Die Vorstellung der Planungen für den zu bauenden Wegabschnitt vom Rheinkraftwerk bis zur Codmann-Anlage westlich der Laufenbrücke im Rahmen der "Laufenburger Acht" war das Thema in einer Infoveranstaltung im Foyer der Hans-Thoma-Schule.

Mehr als 40 Zuhörer verfolgten die Ausführungen von Bürgermeister Ulrich Krieger und dem Planungsteam vom Ingenieurbüro Tillig in Dogern und brachten anschließend nicht nur ihre Einwände vor, sondern bedankten sich auch für die bereits vierjährige Arbeit an dem grenzverbindenden Bauwerks, das über 2,3 Millionen Euro kosten soll.

Konzept schließt wichtige Lücke

Bürgermeister Ulrich Krieger beleuchtete eingangs die Situation, wie es zu den Planvorstellungen gekommen war. Als das Kraftwerk Laufenburg sein 100-jähriges Bestehen feierte, wurde 2014 auch das Kraftwerk für die Rheinüberquerung freigegeben.

Somit wurde eine dritte Verbindung mit der Laufenburger Schwesterstadt geschaffen. Was dann eben noch fehlte, war auf der deutschen Seite eine direkte Fußwegverbindung vom Kraftwerk zur Codmananlage, Laufenbrücke und zum weiterführenden „Tausenfüßler“, der rheinnahen Verbindung zur Hochrheinbrücke.

So soll der Abgang am Kraftwerk (links) zum Uferweg aussehen.
So soll der Abgang am Kraftwerk (links) zum Uferweg aussehen. | Bild: Tillig Ingenieure

Idee ist nicht neu

Erste Ideen für ein solches Projekt waren schon 1960 vorhanden. Konkret wurden die Vorstellungen 2015 durch das Interreg-II-Programm, welches die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten im Kultur- und Tourismusbereich, aber auch bei grenzüberschreitenden Veranstaltungen fördert. Mit der Zusage, Fördermittel zu bekommen, wurde dann mit Planvorstellungen 2016 begonnen.

Ende des Jahres 2021 soll dann die Verbindung Kraftwerk-Codmannanlage fertig gestellt sein und dann nicht nur zu einer Tourismusattraktion werden, sondern auch bei Einheimischen zu einer beliebten Strecke werden soll.

Hängeseilbrücke über Felskluft

Ralf Mülhaupt, Geschäftsführer der Planungsfirma Tillig aus Dogern, erläuterte die Pläne, die eine weitgehend barrierefreie Verbindung vom Kraftwerk zur Codmananlage darstellen wird.

Während der Westteil der Verbindung weitgehend auf vorhandenen Wegen gebaut wird, bedeutet der zweite Abschnitt von der Fischerhütte zur Codmananlage auch ein Bau mit Hängeseilbrücken mit einer Breite von 1,20 Metern und Steigungen bis zu maximal elf Prozent.

Über diese Felskluft soll eine kleine Hängebrücke erichtet werden.
Über diese Felskluft soll eine kleine Hängebrücke erichtet werden. | Bild: Tillig Ingenieure

Umweltaspekte im Blick

Wie der Planer ausführte, soll die landschaftliche Beeinträchtigung nur gering sein. Mit Ersatzmaßnahmen am Vleilbach sollen Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden.

Das Umweltgutachten legte Georg Kunz vor. Er hielt im Bau des Weges keine großen Maßnahmen für den Artenschutz erforderlich. Lediglich sechs Nisthöhlen und zwei Halbhöhlen und drei Fledermaushöhlen sollen gebaut werden. Allerdings, so der Umweltgutachter, werde man auch während den Baumaßnahmen mit von der Partie sein.

Auf Stelzen führt der Fußweg durch das unwegsame steile Ufergelände. Am oberen Bildrand sind die Wohngebäude am Bückle zu erkennen.
Auf Stelzen führt der Fußweg durch das unwegsame steile Ufergelände. Am oberen Bildrand sind die Wohngebäude am Bückle zu erkennen. | Bild: Tillig Ingenieure

Stimmen zwischen Kritik und Lob

Stadtrat Hans-Jürgen Weber monierte, dass der geplante Weg von 1,20 Metern Breite zu schmal sei und erinnerte an die hohen Folgekosten für die Müllbeseitigung, während von einem Schweizer Bürger die beeinträchtigte schöne Sicht auf die Landschaft beeinträchtigt werde.

Hans-Eugen Tritschler, früherer Laufenburger Stadtrat der Grünen, sah den zweiten Bauabschnitt als nicht erforderlich an, zumal die Kosten hierfür zu hoch seien.

Lobende Worte für das Projekt hatte Stadtrat Frank Dittmar parat. Er sah in dem Projekt ein Anziehungspunkt und eine Maßnahme, um die Stadt lebenswert zu erhalten und erhielt für seine Argumente den ersten Beifall des Abends.

In die gleiche Kerbe schlug auch Stefanie Baumgartner. Sie sah darin eine Riesenchanche, mehr Leute in die Stadt zu bringen. Die Geschäftsführerin der Hochrheinkommision, Vanessa Edmeier aus Rheinfelden sah einen positiven Aspekt in der Laufenburger Acht, da diese der Zusammenhalt zwischen den beiden Gemeinden steigere.