Im heilklimatischen Kurort Todtmoos konnte sowohl bei den Übernachtungen als auch bei den Gästeankünften im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 der stetige Abwärtstrend nicht gestoppt werden. Dies ging aus dem Zahlenwerk hervor, das Claudia Steinhardt von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) am Dienstagabend dem Gemeinderat und den zahlreichen Zuhörern präsentierte. Demnach wurden in 2018 insgesamt 247 598 Übernachtungen erfasst; die Zahl lag im Vorjahr noch bei 259 968 Übernachtungen. Dies bedeutet ein Minus von 12 370.

Mehr Übernachtungen bei kleinen Betrieben

Das Minus von 16 356 bei den Übernachtungen in Betrieben mit mehr als zehn Betten konnte durch einen Zuwachs bei den Betrieben unter zehn Betten nicht ausgeglichen werden. Claudia Steinhardt führte dies unter anderem auf das Wegbrechen einiger größerer Betriebe aus dem Segment der Hotels, Gasthöfe und Pensionen zurück.

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In den Kleinbetrieben stieg die Zahl der Übernachtungen um 3986 bei gleichzeitigem Rückgang der Ankünfte. Das bedeutet unterm Strich aber eine längere Verweildauer der Gäste im Kurort. Die Zahl der gesamten Gästeankünfte schrumpfte von 58 210 im Jahr 2017 auf 53 291 im vergangenen Jahr (siehe Infokasten).

Bettenauslastung wurde gesteigert

Einen kleinen Lichtblick konnte Claudia Steinhardt dennoch vermelden: die Auslastung der Betten konnte gesteigert werden und zwar von 27,9 Prozent im Jahr 2017 auf 30,3 Prozent im vergangenen Jahr. Noch, aber knapp, sei Todtmoos die übernachtungsstärkste Gemeinde im Landkreis Waldshut, erklärte Steinhardt.

Nach dem Trend bei den Übernachtungszahlen aller Mitgliedsgemeinden der HTG gefragt, berichtete die Tourismusexpertin von einer Steigerung von sechs Prozent in 2018. Steinhardt machte darauf aufmerksam, dass in Todtmoos nur 13 Prozent der Betriebe klassifiziert seien.

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Kritische Stimmen aus dem Gremium

Rätin Christine van der Meyden (Freie Wähler) fand dies „erschreckend“. Zudem seien nur 33 von 168 Todtmooser Betrieben im Gastgeberverzeichnis der HTG mit dabei. Entgegen der Meinung von Bürgermeisterin Janette Fuchs und Ratsmitglied Ingomar Franz (Freie Wähler) zeigte sich Christian Zumkeller (CDU) mit den Übernachtungszahlen nicht zufrieden und forderte eine Analyse.

Claudia Steinhardt hierzu: „Die HTG ist in Todtmoos erst in der Anfangsphase. Jeder muss seine eigenen Hausaufgaben machen.“ Die Teamleiterin appellierte an die Meldeschein-Pflicht der Betriebe und forderte dazu auf, die Chancen zu nutzen, die von der HTG angeboten werden: „Ich bin bestrebt, mit den Leistungsträgern dauerhaft in Kontakt zu bleiben“, so Claudia Steinhardt abschließend.