Blumegg ist der höchst gelegene Ortsteil Stühlingens. Auf 667 Meter Höhe weitet sich der Blick über die Landschaft. „Jeder kennt hier jeden, und wir liegen auf dieser Anhöhe in herrlicher und ruhiger Landschaft“, sagt Ortsvorsteher Gerd Müller (CDU) über das 224-Seelen Dorf. „Wir sind noch stark landwirtschaftlich geprägt“, so Müller, der in Zürich als Informatiker arbeitet. Sechs Vollerwerbsbetriebe mit Viehhaltung und Ackerbau existieren noch in Blumegg. Dabei spielen laut Müller auch erneuerbare Energien eine Rolle: „Wir haben viel Photovoltaik auf den Dächern im Dorf und einen Biogas-Energiebetrieb.“

Zufriedenstellende Dorfentwicklung

Um junge Familien im Ort zu halten, bräuchte Blumegg nach Angaben des Ortsvorstehers mehr Bauplätze. Die landwirtschaftlichen Nutzwege müssen instand gehalten werden. Ansonsten ist der 57-jährige gebürtige Blumegger mit der Dorfentwicklung zufrieden. Seit 2009 ist Müller Ortsvorsteher. Er lobt, die Vereine im Dorf stünden gut da, seien von der Altersstruktur her durchmischt. Musik-, Feuerwehr, Landfrauen- und Sportverein prägen das gesellschaftliche Leben des Dorfes. Der Kirchenchor musste mit Grimmelshofen fusionieren.

Ortsvorsteher Gerd Müller mit der Blumegger Kirche im Hintergrund.
Ortsvorsteher Gerd Müller mit der Blumegger Kirche im Hintergrund. | Bild: Johannes Renner

Die gewerbliche Struktur in Blumegg entspricht der Größe des Dorfes. Ein Metallbetrieb und Dreher, ein Kfz-Mechaniker, ein Landschaftspfleger und ein Schornsteinfeger sind hier ansässig. „Die meisten sind Ein-Mann Betriebe“, so Müller, der bedauert, dass es im Dorf mit dem Hirschen nur noch eine Gaststätte gibt. Gastronomisch blickt man daher in eine ungewisse Zukunft.

Eine Besonderheit in Blumegg ist im nahe gelegenen Weiler die Museumsmühle.

Ortsvorsteher Gerd Müller vor den Rädern der Museumsmühle.
Ortsvorsteher Gerd Müller vor den Rädern der Museumsmühle. | Bild: Johannes Renner

Regelmäßig gibt es Führungen. Man kann dort hautnah erleben, wie nach alter Väter Sitte gemahlen wird. „Am Sonntag, 9. September, findet ein Tag der offenen Tür statt“, wirbt Müller für das Kulturdenkmal, das der Landkreis erworben und umfassend saniert hat.

In der Museumsmühle werden Führungen angeboten.
In der Museumsmühle werden Führungen angeboten. | Bild: Johannes Renner

Die Umgebung sei ohnehin sehr attraktiv für Gäste wie Einheimische. Der Aussichtspunkt „Flühenblick“ schenkt dem Betrachter eine imposante Sicht auf einen Teil der Museumsbahn und den Eingang zur Wutachschlucht. An diesen Ort kommt Müller gern, der sich für die Zukunft wünscht, „dass wir das erhalten können, was wir haben“.

Ortsvorsteher Gerd Müller beim Aussichtspunkt "Flühenblick".
Ortsvorsteher Gerd Müller beim Aussichtspunkt "Flühenblick". | Bild: Johannes Renner