Mit der Infoveranstaltung „Bildungslandschaft Stühlingen“ in der Ehrenbachhalle Weizen wurde der Bevölkerung die Machbarkeitsstudie für eine bedarfsgerechte Zukunftsentwicklung vorgestellt.

Architekt Albert Schmid hatte die Machbarkeitsstudie der Firma conceptK federführend betreut und stellte sie vor.
Architekt Albert Schmid hatte die Machbarkeitsstudie der Firma conceptK federführend betreut und stellte sie vor.
  • Info-Veranstaltung mit Workshop: Die erste hybride Infoveranstaltung, sowohl präsent als auch online, wurde sehr gut angenommen. In der Ehrenbachhalle Weizen saßen knapp 40 Interessierten am Mittwochnachmittag, bis Freitagabend gab es 140 Aufrufe auf YouTube. Beraterin Monika Studinger aus Albbruck moderierte die Infoveranstaltung mit den anschließenden Workshops, der Info-Teil wurde vorgestellt von Architekt Albert Schmid, der die Vorstellung der Machbarkeitsstudie der Firma conceptK federführend betreut hatte.
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  • Bildungslandschaft Stühlingen: Wohin geht die Reise? Albert Schmid stellte die Rahmenbedingungen, Möglichkeiten, Alternativen und den Kostenrahmen vor. Sämtliche Gebäude, in denen aktuell Kindergärten und Schulen untergebracht sind sowie die Stadthalle Stühlingen wurden objektiv erfasst, Ampelfarben und „Noten“ ermöglichen hier Vergleiche. Nötige Anbauten, Neubauten und Abrisse wurden konkret durchdacht und aufgelistet. Albert Schmid stellte den Schulstandort Stühlingen in den Varianten Plan A, Plan B und Plan C vor.
  • Träume und Möglichkeiten: Was sich jeder Stühlinger im Laufe seiner Schulzeit mindestens einmal vorgestellt hatte, davon aber nie zu träumen gewagt hatte, wurde nun von Fachleuten durchdacht und nachvollziehbar vorgestellt. Ob es einen Abriss der Stadthalle gibt mit Neubau direkt beim Schulzentrum, das Grundschulgebäude in Weizen als Kindergarten und sämtliche Grundschüler fahren täglich mit genügend Platz im Bus nach Stühlingen, eine große Stadtbibliothek mitten im Schulzentrum, sämtliche Varianten wurden von conceptK in Erwägung gezogen. Was letztlich daraus wird, entscheidet der Gemeinderat. Bürgermeister Joachim Burger ist offen für alles und hält sogar das Wiederaufleben lassen einer Werkrealschule für möglich. Er erinnert daran, dass für ZIS (Zukunftsfähige Infrastruktur Stühlingen) ein zweistelliger Millionenbetrag ausgegeben wurde, die Hälfte davon wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert.
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  • Plan C wird empfohlen: In Plan A wird die Grundschule zweizügig geführt, die prognostizierten Kosten für den Baukostenaufwand liegen für Sanierung und Neubau bei 15,8 Millionen Euro, liegt aber laut conceptK zwischen neutral und nicht planbar und wird deshalb nicht empfohlen. Plan B kostet 17,6 Millionen Euro, hier ist die Grundschule dreizügig mit Ausbau und Neubau und erhält von conceptK die Note 2,4 und das Prädikat „eher vorteilhaft“. Empfohlen wird Plan C für einen Kostenaufwand von 18,7 Millionen Euro. Hier wird von einem zweifachen Neubau ausgegangen.
Die Zeiten haben sich geändert, ein aktives Schulzentrum, in dem die Kinder und Jugendlichen einen Teil ihres Lebens verbringen, muss heute nicht mehr wie ein Jugendarrest aussehen. Was heutige Betreuungseinrichtungen leisten können müssen, ist nicht nur auf das Lernen im Klassenzimmer begrenzt. Mit dazu gehören auch die Themen Digitalisierung, neue Lernorte, Flexibilität, Homeschooling, Selbstlernen, Geborgenheit, Entspannung, Rückzug, Hygiene, Barrierefreiheit, Brandschutz, Individualisierung, Kreativität und Weltoffenheit.
Die Zeiten haben sich geändert, ein aktives Schulzentrum, in dem die Kinder und Jugendlichen einen Teil ihres Lebens verbringen, muss heute nicht mehr wie ein Jugendarrest aussehen. Was heutige Betreuungseinrichtungen leisten können müssen, ist nicht nur auf das Lernen im Klassenzimmer begrenzt. Mit dazu gehören auch die Themen Digitalisierung, neue Lernorte, Flexibilität, Homeschooling, Selbstlernen, Geborgenheit, Entspannung, Rückzug, Hygiene, Barrierefreiheit, Brandschutz, Individualisierung, Kreativität und Weltoffenheit. | Bild: Yvonne Würth
  • Zukunftsszenario Schulstandort Stühlingen: Diese Bereiche wurden in Betracht gezogen und schneiden bei Plan C am Besten ab: Schulisch nutzbares Flächenbudget quantitativ, Herstellbarkeit pädagogisch differenzierter Nutzungsflächen, Freiflächenangebot und Gestaltungsmöglichkeit, Entwicklungsperspektive der Personalplanung (Lehrerstellen), Geburtenprognose im Einzugsbereich der Schule, Strukturelle Auswirkung auf andere Ortsteile (Zentralisierung), Aufwand für Rettungswege/Brandschutz/Barrierefreiheit, Ausreichend Sportflächen in unmittelbarer Nähe (Halle/Freizeitsport), Wirtschaftliche Standortfaktoren, Infrastrukturelle Synergien, optionale Realisierbarkeit Mittagsbetreuung und Ganztag, Reserven für zukünftige Entwicklungen, erforderliche Interimsmaßnahmen bei der Realisierung.
Im Anschluss an die Info-Veranstaltung zur Bildungslandschaft Stühlingen in der Ehrenbachhalle Weizen am Mittwoch konnten die Anwesenden während des Workshops ihre eigenen Anregungen und Wünsche einfließen lassen.
Im Anschluss an die Info-Veranstaltung zur Bildungslandschaft Stühlingen in der Ehrenbachhalle Weizen am Mittwoch konnten die Anwesenden während des Workshops ihre eigenen Anregungen und Wünsche einfließen lassen. | Bild: Yvonne Würth
  • Workshops von Bürgern: Das Einbringen der eigenen Erfahrungen, Ideen und Wünsche der Anwesenden wurde festgehalten und soll dem Gemeinderat im nächsten Schritt vor der Beschlussfassung im Herbst vorgestellt werden. Die Bürger hatten in drei Gruppen die Sichtweisen der Gemeinde im Blickwinkel von Eltern, Kinder und Personal überlegt. Dass ein Erzieher einen Pausenraum vermisst, um einmal ungestört kurz abschalten zu können, wurde hier ebenso angesprochen wie der Wunsch einer Kita-Leitung nach Unterstützung für die Papier-Arbeit, um mehr Zeit für die eigentliche pädagogische Arbeit mit den Kindern zu haben. Für Eltern zählen kurze Fahrtwege, moderne pädagogische Konzepte und kleine, persönlichere Klassen. Die Realschüler fordern ihren Kiosk zurück und wünschen digitale Zonen und Geräte, für jüngere Kinder soll es genügend Raum zum Toben im Freien, Kreativräume und die Möglichkeiten zum Spielen mit Gleichaltrigen am Nachmittag geben. Dies hatten die Erwachsenen festgehalten.