Die Stadt steht mit dem kommunalen Bürgerheim vor großen Zukunftsaufgaben und vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Das qualitativ gut aufgestellte Pflegeheim mit 146 Plätzen ist gefragt, zu 99 Prozent ausgelastet und kann seinen Fachkraftschlüssel dank eigener Ausbildung gut erfüllen. Trotz erfolgreicher Entwicklung besteht Handlungsbedarf, damit die Einnahmen in einigen Bereichen den Kosten nicht hinterher laufen. Deshalb stehen Strukturveränderungen im Küchenbereich auf der Agenda. 2017 schloss der Heimbetrieb mit einem Plus von gut 100 000 Euro ab.

Unterkunft und Verpflegung sind Knackpunkte

Im Bürgerheimausschuss kam am Montag mehrfach zur Sprache, dass es wichtig erscheint, dieses Polster auszubauen. Als Knackpunkte stellen sich Unterkunft und Verpflegung dar. Die Erwartung, dass mehr Menschen von außerhalb des Hauses am Mittagessen teilnehmen, habe sich nicht erfüllt. „Der Trend stimmt“, stellte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt zum Gesamtergebnis fest, sprach sich aber dafür aus, eine Offensivstrategie zu fahren, und vor allem in der Küche mehr Effizienz zu schaffen. Dazu soll das angedachte Konzept Cook und Chill beitragen. Das baut darauf auf, dass die Köche nur noch unter der Woche beschäftigt werden. Die Verpflegung schlägt sich mit einem Minus von 474 000 Euro im vergangenen Jahr nieder.

Die Heimaufsicht stellt ein gutes Zeugnis aus

Wirtschaftliche Auswirkungen ziehen laut Betriebs- und Heimleiterin Irene Lorenz die neuen Pflegegrade nach sich, die die Pflegestufen für Bewohner abgelöst haben. Das zeigt sich am Soll-Ist-Vergleich des ersten Halbjahrs 2018. Bei den Erträgen aus Pflegeleistungen fehlen dem Haus in diesem Zeitraum gut 67 000 Euro. Parallel dazu liegt der Personalaufwand gut 11 000 Euro über Plan. In der Diskussion wurde deutlich, dass es schwierig ist, zu jonglieren. Denn, so Lorenz, die Größe des Hauses koste Personal. Sie sprach von einem bei 160 Mitarbeitern zu leistenden Spagat, damit die Kosten im Griff bleiben. Was für die Bewohner getan wird, findet breite Anerkennung. „Mit dem Ergebnis der Qualitätskontrolle der Heimaufsicht können wir mehr als zufrieden sein“, freute sich Lorenz. Es bestehen keine Defizite.

Erste Schritte für die Baumaßnahmen sind geleistet

Mit strukturierten Schritten geht die Kommunalpolitik daran, die Anforderungen der Landesheimbauverordnung zu erfüllen. Noch im Oktober werden die Pläne der Heimaufsicht offengelegt, um eine Fristverlängerung für die aktuelle Situation über 2019 zu erreichen. Noch befinden sich 23 große Doppelzimmer im Pflegeheim. Der Zeitplan zur Umsetzung der Neu- und Umbauten wird jetzt erstellt, erste Schritte sind geleistet. Auch weiterhin wird die Zusammenarbeit mit Projektsteuerer Decker gewünscht, um wirtschaftliche Lösungen zu finden.

Nachfolgeprojekt mit 40 Wohnungen in Eigentum und Miete

Die Projektabfolge bedinge sich gegenseitig, sagte zu den Maßnahmen der OB. Das Haus D (ehemals betreutes Wohnen) ist bereits außer Betrieb. Ein Nachfolgeprojekt mit etwa 40 Wohnungen in Eigentum und Miete durch die Wohnbau wird Ersatz schaffen. Diese Planung findet im Rahmen eines Architektenwettbewerbs statt. Im Februar trifft die Jury dazu die konzeptionelle Entscheidung. Wohnbau-Geschäftsführer Markus Schwamm erklärte in der Sitzung, dass die Auftaktveranstaltung stattgefunden habe. Vier Büros sind demnach gesetzt, acht weitere folgen.

Grundstücksverkauf an die Wohnbau steht bevor

Der Grundstücksverkauf an die Wohnbau steht bevor, der Gutachterausschuss wird dazu noch die Richtwerte festlegen, dann geht das Projekt in den Aufsichtsrat der Wohnbau. Angestrebt wird ein schneller Baubeginn. Vorab ist allerdings der Bebauungsplan zu ändern. Für den Neubau, der aus einem Mix von kleineren und größeren Einheiten bestehen soll, rechnet die Wohnbau mit einer Bauzeit bis 18 Monate.

Mieter wollen am Bürgerheim wohnen bleiben

Sobald das Gebäude bezugsfertig ist, können Bewohner, aus dem betreuten Wohnen im Altbau Haus A dorthin umziehen. Mit den Mietern wurden Gespräche dazu geführt. Die Veränderungen werden akzeptiert. Die Mieter wollen aber, wie Eberhardt erklärte, grundsätzlich am Bürgerheim wohnen bleiben. 15 Einheiten werden im Neubaupark am Bürgerheim für Umzugsbereite reserviert.

Größte Herausforderung: Investitionskostenanteil

Die größte Herausforderung besteht im Investitionskostenanteil, der aus den Baukosten in die Sätze für die Pflege einfließen kann, denn so Eberhardt: „Wir dürfen uns nicht frei bewegen, soll die Einrichtung am Markt konkurrenzfähig und bezahlbar für die Bewohner bleiben.“ Die setzen sich noch zu zwei Dritteln aus Selbstzahlern zusammen. Es kristallisierte sich in der Diskussion ein Limit in der Größenordnung von bis zu 20 Euro pro Tag heraus.