An der Aktion „Grüne Kreuze“, eine bundesweite Protestaktion deutscher Landwirte, nahmen am Donnerstag auch zahlreiche Landwirte aus Rickenbach, Herrischried und Umgebung teil. Treffpunkt war bei Bernhard Schleicher in Bergalingen. Mit grünen Kreuzen demonstrieren Landwirte gegen das Bienen-Volksbegehren und das Agrarumweltpaket der Bundesregierung mit der verschärften Düngemittel-Verordnung. Schon wenige Tage nach der Vorstellung des Pakets im September, regten sich erste Proteste gegen das Agrarpaket. Nun unterstützen auch Bauernverbände die Aktion.

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Seit Wochen demonstrieren deutsche Landwirte mit grünen Kreuzen an ihren Feldern gegen das stark auf Umweltschutz zielende neue Agrarpaket der Bundesregierung. Mehr als 10.000 grüne Kreuze dürften inzwischen bundesweit aufgestellt sein. Auch auf dem Hotzenwald fällt die Aktion auf fruchtbaren Boden. Hier sehen sich die Landwirte durch das Bienen-Volksbegehren zusätzlich unter Druck. Die Betroffenheit der deutschen Landwirte zum „Aktionsprogramm Insektenschutz“ soll mit einer Kreuzzug-Staffette duch die ganze Bundesrepublik zum Ausdruck gebracht werden. Gestartet worden war die Staffette in Bayern und fährt jeweils mit bis zu 30 Traktoren – mit einem etwa drei Meter hohen grünen Kreuz an einem Traktor an der Spitze – von Landkreis zu Landkreis.

Um die Mittagszeit traf die von Bayern kommende Staffette und dann in Birndorf gestartete Waldshut-Staffette über Albbruck, Murg, Hottingen und Rickenbach fahrenden Traktoren in Bergalingen eine. Endziel des bundesweiten Kreuzzuges ist am 26. November in Berlin am Brandenburger Tor. Die Landwirte vom Hotzenwald übernahmen am Donnerstag solidarisch das „Grüne Kreuz“ und sparten nicht mit Plakaten an ihren Fahrzeugen, als sie mit zehn Traktoren von Bergalingen zum Staffettenzug in den Landkreis Lörrach aufbrachen. Plakat-Appelle wie „Wer schützt uns vor dem Aussterben“ oder „Agrarpaket geht nur MIT und nicht GEGEN uns Bauern, Frau Ministerin“ und „Frau Ministerin, reden sie endlich MIT uns und nicht ÜBER uns“ – waren besonders in Richtung Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und an die Politik gerichtet.

Die Politik regiert von oben herab

Und so argumentiert auch Bernhard Schleicher: „Die Politiker reden nur über uns – und nicht mit uns“, kritisiert der hauptberufliche Bergalinger Landwirt. Die verschärfte Düngemittel-Verordnung gefährde die Existenz der Landwirte, denn ohne den Einsatz von Düngemittel seien keine wirtschaftlichen Erträge möglich, welche ein Bauernhof heutzutage zum Überleben braucht, sagt Schleicher. Die Schuld am Insektensterben werde nur den Landwirten angelastet, kritisiert der Bergalinger. Das neue Agrarpaket der Bundesregierung sieht unter anderem Einschränkungen für den heftig umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat vor. Dieses müsste nur vernünftig eingesetzt werden, dann würde es nicht auf die nächste Ernte übertragen.

Die Landwirte fuhren nach Übernahme des Kreuzes mit zehn Traktoren von Bergalingen hinunter nach Wehr und dann über Schwörstadt und Karsau über den Dinkelberg nach Adelhausen. Dort übernahmen dann Bauern aus dem Landkreis Lörrach das „Grüne Kreuz“. Für den Samstag ist dann in Lörrach eine größere Demonstration geplant. Von dort aus wir sich dann die Kreuzug-Staffette durch das Markgräflerland in Bewegung setzen und dann von Landkreis zu Landkreis übergehend bis zum 26. November nach Berlin ziehen.