figuren zum Leben. Lange bevor das Schiff fertig war, hatte Thomas Fechtig, zuständig für Sponsoring für das Theaterprojekt, die Idee, eine ordentliche Schiffstaufe zu machen. Als früheres Marinemitglied war dies für ihn naheliegend. „Rouenaise“ soll der Schoner heißen, wie das Auswandererschiff.

Schiffstaufe als Fest

Am 29. September wird nun ordentlich gefeiert. Ab 16 Uhr gibt es ein buntes Rahmenprogramm: Eine Szene aus dem Freilichtspiel wird auf dem Schiff geboten. Die Freudekids unterhalten mit Gesang und Tanz, der Projektchor der Theatergemeinschaft wird auftreten und es gibt jede Menge musikalische Unterhaltung. Für Bewirtung sorgen die Landfrauen aus Berau und die KFD Riedern-Hürrlingen. Der Eintritt zu diesem Fest ist frei.